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Traditionsverein der Bornaer Feuerwehr pflegt Löschtechnik aus DDR-Zeiten

Röthaer Straße Traditionsverein der Bornaer Feuerwehr pflegt Löschtechnik aus DDR-Zeiten

Sie wird bisweilen auswärts präsentiert und ansonsten liebevoll im alten Gerätehaus in der Röthaer Straße in Borna gepflegt: die Löschtechnik aus DDR-Zeiten, die im Prinzip noch einsatzbereit ist. Die hat ihren Reiz, die Technik aus der Epoche von Trabant und Wartburg.

Halten in Borna die Feuerwehrtradition hoch: Die Mitglieder des Traditionsvereins der Ortsfeuerwehr Borna, vor bestens funktionsfähigen Pumpen und Generatoren sowie Einsatzkleidung aus den 70er Jahren. Hier (v. li.): Vereinsvorsitzender Steven Ketzscher (33), sein Vater und Technikchef Jürgen Ketzscher (62), Schatzmeister Thomas Leipert (30) sowie der stellvertretende Vorsitzende Petrik Hartkopf (28).

Quelle: Andreas Döring

Borna. Sie hat ihren Reiz, die Technik aus der Epoche von Trabant und Wartburg. Auch bei der Feuerwehr in der Röthaer Straße, wo es heute noch vier Fahrzeuge aus DDR-Zeiten gibt. Die wird zwar nicht mehr genutzt, wenn die Brandschützer zum Einsatz ausrücken. Dafür wird sie liebevoll gepflegt von Leuten wie Steven Ketzscher und Thomas Leipert. Die jungen Männer, 33 und 30 Jahre alt, sind Feuerwehrleute. Sie sind aber auch die Köpfe des Traditionsvereins der Feuerwehr, der sich um die historische Technik der Bornaer Brandschützer kümmert.

Dazu gehören ein Schlauchkraftwagen von 1960 und eine W-50-Drehleiter Baujahr 1972. Zwei Fahrzeuge, die die Wende durchaus überlebt haben und bis in die 90er Jahre noch im Einsatz waren. Zum Fuhrpark, den der Traditionsverein mit seinen 30 Mitgliedern pflegt, gehört zudem ein Tanklöschfahrzeug mit DDR-Vergangenheit, das bis in die Gegenwart unentbehrlich war für die Floriansjünger. „Das wurde erst vor drei Jahren außer Betrieb genommen“, sagt Vereinschef Ketzscher. Komplettiert wird die Sammlung sozialistischer Feuerwehrtechnik durch einen W50, ein Löschfahrzeug, das vor 43 Jahren in Dienst gestellt wurde.

Dass die Technik nicht rostet und auseinanderfällt, dafür sorgen Enthusiasten wie Steven Ketzschers Vater Jürgen Ketzscher und Petrik Hartkopf. Während Jürgen Ketzscher 62 Lenze zählt und die historischen Fahrzeuge noch im Einsatz erlebt hat, ist Petrick Hartkopf gerade einmal 28 Jahre jung. Beide gehören zu den Leuten, die die Technik lieben und verstehen. Was nicht heißt, dass die anderen Mitglieder des Traditionsvereins abseits stehen. Auch Ketzscher junior und Leipert fassen mit an und sorgen dafür, dass die Gerätschaften sauber sind und poliert werden.

Schließlich haben beide auch eine aktive Beziehung zu den historischen Gefährten. „Als wir in der Jugendfeuerwehr waren, haben wir damit geübt.“ Zudem stehen die Fahrzeuge keineswegs das ganze Jahr im alten Gerätehaus in der Röthaer Straße. Zu bestimmten Anlässen wie kürzlich beim Ifa-Treffen in Werdau, werden sie vom Traditionsverein vorgeführt. Das gilt auch für Veranstaltungen wie den Florianstag kürzlich. Steven Ketzscher: „Wir präsentieren damit auch die Stadt.“

Die historische Technik hat gegenüber den modernen Gerätschaften von heute den Vorzug, „dass man auch noch selbst etwas daran machen kann“. Etwa eine Pumpe festschrauben, so der Vereinsvorsitzende. Bei Pumpen der heutigen Generation nahezu ein Unding, weil die digital gesteuert werden. Und im Falle eines Falles könnten die Brandschützer damit auch ausrücken. „Feuer könnten wir damit in jedem Falle löschen.“ Diese Technik hat sich über die Jahrzehnte nicht grundlegend verändert.

Anders sieht es mit der so genannten Hilfstechnik aus. Die hat sich im Vergleich zu DDR-Zeiten wesentlich verändert, so dass sich etwa heutige Autos nach Unfällen auch nur noch mit aktueller Technik aufschneiden lassen.

Dass es den Traditionsverein bei der Bornaer Feuerwehr überhaupt gibt, ist die Folge eines plötzlichen finanziellen Notstandes. Im Jahr 2009 beendete die Stadt die Zahlung der Gelder, die für die Instandhaltung der historischen Brandschutztechnik vonnöten sind. In der Konsequenz wurde der Verein gegründet, der seither die Technik wartet und das auch finanziert.

Von Nikos Natsidis

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