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Borna THW Borna wechselt Reifen – ohne Fahrzeug und Räder zu berühren
Region Borna THW Borna wechselt Reifen – ohne Fahrzeug und Räder zu berühren
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00:21 12.10.2017
Nichts berühren – außer mit Werkzeugen. Das war die Herausforderung beim besonderen Reifenwechsel in Borna. Quelle: Julia Tonne
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Borna

Ein Reifenwechsel innerhalb von 90 Minuten stellt für die Mitglieder des Technischen Hilfswerks (THW) Borna unter normalen Umständen kein wirkliches Problem dar. Doch Zugführer Marco Leipert hatte den Technikern am Sonnabend einige Schikanen aufgebürdet. Das Fahrzeug, die Räder und Radmuttern durften keinesfalls berührt werden – weder mit Händen (auch nicht, wenn die in Handschuhen steckten), noch mit den Jacken oder dem Helm samt Visier. Das „Kniffelspiel“ diente am Wochenende dazu, die Teamarbeit und die damit verbundene Kommunikation zu verbessern.

„Die Aufgabe besteht darin, die linken mit den rechten Reifen zu tauschen. Das Fahrzeug und dessen Bestandteile dürfen aber lediglich mit Werkzeugen berührt werden“, erklärte Leipert vorab, der gemeinsam mit Dirk Raubold die Schiedsrichterfunktion übernahm und auf Einhaltung der Zeit und der Spielregeln achtete. Zwei Gruppen aus je vier „Tüftlern“ unter Leitung von Robby Kügler und Norman Fischer-Reizenstein machten sich ans Werk, nutzen durften sie sämtliche Gegenstände, die auf den THW-Einsatzfahrzeugen zu finden waren. Allerdings waren schon nach zehn Minuten zwei Kameraden raus, sie waren mit ihren Jacken mit dem Auto in Kontakt gekommen. Die verbliebenen sechs waren mehr als findig. Eine Pfeile diente als Kofferraumöffner, um an den Radmutternschlüssel heranzukommen, mit Hebekissen wurde das Auto dann gleichmäßig angehoben. „Die dienen eigentlich dazu, schwere Gegenstände zu heben, wenn zum Beispiel jemand eingeklemmt ist“, erklärte Raubold am Rande.

Nichts berühren – außer mit Werkzeugen. Das war die Herausforderung beim besonderen Reifenwechsel in Borna. Quelle: Julia Tonne

Ganz so einfach gestaltete sich die Aktion mit den Kissen allerdings nicht, immerhin mussten sie vorne und hinten gleichmäßig aufgepumpt werden. Denn Leipert und Raubold hatten sich noch eine zusätzliche Herausforderung einfallen lassen: ein mit Wasser gefüllter Becher auf dem Autodach durfte nicht ins Wackeln geraten. Zudem mussten sich die Bastler selbst schützen und platzierten Holzscheite unter dem Wagen, um ihn zu stabilisieren. Dass ein Wagenheber nicht zum Einsatz kam, war dem schlechten Zustand der Schweller geschuldet, sie hätten das Gewicht des Autos nicht gehalten.

Ein Problem stellten die Radmuttern dar, die sich nur so schwer und mit viel Kraft lösen ließen, dass die beiden Schiedsrichter den Ehrenamtlichen ein paar Minuten mehr bewilligten – und auch über einige Wassertropfen auf dem Dach hinwegsahen. „Damit war nun nicht zu rechnen, da sind wir kulant“, sagte Leipert. Da die Reifen nach dem Abmontieren weder den Boden berühren noch angefasst werden durften, behalfen sich die Tüftler mit Decken. Anschließend wurden die Reifen auf der jeweils anderen Seite wieder angebaut. Zu dem Zeitpunkt waren bereits die nächsten zwei Kameraden rausgeflogen. Einer hatte die Radmutter mit der Hand in den Radmutterschlüssel gesteckt, statt sie mit der Zange anzufassen, der nächste war am Außenspiegel hängengeblieben. „Aber so sind die Regeln, eine zweite Chance gibt es nicht“, so Raubold.

Nichts berühren – außer mit Werkzeugen. Das war die Herausforderung beim besonderen Reifenwechsel in Borna. Quelle: Julia Tonne

Die Bilanz nach der Übung fiel zumeist positiv aus. Die anderthalb Stunden wurden eingehalten, die Werkzeuge effektiv eingesetzt. Eines wurde aber auch deutlich, wie Raubold betonte: „Es lief flüssiger, als die Hälfte der Kameraden raus war, da wurde weniger durcheinander geredet.“ Doch Sinn und Zweck des Spiels sei ja gewesen, die Kommunikation und das Hand-in-Hand-Arbeiten zu verbessern.

Von Julia Tonne

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