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Borna Thomas Claus und seine Feuertaufe in Borna – am Mittwoch wird er 70
Region Borna Thomas Claus und seine Feuertaufe in Borna – am Mittwoch wird er 70
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05:02 01.05.2018
Thomas Claus in seiner Rolle als Michael von der Straßen mit einem Faksimile von Luthers Aschermittwochsbrief. Quelle: Jens Paul Taubert
Borna

Es ist der 29. Oktober 1989. In weniger als zwei Wochen wird die Mauer fallen. In der DDR brennt es. Auch in Borna, wo es erstmals ein sogenanntes Rathausgespräch im Stadtkulturhaus gibt, bei dem die Bürger ihre drängenden Fragen loswerden können. Kurz vor Beginn der für sozialistische Verhältnisse neuartigen Veranstaltung knistert es. Der amtierende SED-Bürgermeister Rudolf Urban weiß, dass vorn jemand sitzen muss, der die Versammlung ruhig und souverän leitet. Er kommt auf Thomas Claus zu. „Du bist der Einzige, der das kann.“ Es ist eine ganz besondere Feuertaufe für den Mann, der sich Jahrzehnte später in Borna einen Namen als Darsteller in den Lutherstücken macht. Am Mittwoch feiert er seinen 70. Geburtstag.

Dabei hatte die politische Laufbahn des gelernten Offset-Druckers lange vor der Wende begonnen. Der gebürtiger Leipziger, der 1972 der Liebe wegen nach Borna kam und Lehrer an der Hilfsschule Borna sowie an der Berufshilfsschule Eula war, saß seit 1974 für die Liberaldemokratische Partei Deutschlands (LDPD) in der Bornaer Stadtverordnetenversammlung.

Und ihm widerfuhr, was nicht vielen gelang, die schon vor dem Herbst 1989 in politischer Verantwortung waren: Thomas Claus wurde wiedergewählt – im Mai 1990 bei den ersten freien Kommunalwahlen in der DDR. Er erhielt das zweitbeste Ergebnis und wurde in der neuen Stadtverordnetenversammlung Vorsteher. Eine Art Stadtpräsident, wie ihn die sächsische Kommunalerfassung seither nicht mehr vorsieht. Ein Posten, auf dem er seine Fähigkeiten zum Ausgleich erneut nutzen konnte.

Beruflich veränderte sich der Vater eine Tochter ebenfalls. Er eröffnete im Einheitsjahr 1990 mit seiner Frau Bärbel zunächst einen Quelle-Shop und später ein Kinderbekleidungsgeschäft, das erst vor einiger Zeit aus Altersgründen seien Pforten schloss.

Und Thomas Claus frönte seiner alten Leidenschaft, so wie er das bereits als junger Mann in Leipzig gemacht hatte, wo er im Kinderchor der Oper sang und später als Statist auf der Bühne stand. Er sang in der Bornaer Kantorei mit und wurde als Michael von der Straßen zu einem der Hauptdarsteller der zahlreiche Lutherstücke aus der Feder von Michael Potkownik, mit erkennbarem schauspielerischen Talent. In der Rolle des Luther-Freundes war er auch als Gästeführer für Borna-Besucher in der Stadt unterwegs.

Seine politische Karriere hatte er bereits 1994 beendet. Es war das Jahr, in dem Borna den Kreissitz verlor. Und Claus’ Partei, die FDP, hatte den Kreissitz-Verlust seinerzeit mit befördert. Er zog die Konsequenz, trat aus der FDP aus und der CDU bei. Und er nahm und nimmt weiter Anteil am Geschehen in seiner Stadt, in der er seit nunmehr 45 Jahren zu Hause ist – auch als regelmäßiger Besucher der Stadtratssitzungen im Goldenen Stern.

Von Nikos Natsidis

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