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Technik für Digitalfunk hält Einzug

Technik für Digitalfunk hält Einzug

Eine unendliche Geschichte nimmt jetzt konkrete Formen an: Anfang Juli wurde damit begonnen, im Landkreis Leipzig die Fahrzeuge der Katastrophenschutzeinheiten mit Digitalfunk zu versehen.

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Ein Digitalfunk-Handgerät: Im Landkreis wird die Technik jetzt angeschafft.

Quelle: Christian Nitsche

Borna. Das teilte auf LVZ-Anfrage Landratsamt-Sprecherin Brigitte Laux mit. Der BOS-Digitalfunk* sollte in Sachsen eigentlich längst eingeführt sein, es kam aber immer wieder zu Verzögerungen (die LVZ berichtete).

"Bis Ende des Jahres sollen alle 43 Einsatzfahrzeuge des Katastrophenschutzes mit digitalen Fahrzeug- und Handsprechfunkgeräten ausgerüstet sein", informiert Laux. Der Analogfunk bleibe zunächst parallel erhalten und werde dann mit Inbetriebnahme der Integrierten Regionalleitstelle Leipzig außer Betrieb genommen, voraussichtlich im Frühjahr 2016. Mit der Umrüstung auf Digitalfunk werde die Sprachqualität verbessert und störender Umgebungslärm unterdrückt, erklärt Laux. Vor allem aber gilt er durch die verschlüsselte Sprach- und Datenübertragungen als abhörsicher.

Zwischen Hohburger Bergen und Kohrener Land sind 400 Feuerwehr- und 40 Rettungsdienstfahrzeuge auf Digitalfunk umzustellen. Laut Laux erfolgt das nach einem festen Fahrplan. Von Februar bis Mai sind im Feuerwehrtechnischen Zentrum zunächst die technischen Aufmaße aller Fahrzeuge abgenommen worden. Im Ergebnis sind 1600 Fahrzeug- und Handsprechfunkgeräte vonnöten. Die Umrüstung soll im kommenden Jahr erfolgen, "so dass mit Inbetriebnahme der Integrierten Regionalleitstelle Leipzig im Jahr 2016 der Funkbetrieb auf neuer Basis gewährleistet ist", sagt Behördensprecherin Laux.

Ihren Worten zufolge werden die Geräte nun auch nicht so teuer wie anfänglich befürchtet. Entgegen erster Kostenplanungen verringere sich der Preis für ein Funkgerät im Fahrzeug von 2500 auf 2000 Euro. Ein Handsprechfunkgerät koste 600 Euro, ursprünglich standen 1500 Euro im Raum. Der Freistaat zahlt 75 Prozent der "den Städten und Gemeinden für die standardisierte Grundausstattung entstehenden Kosten". Den Eigenanteil der Kommunen von 25 Prozent übernimmt der Landkreis. Das Geld hatte er im Zuge der Kreisfusion zur Einführung des Digitalfunks bekommen und Jahr für Jahr zurückgestellt.

Laux: "Im Landratsamt koordiniert eine Projektgruppe unter Leitung von Steffen Brauer aus dem Amt für Brandschutz, Katastrophenschutz und Rettungsdienst die Einführung des Digitalfunks im Landkreis." Deren Hauptaufgabe sei es, einen sogenannten Gesamtmigrationskatalog für den Landkreis mit Funktaktikkonzept und der Erfassung des Ausbildungsbedarfs zu erarbeiten. Das werde Zug um Zug abgearbeitet und solle mit Inbetriebnahme der Leitstelle in Leipzig abgeschlossen sein.

David Zühlke, Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes und Chef der Elstertrebnitzer Wehr, ist zwar froh, dass es mit dem Digitalfunk nun endlich losgeht. "Es wird eine Verbesserung." Er befürchtet aber Anlaufschwierigkeiten und hat auch Versäumnisse ausgemacht. Etwa bei der Ausbildung an der neuen Funktechnik. Seit 2006 sei klar, dass der Digitalfunk kommt, jetzt nun müssten die Kameraden in einer Hauruckaktion geschult werden, beklagt er. Zühlke macht auch auf ein anderes Problem aufmerksam. Die Geräte würden zwar jetzt angeschafft, könnten aber erst mit Inbetriebnahme der neuen Rettungsleitstelle genutzt werden. "Das ist nicht ideal", sagt Zühlke auch mit Blick auf die Garantiezeit für die teuere Technik. Die Feuerwehren könnten bis dahin höchstens "untereinander üben". Ein paralleles Hantieren mit analogem und digitalem Funk ist in seinen Augen nicht zu händeln. Zühlke verweist auch darauf, dass es bei der Polizei nach wie vor Kinderkrankheiten bei der Technik gebe.

Die Kommunen könnten jetzt die Fördermittel beantragen, müssten das Geld für den Kauf der Geräte aber zunächst vorschießen, erklärt der Feuerwehrchef weiter.

* BOS steht für Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben. Sie werden in Deutschland mit Digitalfunk ausgestattet.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 08.08.2014
Prenzel, Frank

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