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Tierheim Oelzschau hilft misshandeltem "Spike"

Tierheim Oelzschau hilft misshandeltem "Spike"

Tierschützer sind sensible Menschen, die ein dickes Fell brauchen. Das, was die Mitarbeiter des Tierheims Oelzschau jetzt zu Gesicht bekamen, überforderte allerdings deren Gemüter.

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Der etwa zehn Monate alte Mischlings-Welpe "Spike" irrte zehn Tage mit gebrochenem Hinterbein und ohne Versorgung durch die Gegend.

Quelle: Privat

Oelzschau. „Wir haben schon viel gesehen. Was mit ‚Spike‘ passiert ist, übertrifft alle bisher dagewesenen Grenzen", sagt Holger Henkel vom Tierheim. Der etwa zehnmonatige Pinscher-Mix-Welpe wurde misshandelt. Schwer verletzt und fast verhungert nahmen ihn die Oelzschauer auf. Jetzt wird nach Hilfe für „Spike" gesucht. Die Vorsitzende des Tierschutzvereins Leipziger Land, Elvira Henkel, wird die Szenen so schnell nicht vergessen. „Am vergangenen Donnerstag wurden wir nach Bad Lausick gerufen. Ein Hund sei dort gefunden worden, hieß es am Telefon. Eigentlich ein ganz alltäglicher Vorgang... In diesem Falle war unser Entsetzen größer als sonst", erinnert sich die Chefin des Betreibervereins vom Tierheim Oelzschau. Abgesehen davon, dass „Spike" stark hinkte, war er nur noch ein wandelndes Skelett. „Der Zustand des Hundes war einfach entsetzlich. Er wurde sofort zu unserer Tierärztin gebracht, die ihn untersuchte und dabei einen komplizierten Beinbruch feststellte. Sofort wurde der Hund in die Tierklinik gebracht, auch dort war man entsetzt." Die Vereinschefin bekommt heute noch Gänsehaut, wenn sie an den vergangenen Donnerstag denkt.In der Tierklinik stellte sich heraus, dass der komplizierte Hinterbeinbruch bereits 7 bis 10 Tage alt war. Der Schmerz muss unvorstellbar gewesen sein und dass „Spike" noch am Leben ist, kommt einem kleinen Wunder gleich. Kleiner Trost im großen Unglück: Die starke Abmagerung und Dehydrierung des Tieres ist nicht auf organische Fehlfunktionen zurückzuführen - die Blutwerte den Umständen entsprechend normal. „Deswegen gehen die Ärzte davon aus, dass das Tier regelrecht aushungerte", so Henkel. Die Tierärzte setzten dem Hund eine Platte im rechten Hinterbein ein. Sechs Schrauben stabilisieren seinen Gang. „Unglaublich, das entzieht sich alles komplett unserer Vorstellungskraft. Wer bringt so etwas fertig?", fragt sich Elvira Henkel.Dank der Leipziger Ärzte und den Oelzschauer Tierschützern ist „Spike" über den Berg. Laut des behandelnden Arztes hat der Pinscher alles gut überstanden und es geht ihm besser, als erwartet. Die komplette Genesung wird allerdings noch Wochen in Anspruch nehmen. Glücklicherweise hat sich mittlerweile unkomplizierte Hilfe gefunden, die dem Welpen zumindest das Osterfest angenehmer macht. „Eine Studentin aus Leipzig, die in der Tierklinik Physiotherapien an Tieren anwendet, hat sich bereit erklärt, ‚Spike‘ über die Feiertage zu sich zu nehmen", freut sich Holger Henkel. Zum einen, weil das Tier Therapien benötigt. Zum anderen, weil die täglichen Fahrten zur Klinik, wo „Spike" momentan noch stationiert ist, zusätzlichen Stress für ihn - und vor allem auch Kosten für das Tierheim - bedeuten würden.Allein die Operation und der Aufenthalt in der Tierklinik kostet den Verein bislang 1000 Euro, so die Henkels. Hinzu kommen weitere Tierarztkosten. Die Vereinschefin: „Das ist ein schwerer Schlag für unser Tierheim und wir möchten deshalb tierliebe Menschen um Hilfe und Unterstützung bei der Finanzierung bitten." Und eins wollen die Tierschützer bei aller Fürsorge für „Spike" auch nicht aus den Augen verlieren: Da ganz offensichtlich von Tierquälerei auszugehen ist, „möchten wir den ehemaligen Besitzer gern zur Rechenschaft ziehen und Anzeige wegen Tierquälerei erstatten. Dazu benötigen wir Informationen aus der Bevölkerung. Wir behandeln die Hinweise auf Wunsch vertraulich", bittet Elvira Henkel um Mithilfe.Informationen zu Möglichkeiten einer Spende oder Hinweise zur Herkunft von „Spike" unter Telefon 0177/5543512 oder per e-Mail an THOelzschau@aol.com

Thomas Lieb

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