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Trinkwasserpreis bleibt stabil

Trinkwasserpreis bleibt stabil

Der Wasserpreis im Altkreis Borna dürfte in den kommenden beiden Jahren stabil bleiben. Das geht jedenfalls aus der Kalkulation der Trinkwassergebühr für die Jahre 2015 und 2016 hervor, die der Zweckverband Wasser/Abwasser Bornaer Land (ZBL) am Abend vor dem Feiertag in erster Lesung behandelte.

Borna. Der Verband erhebt - neben der Grundgebühr von monatlich sieben Euro je Wohneinheit - derzeit eine gestaffelte Mengengebühr. Otto Normalverbraucher bezahlt für jeden Kubikmeter Trinkwasser 1,79 Euro (plus Mehrwertsteuer). Großkunden kommen günstiger weg. Bei einer Abnahme zwischen 50 001 und 100 000 Kubikmeter kostet der Kubikmeter 1,05 Euro, darüber nur noch 99 Cent.

Nach der Kalkulation für die kommenden zwei Jahre sinkt der Trinkwasserpreis für den Normalverbraucher um zwei Cent auf 1,77 Euro je Kubikmeter. Die Preise für Großkunden würden um jeweils fünf Cent je Kubikmeter steigen. Die Verbandsversammlung könnte sich aber auch für eine einheitliche Gebühr entscheiden. Dann würde der Kubikmeter Trinkwasser - egal ob für Lieschen Müller oder den Großabnehmer Kelterei - 1,73 Euro kosten. Das habe letztlich die Verbandsversammlung zu entscheiden, sagte ZBL-Betriebsleiter Michael Spitzner.

Wie berichtet, hatten sich vor zwei Jahren nach heftigen und langwierigen Debatten die Befürworter der gestaffelten Mengengebühr durchgesetzt. Rechtlich steht dieser Form nichts im Wege.

Bei den Kosten im Verband schlagen vor allem drei große Posten zu Buche: Materialaufwand/Dienstleistungen, Personal und Abschreibungen. Dabei wird dem Gebührenzahler ab 2016 die Kündigung des Fernwasservertrages in die Tasche spielen. Wie berichtet, hat der ZBL den Vertrag mit dem Fernwasserversorger in Torgau zum 31. Dezember 2015 gekündigt, um diese Leistung neu ausschreiben zu können und so von den sogenannten Strafzahlungen weg zu kommen. Der jetzige Vertrag regelt, dass der ZBL jährlich 3,1 Millionen Kubikmeter Wasser bezieht, real flossen zuletzt aber nur 1,3 Millionen Kubikmeter ins Bornaer Land. Für jeden Kubikmeter, den der ZBL nicht abnimmt, muss er aber 30 Cent hinlegen. Das summiert sich im Jahr auf etwa 600 000 Euro, die ab 2016 nicht mehr anfallen.

"Beim Personalaufwand erreichen wir 2015 noch einmal eine Spitze", sagte der ZBL-Betriebsleiter. 2016 werden dann weniger Ausgaben fürs Personal erwartet, weil Altersteilzeitverträge enden. In Zahlen ausgedrückt: 2015 kalkuliert der Verband mit Personalkosten in Höhe von 2,86 Millionen Euro, im Jahr darauf von 2,62 Millionen Euro. Für das kommende Jahr rechne er mit einer Tarifsteigerung von 1,5 Prozent, so Spitzner.

Er erläuterte auch, dass in das ZBL-Verwaltungsgebäude investiert werden müsse. Seit der Verbandsgründung sei kaum etwas gemacht worden und nun einiges zu sanieren. Deshalb plant der Verband unter der Kostenposition "Sonstige Aufwendungen" in den zwei kommenden Jahr jeweils reichlich 660 000 Euro ein.

Dem Gebührenzahler werden auch die Gewinne der vergangenen Jahre zugute geschrieben. Für 2013 zeichnet sich laut Spitzer allerdings ein Verlust ab, buchhalterisch Kostenunterdeckung genannt. In die Kalkulation der kommenden zwei Jahre fließt der noch nicht ein.

Der ZBL rechnet mit einem weiterhin rückläufigen Trinkwasser-Verkauf. "Die Zahl der Einwohner geht leicht zurück, und auch bei Gewerbe und Industrie sehen wir keine nennenswerte Entwicklung", erläuterte Spitzner. Während in diesem Jahr voraussichtlich 2,68 Millionen Kubikmeter Wasser verkauft werden, kalkuliert der Verband 2015 nur noch mit 2,62 und im Jahr darauf mit 2,59 Millionen Kubikmeter.

Diskussionsbedarf gab es kaum bei der ersten Lesung der Kalkulation. Espenhains Bürgermeister Jürgen Frisch wollte wissen, warum für Versicherungen plötzlich ein Viertel mehr zu zahlen ist. "Wir haben in puncto Hochwasserschutz zusätzliche Versicherungen abgeschlossen", erklärte Spitzner. Frischs Frage, ob der Altenburger Wasserverband nicht aus dem Geschäft mit dem ZBL aussteigen wolle, beantwortet der Technische Leiter des ZBL, Matthias Renger. Der ZBL habe die Forderungen der Altenburger erfüllt und mittels Umbau in Hagenest den Wasserdruck erhöht. Die stabile Versorgung des Luckaer Raumes sei damit gesichert.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 03.11.2014
Frank Prenzel

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