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Super-Kalb aus Groitzsch für 35.000 Euro versteigert

Top-Genetik-Auktion Super-Kalb aus Groitzsch für 35.000 Euro versteigert

Was sich bei der Top-Genetik-Rinderauktion im niedersächsischen Verden abgespielt hat, kann der Geschäftsführer der Agrar GmbH Auligk aus Groitzsch, Bernd Barfuß, noch heute kaum glauben. Kauflustige Bieter hievten ein rotbuntes Kuhkind aus dem Betrieb auf die Spitzenposition des Abends. Der Hammer für Sunbird fiel bei sage und schreibe 35.000 Euro.

Das Kalb Sunbird aus dem Groitzscher Betrieb Agrar GmbH Auligk wird im niedersächsischen Verden für 35.000 Euro versteigert.

Quelle: www.CATTLE.de

Groitzsch/Verden. Was sich bei der Top-Genetik-Rinderauktion im niedersächsischen Verden vor einigen Tagen abgespielt hat, kann der Geschäftsführer der Agrar GmbH Auligk & Co. KG aus Groitzsch, Bernd Barfuß, noch heute kaum glauben. Kauflustige Bieter hievten ein rotbuntes Kuhkind aus dem Betrieb auf die Spitzenposition des Abends. Der Hammer für die kleine Sunbird, gerade einmal drei Monate alt, fiel bei sage und schreibe 35 000 Euro.

Den Mindestpreis hatte Barfuß, und so ist das bei diesen Auktionen üblich, für sich auf 20 000 Euro festgelegt. Gehofft hatte er auf 25 000 Euro. „Denn schon bei der Labor-Analyse war klar, dass wir mit Sunbird etwas ganz Besonderes haben“, sagt er. Ursprünglich sollte eigentlich die Schwester Satao unter den Hammer kommen. Doch der Wert, den Sunbird bei der Genetik-Analyse erzielte, war so überragend, dass Barfuß kurzerhand mit ihr nach Verden fuhr. Der sogenannte „relative Zuchtwert gesamt“ lag bei 160, im Schnitt erreichen Kälber eher um die 100. Zu der hohen Zahl trägt bei dem rotbunten Kälbchen nicht nur die erwartete Milchmenge bei, sondern unter anderem auch das Exterieur und die Vererbung. Und auch der Auktionator Michael Hellwinkel hatte Sunbird als „das Beste vom Besten, ein richtiges Unikat“ angepriesen.

Sunbird erblickte Anfang Dezember das Licht der Welt. Sie ist das Zuchtprodukt eines Embryo-Transfers. Dabei werden mehreren Kuh-Leihmüttern die Embryonen einer wertvollen Mutter und eines wertvollen Vaters eingesetzt. „Normalerweise bekommt eine Kuh vier bis fünf Kälber in ihrem Leben, damit wir aber für die Zucht mehr Nachwuchs bekommen, greifen wir auf dieses Verfahren zurück“, erklärt Barfuß. So könnten von einer wertvollen Zuchtmutter gleichzeitig vier oder fünf Kälber auf die Welt kommen.

Den Mindestpreis, den die Züchter für sich vorab festlegen, erfahren die Bieter im Vorfeld nicht. Von daher fängt die Auktion auch bei gerade einmal 500 Euro an. Mit 500- oder 1000-Euro-Schritten geht der Preis dann hoch. „Erreicht ein Tier nicht den Mindestpreis, den wir haben wollen, nehmen wir es wieder mit zurück“, sagt der Geschäftsführer der Agrar Auligk. Dieses Prozedere sei bei den Bietern bekannt. Dass Sunbird diesen Rekordpreis erzielt hat, begründet Barfuß zum einen mit der rotbunten Farbe, zum anderen damit, dass das Kalb hornlos ist. Das erspare den Züchtern das Enthornen. Entfernt werden sie, um die Verletzungsgefahr im Stall unter den Tieren zu verringern. Mittlerweile werden aber Kühe extra auf das Merkmal hornlos gezüchtet.

Seit fünf Jahren erst nimmt die Agrar GmbH Auligk an der Auktion in Verden teil. Und bietet auch bei Auktionen selbst mit. So ersteigerte Barfuß vor zwei Jahren in Hessen die Mutter von Sunbird und Satao namens Semira für 11 000 Euro. Dass die Nachwuchstiere versteigert und nicht für die eigene Zucht eingesetzt werden, begründet Barfuß mit der derzeitigen desolaten Situation beim Milchpreis. „Wir brauchen das Geld“, macht er deutlich. Wäre der Milchpreis höher und würde sich der Betrieb rechnen, sei ein Verkauf nicht notwendig.

Mit Sunbird ist es dem landwirtschaftlichen Betrieb aus Groitzsch bereits zum zweiten Mal gelungen, ein Kalb für den Höchstpreis zu verkaufen. Vor zwei Jahren erzielte „Joy“ 20 000 Euro. Und auch im kommenden Jahr will der Betrieb wieder nach Verden aufbrechen. Der nächste Embryo-Transfer ist bereits vollzogen.

Von Julia Tonne

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