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Borna Symbolvolle Wappen: Was führen Sachsens Landkreise im Schilde?
Region Borna Symbolvolle Wappen: Was führen Sachsens Landkreise im Schilde?
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00:00 01.03.2018
Die Wappen der Landkreise Mittelsachsen, Leipzig und Nordsachsen. Quelle: LVZ-Archiv/Heinz/Wikipedia
Leipzig

Die sächsische Gebietsreform vom 1. August 2008 veränderte nicht nur das Bild der politischen Landkarte, mit der Geburtsstunde des neuformierten Groß-Kreises vor zehn Jahren hatten auch die alten Wappen ausgedient. Neue, amtliche Hoheitszeichen für Briefbögen, Dienstsiegel, Flaggen und Urkunden waren nötig.

Neben den zehn Landkreisen gibt es in Sachsen zudem noch drei kreisfreie Städte: Dresden, Leipzig und Chemnitz. Quelle: LVZ/Wikipedia, Montage: Benjamin Winkler

Alles andere als einfach, ein passendes Signet mit Symbolkraft, Wiedererkennungswert und Wir-Gefühl zu schaffen: Ein Erkennungszeichen, repräsentativ, einprägsam, historisch begründet und identitätsstiftend, in dem sich die Vielfalt der Städte und Gemeinden sowie die Traditionen, Stärken und Wahrzeichen des neuen Landkreises wiederfinden.

Irgendwie ist es dann – nach oft mühsamer Suche – doch gelungen. Doch mit welchen Geheimnissen sind eigentlich die schmucken Embleme gewappnet?

Die Wappen der Landkreise rund um Leipzig

Das Wappen des Landkreises Leipzig. Quelle: Wikipedia/Pixabay

Das halbrunde Wappenschild des Landkreises Leipzig ist dreigeteilt, wobei die Motive für die kulturell, touristisch und wirtschaftlich prägenden Regionen stehen. Das Schildhaupt trägt drei blaue Wellenlinien, die das Leipziger Neuseenland und den einzigartigen Wandel im Südraum vom Tagebau- zum Erholungsgebiet versinnbildlichen.

Die Schildhälfte aus Betrachtersicht rechts ist fast gänzlich dem Altwappen des Muldentals entlehnt: Ein silberner Göpel (ähnelt einem umgedrehten Y) zeigt den Zusammenfluss der Freiberger und Zwickauer zur Vereinigten Mulde. Drei goldene Blüten auf grünem Grund spielen auf Wurzen, Grimma und die Kommunen des Umlandes an.

Das Feld daneben zeigt Gold auf blau in stilisierter Form die Silhouette der romanischen Burganlage Gnandstein, ein historisches Aushängeschild im Kohrener Land.

Das Wappen des Landkreises Nordsachsen. Quelle: Wikipedia/Pixabay

Das Wappenschild des Landkreises Nordsachsen ist halbrund und schlicht gestaltet. Mittig platziert vor goldenem Hintergrund, ist eine häufig gewählte Figur der sächsischen Heraldik zu sehen: das Wappentier der Markgrafschaft Meißen. Ein brüllend-aufgerichteter, schwarzer Löwe mit roter Zunge repräsentiert eines der Herrscher-Symbole der Wettiner-Dynastie.

Zum Stammwappen der Sachsen-Fürsten zählten ursprünglich auch die Landsberger Pfähle, die hier als blauen Wellenbalken dargestellt sind. In abgewandelter Form waren sie ebenso Teil der früheren Kreiswappen von Delitzsch und Torgau-Oschatz. Symbolhaft stehen sie für die beiden die Region prägenden Flüsse Elbe und Mulde, der Raum dazwischen für die Dübener Heide.

Das Wappen des Landkreises Mittelsachsen. Quelle: Wikipedia/Pixabay

Mittelsachsens Wappenschild ist halbrund und viergeteilt. Es zeigt im oberen Feld eine beliebte Tier-Figur sächsischer Heraldik auf goldenem Grund: den stolzen, schwarzen Löwen der Mark Meißen, einer Mittelalter-Grafschaft, mit der die drei Vorgängerkreise historisch verwurzelt sind. Daneben Gold auf schwarz: Schlägel und Eisen, die traditionellen Werkzeuge des Bergmanns, die auf den Altkreis Freiberg und die Montanregion Erzgebirge verweisen.

Aus Sicht des Betrachters rechts darunter: Drei schwarze Wecken (Rauten) vor goldener Kulisse – die sind dem Leisniger Stadtwappen (stellvertretend für den Altkreis Döbeln) entnommen. Die drei blauen Wellen (stehen für die Flüsse Zwickauer Mulde, Chemnitz und Zschopau) vor goldenem Hintergrund entstammen dem früheren Kreiswappen von Mittweida.

Die Wappen der Landkreise im übrigen Sachsen

Die Wappen der sieben übrigen Landkreise in Sachsen. Obere Reihe (von links): Bautzen, Erzgebirgskreis, Görlitz, Meißen. Untere Reihe (von links): Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, Vogtlandkreis, Zwickau. Quelle: Wikipedia/Pixabay

Das Hoheitszeichen des Landkreises Bautzen entstammt dem Wappen der oberlausitzischen Stadt Bautzen. Es illustriert in der unteren Hälfte ein dreigezinntes goldenes Schutzwehr (dieses soll die abstrakt gezeichnete Bautzener Stadtmauer darstellen) und darüber den blauen Himmel.

Das Wappen des Erzgebirgskreises beinhaltet einen grünen Bogen (Anspielung auf die Gebirgslandschaft und -wälder) in Verbindung mit den prägenden Bergbau-Symbolen (silberner Schlägel und Eisen). Der liegende Löwe im Wappenhaupt deutet auf die Markgrafschaft Meißen hin, die im Kurfürstentum Sachsen aufging.

Das symbolträchtige Wappen des Landkreises Görlitz zeigt ein in blau und rot geteiltes Wappenschild über einer Oberlausitzer Zinnenmauer mit sorbischem Lindenblatt. Aus Betrachtersicht links ist ein Niederschlesischer Adler zu sehen, im Nachbarfeld ein gekrönter böhmischer Löwe, da das Gebiet einst unter dem Einfluss Böhmens stand.

Zwar minimalistisch gestaltet, dennoch passt das Wappen des Landkreises Meißen – des Kernlandes des historischen Sachsens – ins Bild. Das Emblem trägt einen rot umrahmten, schwarzen Markmeißnischen Löwen auf goldenem Grund. Eine Reminiszenz an das Herrschaftssymbol der Wettiner.

Das dreigeteilte Wappen des Kreises Sächsische Schweiz-Osterzgebirge besticht mit eingebogener Silberspitze. Grün verweist auf die Waldvielfalt, in Kombination mit weiß auf Sachsens Landesfarben. Das Wellenband betont den Flussreichtum (unter anderem Weißeritz und Elbe), Schlägel und Eisen symbolisieren Industrie und Bergbau. Der Löwe steht für die historische Verbundenheit zur Mark Meißen.

Der Vogtlandkreis und sein senkrecht geteiltes Wappen zeigen einen bayerischen oder Pfälzer Löwen, als Sinnbild der Vögte von Weida, die den Landstrich im Mittelalter regierten. Der schwarze Reichsadler verweist auf die historischen Reichsterritorien – das Eger- und Regnitzland – , die einst zum Vogtland gehörten.

Der Landkreis Zwickau schmückt sich mit einem zweigespalteten Wappen, das an alte Herrschaftsgebiete erinnert. Den blauen Teil ziert ein in Gold und Silber geteilter Löwe, Wappen-Symbol des historischen Pleißenlandes. Die Schildhälfte mit den roten und silbernen Streifen wurde dem Stammwappen der Grafen von Schönburg entnommen.

Heraldiker Jörg Mantzsch aus Magdeburg hält das von ihm kreierte Wappen des Landkreises Görlitz in den Hände Quelle: privat

Mehr zum Thema: Interview – Welche Bedeutung haben Wappen?

Der renommierte Kommunal-Heraldiker Jörg Mantzsch aus Magdeburg hat für Städte, Gemeinden und Landkreise über 600 Wappen samt Siegel und Flaggen entworfen oder modifiziert. Mehr zu seiner Arbeit erfahren Sie hier im Interview.

Von Benjamin Winkler

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