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Borna Teure neue Straße – ohne Hinweis auf den Bockwitzer See
Region Borna Teure neue Straße – ohne Hinweis auf den Bockwitzer See
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11:25 04.04.2016
Die Bushaltestelle am Bockwitzer See wird vorläufig noch nicht von Bussen angefahren werden. Quelle: André Neumann
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Borna

Der Bockwitzer See ist seit Fertigstellung der Straße über den Lerchenberg in Richtung Kitzscher von Borna sehr komfortabel erreichbar, mit dem Auto und mit dem Fahrrad. 2,4 Millionen Euro hat die Straße gekostet, einschließlich Zuwegung zum Bockwitzer See, Parkplatz, Bushaltestelle und Buswendeschleife. Bis sie auch von Kitzscher aus zu befahren sein wird, muss erst noch für gut 900 000 Euro ein Kreisverkehr gebaut werden, bis dahin wird noch mehr als ein Jahr ins Land gehen.

Bei so viel Geld für die Erschließung des Sees fragt sich mancher Bornaer, warum der noch immer ein Schattendasein führt. Dieter Herrschelmann beispielsweise ist aufgefallen, dass noch kein einziges Schild auf den See hinweist. Tatsächlich steht am Ende der Geschwister-Scholl-Straße nur eine Säule mit Hinweisschildern auf eine Sackgasse sowie einen einseitigen kombinierten Rad- und Gehweg und darauf, dass hier kein Winterdienst geleistet wird. Nichts weist auf den stattlichen Parkplatz für Seebesucher hin, nichts auf den Seerundweg, auf die Radfahr- und Wandermöglichkeiten rund um das Gewässer.

Stadtsprecher Hans-Robert Scheibe kündigt auf LVZ-Anfrage an: „Die aktuelle Situation, dass der Parkplatz nicht ausgeschildert ist, wird sich ändern.“ Die Beschilderung als Sackgasse werde allerdings bis zur Fertigstellung des Kreisverkehrs am anderen Ende der Straße stehen bleiben.

Die Ausschilderung der Rad- und Wanderwege liege stattdessen noch nicht in der Zuständigkeit der Stadt, wie Scheibe sagt. Vielmehr sei eine komplette Ausschilderung im Zusammenarbeit mit den Eigentümern angedacht. „In dem Zusammenhang soll auch eine Informationstafel am Parkplatz entstehen“, so Scheibe weiter.

Obwohl im See nach wie vor nicht gebadet werden darf (woran sich bis zum bevorstehenden Sommer nichts ändern dürfte) gebe es Bestrebungen, „den See als naturnahes Erholungsgebiet für Einheimische wie auch für ortsfremde Tagesausflügler den Gegebenheiten entsprechend zu entwickeln.“ Eine Beschilderung: „Baden auf eigene Gefahr“ sei jedoch nicht vorgesehen, weil es nicht gestattet ist.

Wegen der Eigentumsverhältnisse am See und weil der noch unter Bergrecht steht, sei es, sagt Scheibe, noch nicht möglich, eine touristische Infrastruktur wie etwa Imbissangebot, Kiosk oder Pachttoiletten auszuschreiben. Allerdings würden Überlegungen dazu derzeit im städtischen Ausschuss Bockwitzer See erörtert.

Angesichts dieser Situation sieht das Landratsamt, welches für den öffentlichen Personennahverkehr zuständig ist, auch noch keinen Anlass, in der bevorstehenden Saison einen Bus zum See fahren zu lassen. „die Bushaltestelle“, sagt Landratsamtssprecherin Brigitte Laux, sei perspektivisch gebaut worden. „Es ist sinnvoll, bei einem Bauvorhaben gleich weiterzudenken“, sagt sie auf Anfrage. So könne man den Bockwitzer See dann in den Stadtverkehr einbinden, wenn es den Bedarf gibt.

Von André Neumann

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