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Borna Sulfatgehalt am Grenzwert
Region Borna Sulfatgehalt am Grenzwert
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15:36 19.05.2015
Blick ins Wasserwerk Kesselshain beim Tag der offenen Tür. Quelle: Jakob Richter

Der Verband hat eine Ausnahmegenehmigung zur Überschreitung des Grenzwertes bis Ende 2015.

Sulfatreiches Wasser wird in Heilbädern gezielt bei bestimmten Krankheitsbildern eingesetzt. Ein hoher Sulfatgehalt im Wasser kann aber auch zu schnellerer Korrosion von Leitungen und Armaturen führen. Die Landtagsabgeordnete Jana Pinka von den Linken hatte im Mai eine Parlamentsanfrage an die Staatsregierung zu diesem Thema gerichtet. Dabei kam heraus, dass im Wasserwerk Kesselshain der Sulfatgehalt mehrfach höher lag als bei 250 Milligramm pro Liter (mg/l). Gemessen wurden bis zu 266 mg/l.

Eine Grenzwertüberschreitung war das im vorigen Jahr allerdings nicht. Damals galt die alte Trinkwasserverordnung. Die ließ bei sogenanntem geogen bedingten Sulfat, also solchem, das von Natur aus in den Erdschichten vorkommt, einen Gehalt von 500 mg/l zu. Laut ZBL seien bei einem solchen Wert keine Beeinträchtigungen der Gesundheit bekannt.

Erst seit Dezember 2012 gilt eine neue Trinkwasserverordnung, die nur noch 250 Milligramm Sulfat je Liter Trinkwasser erlaubt. Damit könnte der ZBL gelegentlich Probleme bekommen, weswegen er im März beim Landratsamt die Erlaubnis zur zeitweiligen Überschreitung bis zu einem Wert von 270 mg/l bis Ende 2015 beantragte.

Das sulfatreiche Rohwasser fördert der ZBL ausschließlich in Kitzscher. Dort arbeiten 13 Brunnen in Tiefen zwischen 12 und 25 Metern, ein Brunnen fördert aus 200 Metern Tiefe. Das Rohwasser weist hier nach Angaben des ZBL einen Sulfatgehalt von bis zu 600 mg/l auf, wobei der Spitzenwert nur in Einzelfällen vorkomme. Das Wasser aus Kitzscher wird im Wasserwerk Kesselshain mit dort gefördertem Wasser gemischt. Das ist wesentlich ärmer an Sulfat, so dass das von hier ins Netz gespeiste Trinkwasser "keinen erhöhten Sulfatgehalt mehr aufweist", wie der ZBL auf Anfrage mitteilt. Auszuschließen ist das aber offenbar doch nicht, sonst hätte der Verband die Ausnahmeerlaubnis nicht nötig.

Die Überschreitung des damals noch nicht gültigen Grenzwertes im vorigen Jahr hing laut ZBL mit dem Umbau des Wasserwerkes Borna Altstadt zusammen. Das war von März bis Dezember außer Betrieb. Um den Bedarf zu decken, erhöhte der ZBL die Fördermengen in Kesselshain und in Kitzscher, wodurch auch das stärker sulfatbelastete Wasser vermehrt eingespeist wurde.

Im Zuge des Neubaus der A 72 muss der ZBL einen Tiefbrunnen ersetzen. Der soll in Kesselshain gebohrt werden, ebenso ein zweiter, der als Neubau geplant ist. Beide sollen Trinkwasserleiter nutzen, die keine erhöhten Sulfatwerte aufweisen, kündigt der ZBL an. Danach werde das Mischungsverhältnis mit dem sulfatreicheren Wasser aus Kitzscher weiter optimiert.

Verbraucher müssen wegen eines leicht erhöhten Sulfatgehaltes keine Vorkehrungen oder Vorsichtsmaßnahmen treffen, teilt Annemarie Krieger vom kreislichen Gesundheitsamt mit. Sie müssen nach den Regelungen der Trinkwasserverordnung vom Versorger auch nicht informiert werden. Der ZBL teilt mit, er gebe Bürgern auf Anfrage Auskünfte zur Trinkwasserqualität.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 09.10.2013

Andre Neumann

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