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Borna Trockene Bleibe für Walthers
Region Borna Trockene Bleibe für Walthers
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17:09 08.04.2010
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Kitzscher

„Es war ein Segen, als wir erfuhren, dass wir vor Ostern umziehen können“, sagte die 73-jährige Walther. Wie unsere Zeitung berichtete, saß das Rentnerehepaar nach einem Wasserschaden am 25. März in der Erdgeschosswohnung in Kitzschers Straße der Einheit in einem nassen Loch. „Wir hatten zwar von unserem früheren Vermieter Lüfter zum Trocknen erhalten, doch es roch furchtbar“, sagte die Seniorin. „Der alte Vermieter, die Verwaltungs- und Betreuungs-GmbH in Halle, teilte uns mit, dass wir bis zum 10. April hier ausharren sollen“, ergänzte ihr Mann. Lutz Jungmann von der Hawoge hatte von dem Schicksaal der Familie Walther in der LVZ gelesen. Der Zufall wollte es, dass die Verwaltungs- und Betreuungs-GmbH in Halle von ihm ein Angebot zur Beräumung der Wohnung der Walthers forderte. Als er dazu mit dem Rentnerehepaar vor Ort ins Gespräch kam, bemerkte er die unzumutbaren Wohnverhältnisse des Ehepaares. Aus diesem Grund bot er ihnen eine Wohnung in der Trageser Straße in Kitzscher an. „Wir hatten bereits ein Angebot von der Verwaltungs- und Betreuungs-GmbH erhalten. Doch die Wohnung befand sich zu weit weg vom Stadtzentrum“, erklärte Helga Walther. Die Freude sei groß gewesen, als sie von Jungmann hörten, dass sie in das Haus einziehen, in dem sie bereits in den 70er Jahren gewohnt hatten. „Unsere Wohnung hat sogar einen Balkon“, freute sich die einst in der Landwirtschaft tätige Frau. Beim Umzug am Sonnabend packte auch die Hawoge mit zu. Ihre Kinder halfen ihr Gardinen und Rollos anzubringen und so manchen Nagel in die Wand zu schlagen. „Ich habe drei Mädchen und drei Jungen groß gezogen. Neun Enkel gehören auch zur Familie“, so Frau Walther. „Mein 10-jähriges Enkelkind Martin fühlte schon mit uns“, erklärte sie. So habe er der Oma angeboten, in seinem Bett zu schlafen, da es doch bei ihr so nass sei. Neue Möbel konnten sich die Walthers von ihrer kleinen Rente nicht kaufen. Dafür freuten sie sich darüber, dass Lutz Jungmann ihnen eine gebrauchte Schrankwand und ein Schlafzimmer besorgte. „Für die Schrankwand mussten wir nichts bezahlen. Das Schlafzimmer und ein Herd kostete uns das Geld, dass wir eigentlich für einen Kuraufenthalt zurück gelegt hatten“, so die 73-Jährige. In den nächsten Tagen werden sie noch Kleinigkeiten aus ihrer alten Wohnung holen. „Wir haben Sachen im Wert von etwa 8000 Euro eingebüßt, die nur noch entsorgt werden können“, erklärte Gerhard Walther. Denn das Wasser rieselte so stark von den Wänden und der Decke, dass die Möbel außer im Kinderzimmer alle eingeweicht wurden und nicht zu retten waren. „Wir hoffen, dass die Versicherung unseres Vormieters bald für den Schaden aufkommt“, erklärte Helga Walther. „Bis jetzt hat sich der alte Mieter aber noch nicht dazu geäußert“, sagte sie. Lutz Jungmann von der Hawoge kann das Verhalten des Vermieters nicht verstehen. „Die Walthers wohnten über 30 Jahre in Straße der Einheit. Außerdem ist der Schaden nicht durch den Mieter, sondern den Vermieter entstanden“, sagte er. Da sich der Verantwortliche von der Verwaltungs- und Betreuungs-GmbH, Christoph Linder, derzeit im Urlaub befindet, war das Unternehmen gestern nicht aussagefähig, sich zum Fall der Familie Walther zu äußern. In der nächsten Woche soll das Ehepaar Auskünfte erhalten, wie der Schaden geregelt wird.

Cornelia Braun

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