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Tafel erinnert an Friedliche Revolution

Tafel erinnert an Friedliche Revolution

Vor dem Pfarrhaus in Mölbis wurde vorgestern eine Erinnerungstafel an die Friedliche Revolution 1989/1990 aufgestellt. Diese enthüllte der Projektinitiator Michael Wildt und der ehemalige Pfarrer von Mölbis Karl-Heinz Dallmann.

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Eine Tafel zur friedlichen Revolution wurde in Mölbis eingeweiht.

Quelle: Jakob Richter

Mölbis. Die Tafel gehört zu dem Projekt „20 Jahre - 20 Tafeln". Das Projekt ist eine Initiative des Netzwerkes für Demokratische Kultur Wurzen und der Sächsischen Staatskanzlei.  „Da wir wissen, dass auch in vielen kleinen Städten und Dörfern unserer Region ebenso wichtige Ereignisse stattfanden wie in Leipzig oder Berlin, wollen wir diese hervorheben und an sie erinnern", sagte Projektinitiator Michael Wildt. Er stellte heraus, wie wichtig es sei, dass die Tafeln so gestaltet werden, dass sich Jugendliche von ihnen angesprochen fühlen. „Die Tafeln enthalten einen Barcode, über welchen internetfähige Mobiltelefone an Ort und Stelle auf die Homepage www.2020-sachsen.de weitergeleitet werden", beschreibt Wildt. Dort gibt es neben Informationen die Möglichkeit, sich am Projekt selbst zu beteiligen. Kinder und Jugendliche könnten Fotos, Zeitdokumente von Verwandten ins Internet stellen. Damit wäre es möglich, bisher unbekannte historische Zeugnisse der Öffentlichkeit zugänglich machen. Gegenwärtig würden allerdings über die Ereignisse von Mölbis nur zwei Fotos auf dem Portal stehen. Dazu gehört die Open-Air-Podiumsdiskussion des Christlichen Umweltseminars Rötha am 16. Juni 1984 in Mölbis. Weitere Dokumente würden jedoch in den nächsten Wochen noch eingepflegt. „Ich habe vom damaligen Pfarrer Karl-Heinz Dallmann einen großen Schuhkarton von Dokumenten erhalten", sagte Wildt. „Als das Netzwerk an uns die Idee herantrug, war uns sofort klar, dass die geplante Tafel nur am Pfarrhaus stehen kann", sagte der Espenhainer Bürgermeister Jürgen Frisch. „Vom Pfarrhaus sind zahlreiche Aktivitäten ausgegangen und zum anderen wurde gegenüber diesem eine Hoffnungslinde gepflanzt", erinnerte Frisch. Ehemalige Mitglieder des Christlichen Umweltseminars Rötha, darunter Walter Christian Steinbach, Präsident der Landesdirektion Leipzig a. D., weilten diesem Akt bei. Steinbach erinnerte an den Mölbiser Umweltgottesdienst 1987, der zu einer Wallfahrt auf die Halde Trages wurde. Dabei wurde die sofortige Rekonstruktion des BV Espenhain gefordert. Die Wallfahrt auf die Halde bereitete auch Pfarrer Karl-Heinz Dallmann mit vor, der damals erst fünf Wochen im Pfarramt Mölbis tätig war. „Im Rückblick erscheint manches wie ein Katz-und-Maus-Spiel, doch es war nicht ungefährlich", erklärte Steinbach. „Im Herbst 1989 hätte die Situation jederzeit kippen können", so der ehemalige Pfarrer. Das Röthaer Seminar beteiligte sich an Friedensgebeten in der Leipziger Nikolaikirche. Gefährlich sei die Zusammenarbeit mit Westmedien gewesen. „Am 5. Oktober 1989 filmte ein ZDF-Team auf der Halde Trages", erinnerte sich Steinbach. Da er daraufhin per Buschfunk von einer ihm drohenden Verhaftung erfuhr, stoppte Steinbach mit einem verschlüsselten Telegramm die Ausstrahlung des Beitrags. Gleich nach dem friedlichen Verlauf der Demonstration am 9. Oktober signalisierte er jedoch dem Sender Entwarnung, und der Beitrag wurde ausgestrahlt. Steinbach machte aber auch deutlich, dass es nicht darum geht, an der Vergangenheit zu hängen, sondern die Zukunft zu gestalten. An diesen gedanklichen Faden knüpfte der jetzige Mölbiser Pfarrer Stephan Vorwergk an, der sich dafür einsetzen will, dass der geschichtsträchtige Ort, das Pfarramt, erhalten bleibt. „Es sei wichtig, über die Wurzeln aber auch die Zukunft nachzudenken", meinte er.

Cornelia Braun

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