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Tierschutz-Organisation Peta zeigt 300 Colditzer Jäger an

Tierschutz Tierschutz-Organisation Peta zeigt 300 Colditzer Jäger an

Auf die Medienberichte zur Drückjagd im Colditzer Forst am Wochenende reagierte die Tierrechtsorganisation Peta mit Anzeigen „gegen alle beteiligten Jäger“ bei der Staatsanwaltschaft Leipzig. Forstdirektor Andreas Padberg reagierte gelassen.

300 Tiere – hauptsächlich Wildschweine und Rehe – sind bei der Jagd zur Strecke gebracht worden.

Quelle: Andreas Döring

Landkreis Leipzig. Die Tierrechtsorganisation PETA hat Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft gegen über 300 Teilnehmer der Treib- und Drückjagd im Colditzer Forst am vergangenen Wochenende erstattet. Dort wurden an zwei Tagen etwa 300 Tiere getötet, darunter überwiegend Wildschweine und Rehe. „Drückjagden sind besonders erbarmungslose Jagdpraktiken, die mit enormem Leid für die Wildtiere verbunden sind“, argumentiert die Organisation in einer Mitteilung, die die Anzeigen mit dem Verdacht auf Verstoß gegen das Tierschutzgesetz begründet. In Colditz wurden am Wochenende vor allem Schwarzkittel, aber auch Rehe und Damwild zur Strecke gebracht. Bei Wildschweinen würden bei derartigen Jagden üblicherweise 80 Prozent der Jahresstrecke geschossen. Ein Thema, das für die Landwirtschaft hinsichtlich der Eindämmung von Wildschäden erhebliche Bedeutung habe.

Forstdirektor Andreas Padberg, der den Forstbezirk Leipzig leitet und die Gesellschaftsjagden des Staatsbetriebes Sachsenforst in Colditz koordiniert, wusste von den Anzeigen nichts. Reagierte darauf allerdings gelassen. „Dass eine Organisation, die grundsätzlich gegen das Töten von Tieren ist, so reagiert, ist an sich nichts außergewöhnliches. Dennoch ist das Vorgehen vollkommen substanzlos“, so Padberg. Der Forstbezirk kommuniziere sehr offen über die Jagden und stelle auch deren Nutzen dar. Padberg: „Dazu gehört, dass wir die öffentlich-rechtliche Ordnung nicht nur einhalten, sondern mit vielen Partnern über das normale Maß absichern. Mitarbeiter des Veterinäramtes sind bei der Jagd mit vor Ort, ebenso die Polizei für die Sicherheit des Straßenverkehrs. Das alles läuft aus meiner Sicht sehr vorbildlich ab.“

Das Engagement der Jäger hat aber noch nicht überall zu einer nachhaltigen Reduzierung des Schwarzwildbestandes geführt. Der Sachsenforst orientiere sich bei den Jagden streng an der Freiberger Erklärung – eine Richtlinie, die eine geordnete Reduzierung von überhöhten Schwarzwildbeständen zum Ziel hat und klare Regeln für Jagden beinhaltet. Dabei sollen neben der hohen Wildschadensgefahr auch die Gefahr von Wildseuchen verbunden mit großen wirtschaftlichen Schäden für alle Beteiligten weiter verringert werden. Padberg: „Wir organisieren größer angelegte, revierübergreifende Jagden gerade deshalb, um das Wild nicht den weitaus größeren Belastungen auszusetzen, wenn das ganze Jahr über gejagt werden darf.“

Die nächste große Jagd folgt an diesem Wochenende im Thümmlitzwald, eine Woche später im Wermsdorfer Wald. Danach schließen sich kleinere Veranstaltungen unter anderem im Oberholz, im Naunhofer Forst und im Planitzwald an.

Von Thomas Lieb

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