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Toleranz im Landkreis Leipzig: Für viele Gäste ist Fotografieren im Freibad normal

Handyverbot Toleranz im Landkreis Leipzig: Für viele Gäste ist Fotografieren im Freibad normal

Wegen der Verbreitung von Fotos in sozialen Netzwerken hat die Deutsche Gesellschaft für das Badewesen auf die Persönlichkeitsrechte hingewiesen. Badbetreiber sollen vor Ort über ein Handyverbot am Beckenrand entscheiden. Im Landkreis Leipzig stört sich kaum jemand an klickenden Handys.

Schnell mal ein Foto vom planschenden Nachwuchs gemacht – viele Gäste im Freibad tolerieren das.

Quelle: dpa-Zentralbild

Landkreis Leipzig. Ferienstart und sommerliche Temperaturen – die Freibäder sind darauf eingestellt. Doch bei vielen Gästen wird das Badevergnügen getrübt, wenn danach unerwünschte Fotos in sozialen Netzwerken wie Facebook auftauchen. Während Handyverbote andernorts für Diskussionsstoff sorgen, herrscht im Landkreis Leipzig noch Gelassenheit. So sehen die Bademeister im Freibad Großbothen kein Handlungsbedarf. „Wir hatten bisher keine Probleme, dass Gäste heimlich Bilder von fremden Kindern ins Internet gestellt haben“, sagt die Sprecherin des Oewa-Betreibers Tina Stroisch. Für Schwimmmeister Mirko Bruschke im Freibad Neukieritzsch kommt ein Handyverbot ohnehin nicht in Frage. „Hier sind viele Kinder allein da, die haben ihr Handy mit, damit die Eltern Kontakt halten können“, erklärt er.

Auch in vielen anderen Einrichtungen herrscht Nachsicht. „Ein Handyverbot bei uns wäre Blödsinn“, sagt der Böhlener Freibadbetreiber Dirk Wagner. Denn die Einhaltung müsse strikt kontrolliert werden – in Zeiten mangelnden Personals sei das nicht machbar. Wagner fehlt ohnehin schon Fachpersonal, „es finden sich schlicht keine geeigneten Kräfte“. Wenn er und seine Mitarbeiter aber mitbekommen würden, dass jemand im Bad fotografiere, werde der Gast darauf aufmerksam gemacht, dass nur eigene Familienmitglieder aufs Bild dürfen.

Ohne nähere Begründung verweist auch die Stadtverwaltung Wurzen darauf, dass es weder für das Freibad Dreibrücken noch für das Freibad Burkartshain ein Handyverbot gibt. Im Naunhofer Waldbad sind derartige Vorsichtsmaßnahmen auch nicht geplant. Es seien bisher keine Vorfälle bekannt, die ein solches Vorgehen rechtfertigen würden, so die Sprecherin der Kommune. Davon abgesehen wäre es in der natürlich bewachsenen Anlage sehr schwierig, ein Fotografier-Verbot zu kontrollieren. Fühlen sich Badegäste gestört, schreiten die Mitarbeiter des Waldbades ein, die ohnehin stets über alles einen wachsamen Blick haben.

Aufgrund von Einzelfällen in anderen Landkreisen ist dennoch Aufmerksamkeit im Freibad angesagt. So versuchten in Leisnig (Kreis Mittelsachsen) Jugendliche per Handystick den Innenraum einer Umkleidebox zu fotografieren. Auch das Döbelner Stadtbad beschäftigte sich jetzt mit dem Thema, nachdem der Bäderverband eine Rundmail dazu versendet hat. „Jedes Bad soll demnach auf Schildern in vier Sprachen darauf hinweisen, dass das Fotografieren und Filmen von Personen ohne deren Einwilligung verboten ist“, sagt Simone Jentzsch, verantwortliche Mitarbeiterin beim Badbetreiber Stadtwerke.

In Nordsachen gilt wie im Landkreis Leipzig Augenmaß. In der Haus- und Badordnung des Erlebnisbades Platsch in Oschatz (Kreis Nordsachsen) steht kein solches Verbot. Uta Moritz, Geschäftsführerin des Badbetreibers: „Unser Personal hat ein Auge darauf, dass es nicht überhandnimmt.“ Auch an der Kiesgrube Eilenburg (Kreis Nordsachsen) gibt es bislang kein generelles Verbot. Dies zu kontrollieren, sei auf dem weitläufigen Gelände auch sehr schwierig, begründet Verwalterin Beate Millemann. Dagegen wurden im Altenburger Südbad (Kreis Altenburger Land) schon gelegentlich Beschwerden über unerwünschte Fotos vorgebracht, sagt Schwimmmeisterin Heide Korinth. „Aber das sind eher die Ausnahmen.“

Den juristischen Hintergrund dafür liefern Persönlichkeits- und Kunsturhebergesetz. Verboten ist danach zwar nicht das Fotografieren im öffentlichen Raum, jedoch die Verbreitung oder Veröffentlichung ohne Zustimmung der abgebildeten Personen. Auch das Strafgesetzbuch kann greifen, wenn der höchstpersönliche Lebensbereich durch Bildaufnahmen verletzt wird. Die Deutsche Gesellschaft für das Badewesen stellt Badbetreibern ein Muster für eine Haus- und Badeordnung zur Verfügung, nach der das Fotografieren und Filmen fremder Personen und Gruppen ohne deren Einwilligung nicht gestattet ist. Die Badbetreiber sollten entscheiden, was das Richtige ist, sagt Sprecher Joachim Heuser.

Von LVZ

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