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Borna Trages steht vierjährige Baustelle bevor
Region Borna Trages steht vierjährige Baustelle bevor
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04:54 13.07.2018
Trages aus der Luft gesehen: Nächste Woche beginnt der Anschluss des Ortes an die zentrale Abwasserentsorgung. Quelle: Jens Paul Taubert
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Kitzscher/Trages

Für die nächsten vier Jahre müssen sich die Einwohner von Trages auf Bauarbeiten und damit einhergehende Behinderungen einstellen. Der Kitzscheraner Ortsteil wird als letzter der Stadt an die zentrale Abwasserentsorgung des Abwasserzweckverbandes (AZV) Espenhain angeschlossen, zugleich werden durch die Stadt Kitzscher und später durch den Landkreis die Straßen grundhaft ausgebaut. Die Arbeiten beginnen am kommenden Dienstag. Dann, das erfuhren rund 25 Einwohner des Ortes, wird die Firma Umwelt 2000 zunächst die Baustelle einrichten.

Bau erfolgt in drei Abschnitten

Das auf vier Jahre angelegte gemeinschaftliche Bauvorhaben ist in drei Abschnitte unterteilt. Im ersten Bauabschnitt erhalten die Straßen An der Kirche, Am Teich und die nördliche Rohrbacher Straße eine Kanalisation, außerdem wird nahe dem Teich eine Pumpstation gebaut. Der reine Kanalbau soll bis zum Jahresende dauern, dann schließt sich der Straßenbau an. Die Straßen erhalten eine Asphaltdecke mit Bordsteinen in Granitoptik. In der Rohrbacher Straße wird die Fahrbahn bis zum Ortsausgangsschild neu gebaut. Gearbeitet wird unter Vollsperrung.

Einschränkungen für Anwohner

Was für die Bewohner einige Einschränkungen mit sich bringen wird. Einfahrten in die Baustellenbereiche sollten möglichst vermieden werden, sagte ein Mitarbeiter des Planungsbüros, Mülltonnen würden von den Bauleuten zu festgelegten Sammelstellen gebracht. Die Zufahrten für Pflegedienste und für Rettungsdienste, das sagte AZV-Geschäftsführer Sven Lindstedt, würden von der Baufirma gewährleistet, möglicherweise aber nicht immer direkt an der Grundstückszufahrt.

Bürgermeister: Keine Anliegerbeiträge

Eine Frage, die die Trageser interessierte, war die nach einer möglichen Kostenbeteiligung am Straßenbau. Hier versicherte Bürgermeister Maik Schramm (parteilos), dass die Stadt Kitzscher den Straßenbau zu hundert Prozent übernehme. Anliegerbeiträge würden nicht erhoben, weil Kitzscher gar nicht über eine entsprechende Satzung verfüge. Um dann noch einen Satz einzufügen, der schon ein bisschen nach dem kommenden Bürgermeisterwahlkampf klingt: „Ich werde die auch nie einführen.“

AZV erhebt Anschlussbeitrag

Anders sieht das mit dem Abwasseranschluss aus. Der AZV wird von den Grundstückseigentümern in den drei Straßen im ersten Bauabschnitt insgesamt 17 000 Euro Anschlussbeitrag erheben. Umgelegt werden die nach Grundstücksgröße und einer Punktetabelle für die Bebaubarkeit. Bei einem 950 Quadratmeter großen Grundstück, welches zweigeschossig bebaut ist beziehungsweise bebaut werden kann, würden 1128 Euro erhoben, rechnete Lindstedt vor und verglich mit einer biologischen Kläranlage, die 5000 bis 7000 Euro kosten würde.

Weitere Kosten kommen auf die Anlieger zu

Allerdings kommen auf die Grundstückseigentümer weitere Kosten zu. Der AZV finanziert einen Hausanschluss bis rund einen Meter ins Grundstück. Der Anschluss der Hausentwässerung bis dahin und das Stilllegen der alten Kleinkläranlagen ist Sache der Hauseigentümer.

Landwirts-Familie besorgt über geplante Sperrung

Auf ein spezielles Problem machte Landwirt Edwin Lämmel aufmerksam. Der Nebenerwerbsbetrieb seines Sohnes Ralf Lämmel hat am Ende der Rohrbacher Straße einen Rinderstall. Das Vieh muss auch während der Bauzeit, wenn die Straße eine Weile nicht befahrbar ist, versorgt werden. In Frage kommt ein mehrere Kilometer langer Umweg über Kömmlitz, dann in Richtung Hainichen und von Norden in die alte Rohrbacher Straße hinein, die dort nur ein Feldweg ist.

Edwin Lämmel forderte, dass die Befahrbarkeit dieses Weges garantiert wird, bevor der Bau beginnt. Die Rinder müssten mindestens zweimal am Tag versorgt werden, man müsse den Stall bei Bedarf, etwa wegen eines kranken Tieres, jederzeit, auch nachts erreichen können, sagte Ralf Lämmel der LVZ.

Erster Abschnitt soll im Juni 2019 fertig werden

Vorgesehen ist, den jetzt beginnenden ersten Bauabschnitt einschließlich des Straßenbaus bis zum 21. Juni nächsten Jahres fertigzustellen. Dann soll der Bau in der Alten Straße fortgesetzt werden, zuletzt folgt als dritter Bauabschnitt die Ortsdurchfahrt, bei der der Landkreis für den Straßenbau zuständig ist. Nur einige wenige Randgrundstücke, sagte Sven Lindstedt, würden nicht mit an die Kanalisation angeschlossen.

Von André Neumann

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