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Touristiker werben für gemeinsame Vermarktung des Leipziger Neuseenlands

Tourismus Touristiker werben für gemeinsame Vermarktung des Leipziger Neuseenlands

Ein Klein-Klein dürfe es bei der Vermarktung der Region nicht geben. Das bekräftigt die Spitze des Tourismusvereins Leipziger Neuseenland. Heftig umworben wird zum Beispiel Delitzsch als größte Stadt der Nordregion. Die Gemeinde Machern wankte zuletzt ebenfalls und diskutierte über einen Austritt aus dem Tourismusverein.

Flyer der Leipzig Region werben für die einzigartige Mischung aus Großstadt, Seen und sächsischer Kulturlandschaft.

Quelle: Simone Prenzel

Landkreis Leipzig. Haben Kommunen – auf sich allein gestellt – überhaupt noch die Chance, nationale oder gar internationale Touristen zu locken? Eine Frage, die im Leipziger Neuseenland derzeit unterschiedlich beantwortet wird. Insgesamt 18 Kommunen haben sich im gleichnamigen Tourismusverein zusammengeschlossen. Dieser reicht von Rackwitz im Norden bis Geithain im Süden. Dem Bündnis gehören 13 Kommunen aus dem Landkreis Leipzig, fünf weitere aus dem Landkreis Nordsachsen an. Weitere Vereine sind mit dem Sächsischen Burgenland sowie dem Sächsischen Heideland aktiv. Als Partner des Trios fungiert die Leipzig Tourismus und Marketing GmbH (LTM) als professioneller Vermarkter.

Bestrebungen, den Mitgliedsbeitrag einzusparen, gab es zuletzt unter anderem in Machern. Die Kommune gehört seit 2013 dem Tourismusverein Leipziger Neuseenland an. Der Beitrag bemisst sich nach der Einwohnerzahl. Derzeit werden jährlich rund 6700 Euro fällig. Doch die örtlichen Gemeinderäte beschlichen Zweifel, dass die Vorzüge des durch Schloss und Park bekannten Ausflugsziels ausreichend publik werden. „Mich ärgert, dass auch das Schloss Püchau in keinem Prospekt des Vereins auftaucht“, kritisierte jetzt die M

Schloss Püchau

Schloss Püchau: Machern würde sich eine bessere Vermarktung des herrschaftlichen Anwesens wünschen.

Quelle: Andreas Röse

acherner Bürgermeisterin Doreen Lieder (parteilos). Sandra Brandt, Geschäftsführerin des Vereins, hielt entgegen, dass man touristische Dienstleister gleich behandeln müsse. Da das Schloss in privater Hand sei und die Eigentümer nicht Mitglied im Verein, wäre es anderen zahlenden Akteuren schwer zu vermitteln, wenn man für Püchau die Werbetrommel rühren würde. „Das leuchtet mir bis zu einem gewissen Grad ein“, meint die Macherner Ortschefin. Aber das Potenzial der wunderschönen Ortschaft in der Muldenaue leide darunter. „Püchau ist dadurch ein weißer Fleck auf den Ausflugskarten des Tourismusvereins. Dabei hätte es der Ort wirklich verdient, mehr Beachtung zu finden. Immerhin kann Püchau mit dem Pfund wuchern, der älteste urkundlich erwähnte Ort Sachsens zu sein“, unterstreicht Lieder das nicht unerhebliche Alleinstellungsmerkmal.

Mitgliedschaft auch für Förderung wichtig

Neben der nationalen und internationalen Vermarktung hat die Mitgliedschaft in den regionalen Tourismusvereinen aber auch Einfluss auf Förderszenarien. „Nur als Mitgliedskommune hat man Anspruch auf bestimmte Zuschüsse“, argumentiert auch Gabriela Lantzsch, Vorsitzende im Leipziger Neuseenland. So sei ein um zehn Prozent höherer Fördersatz für touristisch relevante Vorhaben im Programm „Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ und ein um weitere fünf Prozent höherer Fördersatz möglich, wenn das Projekt in die touristische Entwicklungsstrategie der Region passt.

Auch der Brandiser Bürgermeister Arno Jesse, neuer Vereinsvize im Neuseenland, plädiert für gemeinsames Handeln: „Keine Landkreis-Kommune ist in der Lage, alleine für sich ein vernünftiges Tourismusmarketing auf die Beine zu stellen. Deswegen bin ich von der Gesamtstruktur unter dem Dach der Leipzig Region sehr überzeugt. Nur durch das gegenseitige Nutzen von Synergien werden auch die einzelnen Player in unserer Region im Markt sichtbar und profitieren gegenseitig.“

Delitzsch wird heftig umworben

Als Sorgenkind in punkto Vermarktung gilt zum Beispiel die Stadt Delitzsch. „Zwei Jahre gehörte die Kommune unserem Tourismusverein zur Probe an“, erläuterte Lantzsch. Es bestand eine Art Schnupperpartnerschaft. Danach lehnte es der Stadtrat ab, dem Verein beizutreten. Zuletzt bemühte sich sogar Volker Bremer, als Geschäftsführer der Leipzig Tourismus und Marketing GmbH (LTM) oberster Touristiker der Region, persönlich um eine Bekehrung der Lober-Stadt. Da Delitzsch nicht Mitglied sei, könne keine Vermarktung des Mittelzentrums stattfinden, bedauerte er. Zuletzt nahmen die Klagen privater Vermieter zu, dass Übernachtungszahlen in Delitzsch massiv einbrechen. Lantzsch erneuerte ebenfalls den Appell, auch im Leipziger Norden mehr auf die eigenen touristischen Potenziale, aber eben auch die Strahlkraft Leipzigs zu vertrauen. Markkleebergs Oberbürgermeister Karsten Schütze, Beiratsmitglied im Verein, kündigte an, erneut das Gespräch zu suchen: „Das Leipziger Neuseenland“, so Schütze, „darf nicht länger am Schladitzer See enden.“ Ein Klein-Klein dürfe es bei der Tourismusförderung nicht geben.

Lantzsch, im Hauptberuf Bürgermeisterin von Großpösna, bekräftigte, dass sich kleinere Kommunen wie Löbnitz, Wiedemar oder Rackwitz der touristischen Aufgabe stellen würden. Delitzsch als Mittelzenturm und größte Stadt der Nord-Region lehne sich hingegen zurück.

Borna vertraut auf eigene Strahlkraft

Auch die Stadt Borna vertraut bislang ganz auf die eigene Strahlkraft und ist nicht Mitglied in einem der drei Tourismusvereine, die professionell über die LTM vermarktet werden. Der frühere Fremdenverkehrsverband Kohrener Land firmiert seit Jahresanfang vielmehr unter dem Titel Tourismusverein Borna und Kohrener Land. Getragen wird er neben der Kreisstadt unter anderem von Kohren-Sahlis und Frohburg. Die LTM mit ihrer professionellen Struktur kann für Borna damit nichts tun. In sämtlichen Broschüren und Flyern, die unter der Dachmarke Leipzig Region für Seen, Heide, Burgen und City werben, findet Borna nicht statt.

Von Simone Prenzel

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