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Borna Trassenbauer treffen sich in Deutzen
Region Borna Trassenbauer treffen sich in Deutzen
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20:01 17.05.2018
Schwelgen in Erinnerungen: Organisator Matthias Schwirz beim letzten Treffen 2016 mit ehemaligen Trassenbauern im Trassenmuseum in Deutzen. Quelle: René Beuckert
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Neukieritzsch/Deutzen

Im Kulturpark Deutzen werden am Pfingstwochenende wieder einmal Erlebnisse in Erinnerung gerufen, die zwischen 1975 und 1991 einige Tausend junge Leute der damaligen DDR verbanden. Damals wurden erst in der Ukraine, die damals Teil der Sowjetunion war, und ab 1982 in Sibirien tausende Kilometer lange Erdgasleitungen verlegt, mit denen sowjetische Erdgasvorkommen erschlossen werden sollten. Das erste Projekt hieß Druschba (Freundschaft)-Trasse, das zweite nur noch Erdgastrasse.

Junge Leute aus der DDR haben mitgebaut

Weil die damalige UdSSR damit wirtschaftlich überfordert war, beteiligten sich mehrere osteuropäische Länder, die damals zum Wirtschaftsverbund RGW gehörten. Die DDR erhielt zwei Abschnitte in der Ukraine und einen hinter dem Ural.

In teils unwegsamem Gelände, bei ungewohntem Klima und fern der Heimat bauten junge Menschen Straßen und ganze Städte, Kindergärten und Schulen, Rohrleitungen und Verdichterstationen. Schwere Arbeit an sieben Tagen in der Woche und gemeinsame Erlebnisse schweißten im Wortsinne zusammen.

Treffen findet alle zwei Jahre statt

Als der in Regis-Breitingen ansässige Verein Erdgastrasse 1998 sein erstes Treffen im Gründungsort Dingsleben bei Hildburghausen veranstaltete, kamen 1000 ehemalige Trassenbauer. Sigrid und Matthias Schwirz, die die alle zwei Jahre stattfindenden Treffen organisieren, wünschen sich, dass es dieses Jahr, zum elften, immer noch um die 200 werden. Die vielen Anrufe in den letzten Tagen lassen hoffen, sagt Sigrid Schwirz.

Ein großes Programm ist beim Treffen am Sonnabend und Sonntag nicht geplant. Catering, ein bisschen Livemusik, Disco und Lagerfeuer, mehr ist nicht nötig, um Freunde zu treffen, Erinnerungen auszutauschen, in Geschichten und Legenden zu schwelgen. Viele werden auch wieder die Gelegenheit nutzen, das Trassenmuseum in der Grundschule in Deutzen zu besichtigen, das einzige seiner Art, wie Sigrid Schwirz stolz sagt.

Trassenbauer aus vielen Betrieben der DDR

Die einstigen Trassenbauer kamen damals aus vielen Betrieben in der ganzen DDR, von Rohrleitungsbaubetrieben, Chemiekombinaten, Wohnungs- und Straßenbaubetrieben. Heute sind sie in ganz Deutschland verstreut. Teilnehmer am Trassentreffen reisen von der Ostsee an, aus Süddeutschland und aus Hessen.

Es werden auch wieder einige Paare darunter sein, die sich an der Trasse gefunden haben und bis heute zusammen sind. Drei fallen Sigrid Schwirz auf Anhieb ein: Ein Mann, der damals von Cottbus kam, und eine Ukrainerin heiratete. Zwei, die aus Jena kamen und heute in Hanau leben. Und schließlich sie selbst und ihr Mann, die sich 1985 an der Trasse kennen lernten.

Von André Neumann

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