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Test bei Böhlen: Bauuntergrund der künftigen A72 sackt mehrere Zentimeter ab

Bodenverdichtung Test bei Böhlen: Bauuntergrund der künftigen A72 sackt mehrere Zentimeter ab

Seit Monaten drückt das Gewicht der vier riesigen Türme an der B 95 in Böhlen auf den Untergrund der zukünftigen Autobahntrasse. Dieser ist mittlerweile stellenweise bis zu 30 Zentimeter abgesackt. Bis Ende Oktober stehen die Türme noch, bis Ende des Jahres sollen die endgültigen Ergebnisse vorliegen.

Bis Ende Oktober stehen die Türme an der B 95 noch, dann sollen die Setzungen des Bodens beendet sein.

Quelle: Andreas Döring

Böhlen. Die vier Türme aus Betonquadraten an der B 95 zwischen Rötha und Böhlen sind weithin sichtbar. Mit ihnen testet das Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) derzeit mehrere Methoden zur Bodenverdichtung. Denn über das Areal soll zukünftig die Autobahn A 72 führen. Doch weil die spätere Trasse auf dem ehemaligen Gelände des Tagebaus Espenhain entsteht und es dort nach der Verschüttung in den 60er- und 70er-Jahren keinerlei Verdichtung gab, müssen zunächst verschiedene Varianten der Bodenverbesserung ausprobiert werden.

Seit einigen Wochen nun ruhen die jeweils 1300 Tonnen schweren Türme auf dem Untergrund. Und eben dieser ist unter dem Gewicht bereits stellenweise um bis zu 30 Zentimeter abgesackt. „Die Setzungen sind auch immer noch nicht abgeschlossen“, sagt Isabel Siebert, Sprecherin des Lasuv. Bis Ende Oktober, so rechnet sie, sei der Prozess jedoch beendet. Danach erfolge die genaue Auswertung, welche Bodenverdichtung für den Autobahnbau in Frage komme. Zwei Methoden werden mit Hilfe der Lego-artigen Türme geprüft. Eine Technologie seien laut Siebert die Rüttelstopfsäulen. Bei diesem Verfahren wurde in einem Abstand von etwa 1,50 bis 2,50 Metern ein Rüttelgerät bis zu 15 Metern tief in die Erde gebracht, um das Erdreich seitlich zu verdrängen und den so entstandenen Hohlraum beim Herausziehen mit Sand und Kies aufzufüllen. Eine zweite Variante waren Vertikaldrainagen. Das heißt, dass der Baugrund lediglich entwässert wird, um eine Verdichtung zu erreichen.

Ein halbes Jahr bleibt das Gewicht auf den Probefeldern, um verlässliche Messwerte zu erhalten. Auf deren Grundlage wird schließlich entschieden, welches Verfahren für den Bau des 7,2 Kilometer langen Abschnitts angewendet wird.

Mittlerweile sind auch weitere Probefelder an der Gösellache entstanden. Hier türmten sich entlang der B 95 etliche der Betonquader, die wie riesige Legosteine anmuten. Hintergrund dafür: Der letzte Abschnitt der Autobahn wird zu großen Teilen auf der jetzigen Trasse der Bundesstraße 95 verlaufen, allerdings werden Umleitungen über die umliegenden Ortschaften laut Lasuv ausgeschlossen. Heißt: die A72 werde in dem Bereich halbseitig gebaut, eine zwischen den Richtungsfahrbahnen im Boden verankerte Spundwand müsse das seitliche Abrutschen des Baukörpers verhindern.

Eben das muss vorab getestet werden. „Hier gucken wir genau, wie tief die Spundwand eingebracht werden muss und welche Verankerungen notwendig sind, damit die Fahrbahn die spätere Verkehrslast trägt“, erklärt Siebert das Verfahren. Wie lange die Probe-Spundwand steht, ist bislang noch unklar. Siebert rechnet aber damit, dass auch hierfür erste Ergebnisse Ende des Jahres vorliegen.

Von Julia Tonne

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