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Talsperrenmeisterei lässt 2000 Kubikmeter Schlamm aus dem Röthaer Stausee holen

Talsperrenverwaltung Talsperrenmeisterei lässt 2000 Kubikmeter Schlamm aus dem Röthaer Stausee holen

Der rund 75 Jahre alte Röthaer Stausee ist noch nie entschlammt worden, teilweise steht nur noch ein Meter Wasser über dem Bodensatz. Die Talsperrenmeisterei lässt diesen jetzt aus einem kleinen Teil des Sees entfernen. 2000 Kubikmeter Schlamm holt eine Firma aus dem Stausee.

Unterhalb der Obstweinschänke bereiten die Mitarbeiter der Firma Kurtjens den Schlamm aus dem Röthaer Stausee für den Abtransport vor.

Quelle: André Neumann

Rötha. Pechschwarz und übelriechend ist die Masse, die Gerhard Kuiper mit seinem Bagger aus einem Container auf den Laster schaufelt. Damit der klebrige dicke Brei später wieder aus dem Kipper rutscht, werden zuvor ein paar Schaufeln Ziegelbruch auf dessen Boden verteilt.

Was der Bauleiter hier unmittelbar unterhalb der Ruine der Obstweinschänke verlädt, haben seine Leute von der holländischen Firma Kurtjens zuvor aus dem Röthaer Stausee geholt. Den, beziehungsweise einen Teil davon lässt die Landestalsperrenverwaltung gerade entschlammen.

Dazu fährt ein Schwimmbagger über den See. Der löst mit einem Schneidkopf, auch Kötter genannt, den Schlamm auf dem Grund des Gewässers, saugt ihn an und pumpt ihn über eine bis zu 400 Meter lange bewegliche Rohrleitung, die im Wasser liegt, ans Ufer. Hier wird der Schlamm in zwei Stufen bearbeitet. Im so genannten Schlammcontainer werden grobe Bestandteile wie Steine und Stöcke herausgetrennt und der enthaltene Sand aus dem Schlamm gelöst. Danach wird die Masse in einer Zentrifuge entwässert. Das Wasser fließt zurück in den See.

Gegenüber herkömmlichen Methoden, sagt Kuiper, bei der Bagger durch einen trocken gelegten See fahren, sei diese hier viel schonender. Drei Wochen werde sein Team hier noch zu tun haben, um im Bereich des Abflusses der 65 bis 95 Zentimeter dicken Schlammschicht beizukommen, über der derzeit teilweise nur noch rund ein Meter Wasser steht.

Behandelt wird nur ein Teil des rund 70 Hektar großen Stausees. Christian Sixtus von der Talsperrenmeisterei in Rötha spricht von einer punktuellen Beseitigung des Schlammes „in den nordöstlichen Bereichen des Stausees, an Stellen, wo massive Schlammablagerungen festgestellt wurden und im Bereich des Grundablasses“, womit das Auslaufbauwerk zur kleinen Pleiße gemeint ist. Den Schlamm im gesamten See zu beräumen, sei unwirtschaftlich, sagt Sixtus.

Nach dessen Kenntnis wurde aus dem zwischen 1938 und 1942 angelegten See noch nie in großem Stil Bodenbesatz entfernt. Lediglich im Zulaufgraben und im Einlaufbereich des Stausees sei das in den vergangenen Jahren erfolgt. Insgesamt werden jetzt rund 2000 Kubikmeter Schlamm aus dem See geholt, wird die Schicht auf dem Grund um bis zu einen halben Meter abgetragen.

Die große Menge ist einer der Gründe, warum sich die Talsperrenmeisterei für die Technologie des holländischen Unternehmens mit der mobilen Aufbereitungsanlage entschieden hat. Am Ufer hätte es nämlich keine genügend große Fläche gegeben, auf der der Schlamm zum Trocknen sechs bis zwölf Monate hätte gelagert werden können.

So aber könne der maschinell entwässerte Schlamm gleich abtransportiert werden. Laut Sixtus werde er in eine Bodensanierungsanlage gebracht, „dort behandelt und anschließend im Rahmen von Deponiesanierungsmaßnahmen eingesetzt“.

Die dunkle Färbung des Schlammes habe nach Ansicht von Christian Sixtus vor allem mit den früher in unmittelbarer Nähe betriebenen Braunkohlekraftwerken zu tun. Der von denen ausgestoßene Staub sei über die Luft in den See eingedrungen und führe jetzt zu einem hohen Anteil organischer Stoffe im Schlamm. Darüber hinaus weise der die „regional typischen Schwermetallbelastungen“.

Kuiper und seine Leute werden voraussichtlich noch zwei bis drei Wochen mit dem Schlamm in Rötha zu tun haben. Bis dahin laufen der Bagger und die Maschinen an Arbeitstagen von morgens bis abends ununterbrochen durch, sagt er.

Von André Neumann

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