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Borna Superintendentur Borna hat "Vineta" im Blick
Region Borna Superintendentur Borna hat "Vineta" im Blick
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17:36 23.07.2010
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Borna

Jetzt steht/schwimmt die „Vineta" und auch die Haltung der Kirche hat sich geändert. Die Superintendentur Borna möchte die kirchliche Aufsicht für „Vineta" übernehmen und steht der Erinnerungsstätte für das abgebaggerte Magdeborn mittlerweile positiv gegenüber, wie Superintendent Matthias Weismann erklärte. Der künftige Vineta-Betreiber, die Krystallpalast-Varieté GmbH, denkt an Wasserkino, Firmenevents oder Lesungen in dem schwimmenden Kunstobjekt, das an die abgebaggerte Magdeborner Kirche und stellvertretend an alle abgebaggerten Orte der Bergbauregion erinnern soll. Im Volksverständnis werde die „Vineta" als Kirche wahrgenommen. Ein Grund, warum sich auch im Kirchenbezirk Leipzig-Land Gedanken darüber gemacht wurden, wie sich die Kirche als Institution in die Betreuung der „Vineta" einbringen kann. „Grundsätzlich möchten wir damit auch die positive Haltung der Kirche zu dem Projekt darstellen", erklärt Weismann. Was nicht immer so war. Und auch im Kirchenbezirk Leipzig nach wie vor nicht so ist. Weismann: „Die Bedeutung der auf dem Störmthaler See schwimmenden Kirche als Ort der Erinnerung betrifft vorrangig die geschundene Bergbauregion. Und nach der Umsetzung der Heuersdorfer Emmauskirche und der jüngsten Aktion am Standort der ebenfalls abgerissenen evangelischen Kirche in Deutzen, passt die ,Vineta‘ gut in unseren Anspruch, an verschwundene Kirchen zu erinnern." Weswegen sich Weismann und der Großpösnaer Pfarrer Johannes Langer ihrer Überzeugung widmeten, „die Sache nicht sich selbst überlassen zu wollen. Es soll", sagt der Superintendent weiter, „keine geweihte Kirche sein, aber die Symbolik der Kirche wird sich zwangsläufig ergeben. Und darum haben wir Interesse daran, die Nutzung der ,Vineta‘ in gewisser Hinsicht zu überblicken." Womit der Kirchenbezirk Leipzig-Land sicherstellen will, dass der Charakter des Objektes als kirchennahe Einrichtung gewahrt bleibt. Mit dem Kirchenbezirk Leipzig wurde daher vereinbart, die kirchliche Aufsichtspflicht an den Bezirk Leipzig-Land zu übertragen. Als Betreiber trete die Kirche nicht auf. Und es spreche auch nichts gegen Geburtstags- oder Betriebsfeiern auf der „Vineta". Allerdings sollten „kirchenfeindliche Veranstaltungen unbedingt vermieden werden", so Weismann und eine Anzahl von Veranstaltungen sollte rein kirchlichen Anlässen vorbehalten bleiben. Weismann: „Wir könnten uns vorstellen, dass dort beispielsweise Hochzeitsjubiläen von Paaren stattfinden, die in der Magdeborner Kirche getraut wurden." Mit der Kommune Großpösna, auf deren Gemarkung die „Vineta" schwimmt, hat die Superintendentur Borna eine - noch nicht unterzeichnete - Vereinbarung abgestimmt, die die Beteiligung der Kirche am Kunstprojekt regelt. Noch eine andere Tatsache bringt die Kirche näher an die „Vineta", als es ihr vor sechs, sieben Jahren noch recht war. Der Architekt des Kunstbaus plant, einen geretteten Beichtstuhl aus der abgebaggerten Cröberner Kirche in der schwimmenden Gedenkstätte zu integrieren. Dabei trat die Kirche bereits beratend auf: „Wir wollen natürlich, dass die Funktion des Kirchengestühls in seiner Nutzung nicht verfälscht wird. Ein Beichtstuhl kann kein Altarersatz sein."

Thomas Lieb

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