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Thüsac fährt in die Verlustzone

Thüsac fährt in die Verlustzone

Die thüringisch-sächsische Personennahverkehrsgesellschaft Thüsac sieht düsteren Zeiten entgegen. Das legt zumindest der Geschäftsbericht des letzten Jahres nahe.

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Fahrgäste steigen in einen Thüsac-Bus in Borna.

Quelle: Jakob Richter

Altenburg/Borna. Dort weist das in Altenburg ansässige Unternehmen wegen gestiegener Kosten und weniger Fahrgästen erstmals seit Jahren einen Verlust von 68 000 Euro aus. Hätte der Landkreis Leipzig der Thüsac keinen Ausgleich gezahlt, wäre der Verlust gar mehr als zehnmal so hoch ausgefallen. Vor diesem Hintergrund schätzt die Geschäftsführung ein, „dass auf der jetzigen Basis die auskömmliche Finanzierung eines attraktiven ÖPNV für die Zukunft extrem gefährdet ist".

Die deutlichen Worte verwundern wenig, werden die nackten Zahlen betrachtet: So nutzten im vergangenen Jahr 154 000 Fahrgäste weniger die 100 eigenen und 30 gemieteten Busse der Thüsac als 2010. Zugleich stiegen die Kosten für Kraftstoff und Personal um 178 000 beziehungsweise 172 000 Euro deutlich. Und auch die Abschreibungen schlugen mit 147 000 Euro mehr zu Buche.

All diese Faktoren ließen die Thüsac in die Verlustzone fahren. So wurde aus dem positiven Geschäftsergebnis von 146 000 Euro 2010 im letzten Jahr ein Minus von 709 000 Euro vor Steuern. Dass das nicht so stehen blieb, verhinderte einzig eine Ausgleichszahlung des Landkreises Leipzig an die Thüsac. „Die haben wir gefordert, sie resultierte aus der veränderten Berechnung für den Schüler- und Azubi-Verkehr in Sachsen", erklärt Thüsac-Geschäftsführer Stephan Bog. „In unserer Kalkulation sind wir da von deutlich mehr Erträgen ausgegangen."

Bis auf „geringfügige Anpassungen" im Netz der 51 von der Thüsac bedienten Linien begründet Bog die sinkenden Fahrgast-Zahlen vor allem mit der demografischen Entwicklung: „Das liegt am Bevölkerungsrückgang, denn dort, wo weniger Leute wohnen, fahren zwangsläufig auch weniger mit dem Bus." Allerdings zeigt sich der Geschäftsführer auch selbstkritisch. „Wenn ich aber die vielen PKW auf den Straßen sehe, in denen nur eine Person sitzt, muss ich sagen, dass wir offenbar nicht attraktiv genug sind", so Bog weiter. „Wenn wir mehr Geld bekommen würden, könnten wir unsere Leistungen günstiger oder für denselben Preis mehr anbieten." Da sei die Politik gefordert.

Während die Gelder für den Nahverkehr Bog zufolge in Thüringen stabil fließen, sieht das in Sachsen anders aus. Deshalb schätzen die Wirtschaftsprüfer ein: „Eine Reduzierung der Finanzhilfen im Freistaat Sachsen kann in künftigen Geschäftsjahren zu einer Entwicklungsbeeinträchtigung für die Gesellschaft führen."

In der Konsequenz werden die Risiken des steigenden Dieselpreises und der sich reduzierenden öffentlichen Zahlungen bei der Thüsac realistisch eingeschätzt: „Die Leistungserbringung auf dem jetzigen Niveau als auch die Investition in Fahrzeuge ist daher kaum noch möglich. Damit wird es perspektivisch zu einer Ausdünnung des ÖPNV im ländlichen Raum kommen müssen." Das heißt: Die Fahrzeugflotte wird immer älter und damit störungsanfälliger, und es werden auf lange Sicht unrentable Linien gestrichen.

Konkrete Pläne dafür gebe es allerdings noch nicht, sagt Bog. „Wir sparen, wo es geht, und betreiben Prozessoptimierung. Das heißt, wir gucken, ob unsere Arbeit nicht besser und effizienter zu machen ist." Ansonsten müsse jedes Jahr gesehen werden, wie der Wirtschaftsplan rund zu bekommen sei. Angesichts dessen will der Geschäftsführer auch keine Prognose für dieses Jahr abgeben. „Da bin ich vorsichtig, aber wir sind immer bestrebt, das Ergebnis dahin zu führen, wo es hingehört, zu einer schwarzen Null." Im Geschäftsbericht geht die Thüsac für 2012 und 2013 jedoch von „einem höheren Jahresfehlbetrag als 2011" aus.

Auf die Frage, ob die ins Spiel gebrachte Übernahme von Leobus-Linien im Landkreis Leipzig ab 2014 dazu dient, den Verlust auszugleichen, weicht Bog aus: „Unser Hauptaugenmerk liegt darauf, die jetzige Leistung wiederzuerlangen. Alles andere ist Sache des Aufgabenträgers. Das entscheiden die Kreisräte."

Thomas Haegeler

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