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Borna Sylvios Thesenanschlag von Borna: Junge aus Etzoldshain will fliegen
Region Borna Sylvios Thesenanschlag von Borna: Junge aus Etzoldshain will fliegen
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17:45 25.07.2017
Sylvio (7) aus Etzoldshain nagelt mit Museumspädagogin Almut Zimmermann seinen größten Wunsch an eine Holztür. „Ich will fliegen“, hat er auf das Blatt Papier geschrieben. Quelle: Jens Paul Taubert
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Borna

Beim Ferienprogrogramm im Museum Borna dreht sich in diesem Sommer alles um Martin Luther. Pädagogin Almut Zimmermann hat anlässlich des Reformationsjubiläums Konzepte entwickelt, die ganz unterschiedliche Aspekte des historischen Ereignisses in den Fokus rücken. Zum Auftakt stand der Thesenanschlag des Reformators im Mittelpunkt. „Ich möchte den Kindern mit dem Projekt die Begeisterung für Luthers Mut vermitteln und so auch ihr eigenes Selbstvertrauen stärken“, erklärt Zimmermann. Dass an der ersten Veranstaltung in dieser Woche nur ein Kind teilgenommen hat, stört Zimmermann nicht: „Manchmal ist es sogar besser, wenn es nur ein oder zwei Kinder sind, besonders wenn sie Probleme haben, sich in großen Gruppen zu öffnen.“ Auch die kommenden Veranstaltungen seien deshalb nicht an eine Teilnehmerzahl gebunden.

Sylvio aus Etzoldshain hat davon profitiert, der in den Ferien seine Ur-Großmutter in Borna besucht. Er hat von Zimmermann die volle Aufmerksamkeit bekommen. Ihre bildhaften Erzählungen haben ihn sichtbar gefesselt. Neben Luthers Wirken Sylvio haben auch die historischen Artefakte im Museum begeistert: „Am besten haben mir die alten Gewehre gefallen. So etwas habe ich vorher noch nicht gesehen“, schwärmt der zurückhaltende Junge im Anschluss an den Rundgang.

Mit dem berühmten Reformator hat der Siebenjährige nun eine Gemeinsamkeit. Wie Luther durfte er seinen größten Wunsch an eine Holztür nageln. „Ich will fliegen“, steht mit Feder und Tinte auf dem gelben Blatt Papier geschrieben .

Für Almut Zimmermann geht es in dieser Woche noch bis Freitag mit dem Reformations-Programm weiter. Am Mittwoch beantwortet sie ab 13 Uhr alle Fragen rund um das Bornaer Lutherdenkmal. Dabei sollen die Kinder unter anderem im szenischen Spiel Verständnis für die Ängste des Reformators sowie ein Bewusstsein für eigene Drucksituationen entwickeln.

Der bekannte Aschermittwochsbrief ist Thema der morgigen Veranstaltung. Zimmermann möchte von den Kindern erfahren, was sie heutzutage in solch einem Brief an die Regierung schreiben würden. Wie an allen Projekttagen sollen die Teilnehmer auch selbst tätig werden. Diesmal kann jeder – fast wie zu Reformationszeiten – mit Feder und Tinte einen eigenen Brief mit Wünschen schreiben und ihn später versiegeln. Zum Abschluss geht es am Freitag auf Spurensuche durch Borna. Was hat Luther in der Stadt hinterlassen? Diese Frage werden die Kinder spielerisch beantworten. Wer die meisten Details gefunden und Rätsel gelöst hat, wird zum Meisterdetektiv gekürt. Die Veranstaltungen beginnen jeweils 13 Uhr im Museum.

Von Anton Zirk

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