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Theater sensibilisiert Elstertrebnitzer Schüler für das Thema sexuelle Gewalt

Projekt Theater sensibilisiert Elstertrebnitzer Schüler für das Thema sexuelle Gewalt

„Mein Körper gehört mir“ – unter diesem Titel haben die zwei Theaterpädagogen Katrin Büchner und Markus Marx in der Lernförderschule Elstertrebnitz den Kindern die Grenzen aufgezeigt, die niemand überschreiten darf. Das Präventionsstück richtet sich an Dritt- und Viertklässler, die dadurch lernen sollen, sich gegen sexuelle Gewalt zu wehren.

„Mein Körper gehört mir“ – das lernen die Kinder der Elstertrebnitzer Schule von Katrin Büchner (rechts) und ihrem Schauspielkollegen Markus Marx.

Quelle: Julia Tonne

Elstertrebnitz. „Mein Körper gehört mir“ – unter diesem Titel haben die zwei Theaterpädagogen Katrin Büchner und Markus Marx in der Lernförderschule Elstertrebnitz den Kindern die Grenzen aufgezeigt, die niemand überschreiten darf. Das Präventionsstück richtet sich an Dritt- und Viertklässler, die dadurch lernen sollen, sich gegen sexuelle Gewalt zu wehren.

Dafür schlüpfen die zwei Schauspieler selbst in die Rollen von Kindern und Tätern, die Szenen sind denen aus dem Alltag nachempfunden. Da geht es zum Beispiel um die Umarmung eines Mädchens durch einen Jugendlichen im Bus, um einen Jungen, der lange vergeblich Hilfe sucht, und um das Treffen eines Mädchens mit einem Chatpartner, das in einem sexuellen Übergriff endet. Auch das Auftauchen eines Exhibitionisten spielt in den Theaterszenen eine Rolle. „Wir wollen damit den Kindern verdeutlichen, wo Gefahren lauern, von wem diese ausgehen können und wie sie sich letztlich wehren“, sagt Marx. In den Fokus rücke aber auch die Frage, wer die Schuld trage. „Es ist unglaublich wichtig, den Kindern klar zu machen, dass sie keinerlei Schuld haben, wenn jemand die Grenzen überschreitet.“

Die verschiedenen Teile des Theaterstücks befassen sich nicht nur mit Tätern, die den Kindern fremd sind, sondern auch mit Tätern, die aus dem Umfeld des Kindes kommen. Vor allem aber geht es darum, die Grundschüler mit sogenannten „Ja- und Nein-Gefühlen“ vertraut zu machen. „Mit ersteren verbinden Kinder etwas, das ihnen gefällt, worauf sie positiv reagieren. Die Zweiten tauchen auf, wenn ihnen etwas missfällt“, erklärt Büchner. Mit Hilfe des Theaters soll es gelingen, Kinder zu ermutigen, eben diesen „Nein-Gefühlen“ uneingeschränkt zu vertrauen, anderen von ihnen zu erzählen und sich auch Hilfe zu holen.

Zum zweiten Mal waren Marx und Büchner, die beide zur deutschlandweit agierenden theaterpädagogischen Werkstatt gehören, schon in Elstertrebnitz. Unterstützt werden die Auftritte vom Verein „Menschen gegen sexuellen Missbrauch“. „Das Theater und die Szenen bieten sich gut an, um die Schüler für das Thema zu sensibilisieren“, sagt die Schulsozialarbeiterin Anja Hauschild. Auch die Lehrer würden von dem Projekt profitieren und Hilfen an die Hand bekommen, wie sie richtig reagieren, wenn ihnen ein Kind von „schlechten Geheimnissen“ erzählt. „Denn wir kennen auch hier die Themen Gewalt und sexuelle Gewalt“, macht Hauschild deutlich.

Drei Fragen geben Büchner und Marx den Kindern schließlich mit auf den Weg in den Alltag. „Ist es ein Ja- oder Nein-Gefühl, wenn jemand etwas von mir will?“, „Weiß jemand, wo ich bin?“ und „Bekomme ich Hilfe, wenn ich sie brauche?“. Werde auch nur eine Frage mit Nein beantwortet, solle das Kind nicht nur aufpassen, sondern die Gefahrenzone schnell verlassen.

Seit 2010 ist das Duo in Schulen in ganz Sachsen unterwegs. Die beiden Schauspieler haben mittlerweile einen Blick dafür, welches Kind unter den Zuschauern tatsächlich betroffen sein könnte. Und sie geben auch den Lehrern einen Hinweis, wenn ein Schüler nicht genau sagen kann, zu welchen Personen es Vertrauen hat. „Denn gerade das Vertrauen in wenigstens einen Menschen ist das wichtigste, um einem Kind helfen zu können, wenn es Opfer sexueller Gewalt geworden ist“, betont Büchner. Regelmäßig werden die Inhalte des Stücks von Kriminologen und Pädagogen überarbeitet, so finden nun auch Frauen als Täter Eingang in die Szenen und das Internet.

Informationen für Kinder und Schulen zu dem Thema und zu dem Projekt gibt es auf den Internetseiten www.tpw-osnabrueck.de und www.meinkoerpergehoertmir.de.

Von Julia Tonne

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