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Superintendent Weismann lobt Röthas Nein zum Krematorium im Gewerbegebiet

Bestattungen, Friedwald und Friedhöfe Superintendent Weismann lobt Röthas Nein zum Krematorium im Gewerbegebiet

Der Bornaer Superintendent Matthias Weismann hat die Ablehnung eines Krematoriums auf einem Gewerbegebiet in Espenhain durch den Röthaer Stadtrat gelobt. „Davor habe ich höchsten Respekt.“

Urnenbeisetzungen werden immer mehr zum Standard. Hier: Urnen im Krematorium auf dem Hauptfriedhof Gotha.

Quelle: Frank Martin Schutt

Borna/Rötha. Der Bornaer Superintendent Matthias Weismann hat die Ablehnung eines Krematoriums auf einem Gewerbegebiet in Espenhain durch den Röthaer Stadtrat gelobt. „Davor habe ich höchsten Respekt.“ Ein Stadtrat müsse auch klarmachen könne, dass er bestimmte Dinge nicht will. Das Röthaer Kommunalparlament hatte auf seiner letzten Sitzung die Zustimmung zum Bauantrag für das Krematorium im Industrie- und Gewerbegebiet Espenhain verweigert (die LVZ berichtete).

Für Weismann geht es dabei um wichtige ethische Fragen. Es müsse darüber diskutiert werden, „wie wir mit den Menschen umgehen“. Heißt: Geld dürfe nicht allein das entscheidende Kriterium sein. Für den Superintendenten ist der Umgang mit den Themen Tod und Abschied von wesentlicher Bedeutung. Zwar habe sich die Sichtweise der Kirche auf Einäscherungen, also die Verbrennung der Toten und die Aufbewahrung der Asche in einer Urne, über die Jahrzehnte geändert. Immerhin war die Einäscherung im 19. Jahrhundert, als die ersten Krematorien aufkamen, von Seiten der Kirche verboten, während der Geistliche später eine christliche Trauerfeier nach Einäscherungen ablehnen konnte. Längst aber gelten auch Urnenbeisetzungen als würdige Form des Abschieds.

Das sei zwar prinzipiell auch durch die Nutzung einer Anlage, wie sie in Espenhain geplant ist, denkbar. Allerdings sei es ein Unterschied, ob es sich bei einem Krematorium um eine würdige Anlage wie auf dem Leipziger Südfriedhof handelt oder ob sie eher einem „normalen“ Betrieb ähnelt. Weismann fürchtet zudem, dass mit Anlagen wie der geplanten in Espenhain der deutschlandweite Trend zum generellen Verzicht auf eine Trauerfeier verstärkt wird. „In Espenhain wird der ganze Vorgang womöglich ausschließlich auf das Technische reduziert.“ Und der Superintendent weiter: „Es gibt keine Notwendigkeit für eine solche Anlage dort.“

Dabei muss sich die Kirche mit einer Reihe neuer Entwicklungen arrangieren. Etwa dem Friedwald im Planitzwald bei Bennewitz, einer sachsenweit einzigartigen Anlage, in der die Asche der Verstorbenen in einer biologisch abbaubaren Urne an den Wurzeln eines Baumes ruht. In der evangelischen Landeskirche Sachsens gibt es gegen die Anlage durchaus erhebliche Vorbehalte. Christliche Beisetzungen gibt es dort auch, „und es gibt auch keinen Grund, das nicht als ordentliche Beisetzungen zu bezeichnen“, sagt Weismann.

Die sächsische Landeskirche und auch der Kirchenbezirk Leipziger Land sehen sich ohnehin großen Herausforderungen gegenüber, was den Erhalt der zahlreichen Friedhöfe in den größeren Kommunen ebenso wie in den kleinen Dörfern anbelangt. Die Friedhöfe sind in Sachsen in sehr vielen Fällen in kirchlicher Trägerschaft. Weismann: „In jedem Kirchdorf gibt es auch einen Friedhof.“ Orte, die über Jahrzehnte auch der Kommunikation dienten und deren Erhalt immer schwieriger wird. Auch hier geht es um die Frage zum richtigen Umgang mit Tod und Abschied, so wie sie sich auch mit Blick auf die Pläne für ein Krematorium in Espenhain stellt.

Von Nikos Natsidis

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