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Borna Tagebausanierer sichert Hochkippe
Region Borna Tagebausanierer sichert Hochkippe
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18:01 18.05.2018
Die bewaldete Hochkippe in Borna West (Mitte) wird mit Hilfe der Rüttelstopfverdichtung abgesichert, oben das Speicherbecken Borna. Quelle: LMBV/Peter Radke
Borna

Die Böschung an der Hochkippe Borna West ist nicht nur steil, sondern auch noch abbruchgefährdet. Um eben einen solchen Abbruch zu verhindern und auszuschließen, dass ein Teil der Böschung ins Rutschen kommt, tritt nun die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) auf den Plan. Im Auftrag des Sächsischen Oberbergamtes sichert der Tagebausanierer ab August die Kippe. Am Donnerstagabend stellten die Planer im Goldenen Stern den etwa 20 Besuchern sowohl das zum Einsatz kommende Verfahren als auch den Zeitplan vor.

Ziel der Sicherungsmaßnahmen sei es, die Gefahr des Rutschens oder eines Abbruchs zu verhindern sowie das Gelände zukünftig wieder für Spaziergänger und Radfahrer freizugeben. „In zwei Etappen wird das Projekt in Angriff genommen“, erläuterte LMBV-Planer Jörg Schöne.

Ab August würden zunächst eine Baustraße und ein Probefeld in der Größenordnung von etwa 3000 Quadratmetern im mittleren Böschungsbereich geschaffen, auf dem das Verfahren der Rüttelstopfverdichtung zum Einsatz kommen solle. Im August 2019 dann würden die Arbeiten auf der gesamten Böschung beginnen und bis zum ersten Quartal 2020 andauern.

Rüttelstopfverdichtung ist geplant

Die Rüttelstopfverdichtung, die auch in Böhlen zur Verbesserung der künftigen A 72-Trasse Anwendung findet, ist laut Projektmanager Diemo Trepte die bevorzugte Variante, um die Kippe nachhaltig zu sichern. Dabei wird ein Rüttelgerät mehrere Meter tief in die Erde gebracht, um das Erdreich seitlich zu verdrängen und den so entstandenen Hohlraum mit grobkörnigen Materialien aufzufüllen.

Auf dem Probefeld arbeite zunächst ein Gerät und bringe rund 500 Säulen in den Boden. Begleitet werden die Maßnahmen von umfangreichen Messungen. „Wir testen und messen sehr genau, wie es sich mit Lärm verhält, mit entstehenden Schwingungen, Setzungen und Verformungen“, erklärte Trepte. Denn erst die Ergebnisse vom Probefeld erlaubten anschließend Rückschlüsse auf mögliche Beeinträchtigungen der Bewohner in Borna West.

Beweissicherung an Gebäuden

Sowohl im Vorfeld als auch während der Arbeiten sollen zudem Beweissicherungen an Gebäuden erfolgen. Die Frage nach möglichen Schäden in Form von Rissen an den Wohnhäusern der Umgebung war am Donnerstag daher die wichtigste der Zuhörer. „Um Schäden bei Ihnen zuhause auszuschließen, testen wir auf dem Probefeld erst einmal, was tatsächlich von den Arbeiten zu spüren und zu hören ist“, sagte Schöne.

Tag der offenen Tür geplant

Notwendig wird ab August nicht nur die Erweiterung des bereits existierenden Sperrbereichs rund um die Kippe, sondern auch der Bau einer Zufahrtsstraße und eines Montageplatzes. „Das Rüttelgerät kommt in mehreren Einzelteilen und muss zunächst zusammengebaut werden“, erklärte Schöne. Um den Anwohnern und anderen Interessierten Einblicke in die Maßnahme zu gewähren, solle es in eben diesem Bereich in absehbarer Zeit einen Tag der offenen Tür geben.

Über die Höhe der Kosten wahrte die LMBV am Donnerstag Stillschweigen. Nur so viel ließ sie verlauten: Über die Paragraf-3-Maßnahme würden sowohl Gelder vom Bund als auch vom Land kommen.

Von Julia Tonne

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