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Teich soll Treffpunkt für Braußwig und Dittmannsdorf werden

Kitzscher Teich soll Treffpunkt für Braußwig und Dittmannsdorf werden

Ein Dorfteich muss nicht nur der Fischzucht dienen, ein Dorfteich soll das sein, was der Name sagt. Ein Teich fürs Dorf, ein Platz zum Ausspannen und ein Treffpunkt für die Bewohner. In Braußwig und Dittmannsdorf soll das jetzt genau so wieder werden.

Über den Dorfteich öffnet sich ein idyllischer Blick nach Dittmannsdorf.

Quelle: André Neumann

Kitzscher/Dittmannsdorf/Braußwig. Ein Dorfteich muss nicht nur der Fischzucht dienen, ein Dorfteich soll das sein, was der Name sagt. Ein Teich fürs Dorf, ein Platz zum Ausspannen und ein Treffpunkt für die Bewohner. Am Dorfteich der beiden Kitzscheraner Ortsteile Braußwig und Dittmannsdorf soll das jetzt genau so wieder werden. Dafür wollen sieben Männer der beiden Orte sorgen, die sich den Namen Pächtergemeinschaft Braußwiger und Dittmannsdorfer Einwohner gegeben und seit diesem Jahr den Dorfteich in ihrer Obhut haben. Sie sind die neuen Pächter, seit die Stadt Kitzscher den Teich nach Ablauf des bisherigen Pachtvertrages neu vergeben hat. Die Dorfgemeinschaft setzte sich mit ihrem Konzept gegen mehrere Mitbewerber durch.

Weil in Deutschland auch bei einem Dorfteich auf Vorschriften geachtet werden muss, stehen im Pachtvertrag mit der Stadt nur zwei Namen: Uwe Gruner und Torsten Uhlig. Die beiden haben einen Fischereischein. Der muss sein, auch wenn es nicht um Fischzucht geht.

Beim Dittmansdorfer Dorfteich geht es um Gemeinschaftsgefühl und um den Spaß am gemeinsamen Schaffen. „Das ist doch viel besser“, sagt Uhlig, „wenn sieben, acht oder neun Leute Spaß an der Sache haben und die Arbeit auf mehreren Schultern verteilt ist.“

Und Arbeit gibt es genug. Immerhin war der Teich, durch den das Bächlein Fipper von Thierbach kommend zur Eula fließt, über die Jahre ziemlich zugewachsen. Nach einem halben Dutzend Arbeitseinsätzen ist das Ufer wieder rings um den Teich auf einem Pfad begehbar, den Einwohner gern nutzen. Unterwegs stehen vier rustikale Bänke. Seit am Jahresanfang die alten Kastanien, Eichen und Weiden am Ufer verschnitten und alte Schnittholzhaufen geschreddert wurden, öffnet sich wieder ein idyllischer Blick über den Teich in Richtung der Dittmannsdorfer Kirche.

Auf dem Wasser fühlen sich die Enten wohl und bei Sonne zeigten sich im Sommer sogar einige Teichrosen, die die neuen Pächter ins Wasser gesetzt haben. Vorsichtshalber in versenkten Maurerbottichen, damit die Pflanzen nicht über den ganzen See wuchern. Beim Mähen und Einsammeln von Ästen und Zweigen halfen Kinder und Enkel, alle paar Wochen wird rundherum gemäht und für die schwereren Arbeiten steuerte Reculta-Geschäftsführer Ralf Thomä, der zur Pächtergemeinschaft gehört, seine Technik bei.

Fische sind auch ein paar eingesetzt worden. 70 Karpfen, 30 Schleien, ein paar Zander und Plötzen, zählen die Männer auf. Angeln ist verboten. Nur die Pächter selbst dürften das. Doch die wollen lieber im Herbst abfischen und dazu die Einwohner einladen. „Ideen gibt es viele“, sagt Uwe Prochaska, spricht von Schauangeln oder einem Angeln für Kinder im Rahmen des Dorffestes.

Und natürlich, sagt Uhlig, gehöre es zur Philosophie der neuen Pächter, dass im Winter wieder das Eislaufen auf dem Teich möglich ist. Der letzte Pächter wollte das aus Rücksicht auf die Fische nicht. Künftig könnte sogar wieder ein Eisfest gefeiert werden, wie es viele Bewohner noch von früher kennen, mit Grill, Glühwein und Schlittschuhlauf. „Es soll wieder ein wirklicher Dorfteich sein“, spricht Torsten Uhlig aus, was die Pächtergemeinschaft erreichen will.

Was aber immer auch Arbeit bedeutet. Irgendwann steht eine große Herausforderung für die Teichherren bevor: eine Entschlämmung. Denn während das Wasser am Auslauf noch rund 1,20 Meter tief ist, sind es am anderen Ende, wo der Teich ziemlich zugewachsen ist, teils gerade noch 20 Zentimeter. Es gibt also, da sind sich die Männer einig, noch jede Menge zu tun.

Von André Neumann

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