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Borna Trotz Hitze Andrang bei der Blutspende
Region Borna Trotz Hitze Andrang bei der Blutspende
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00:22 09.07.2018
In Borna gibt es treue Blutspender: Auch in dieser Woche kamen wieder mehr als 50 Freiwillige zum Termin. Quelle: Jens Paul Taubert
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Borna

Die Nachmittagshitze fühlte sich an wie ein Backofen, in der Sonne zeigte das Thermometer weit über 30 Grad Celsius an. Ein heißer Juli-Tag, viele zog es nach der Arbeit fix zum See, ins Freibad, gern auch mit einem kühlen Getränk in den Schatten von Balkon oder Kleingarten. Nicht so die treuen Bornaer Blutspender. Von 15 bis 19 Uhr strömten sie am Donnerstag zahlreich in die Grundschule West und standen sogar Schlange bei Anmeldung, Arzt-Kontrolle und anschließender Blutspende.

„Die Hitze macht mir nichts aus, nur viel trinken muss man vorher“, sagte Annett Michalk (53). „Ich gehe viermal im Jahr Blut spenden, das Wetter ist mir da egal.“ Als 18-Jährige nahm sie eine Freundin zum ersten Mal mit, „seitdem bin ich mit wenigen Ausnahmen regelmäßig dabei, hab’ mich schon daran gewöhnt“. Sie könne auf diese Weise helfen, das sei doch eine gute Sache.

Spender: „Wie ein Ölwechsel beim Auto, danach läuft Maschine besser“

Dieter Mallasch bekam diesmal sogar ein Geschenk: für seine 40. Blutspende. „Ich ärgere mich ein bisschen, dass ich so spät damit angefangen habe“, meinte der 64-Jährige. Schon länger interessierte er sich dafür, „doch einmal wurde ich weggeschickt“. So genau weiß er den Grund nicht mehr, eventuell hatte es mit seiner seltenen Blutgruppe AB negativ zu tun, vermutete er.

Vor zehn Jahren dann nahm er den zweiten Anlauf – und blieb dabei. „Ich bin hier in Borna sehr zufrieden, die Termine sind gut organisiert, die Leute sehr nett.“ Er könne damit Gutes tun – was ihn freut. Doch auch für die Spender sei es von Vorteil: Jedes Mal bekommt er quasi eine Gesundheitskontrolle. Generell verträgt er die Blutspende gut: „Das ist wie ein Ölwechsel beim Auto, danach läuft die Maschine besser“, sagte der Zedtlitzer lächelnd.

Mehr als 50 Spender bei einem Termin sind ein Erfolg

Mehr als 50 Spender kamen am Donnerstag in die Grundschule. Als „Erfolg“ verbuchte dies Olivia Köcher vom DRK-Blutspendedienst Nord-Ost. Bei solch einer Bereitschaft sei eine stabile Versorgung mit Blutkonserven auch im Sommer gewährleistet. „Wir hoffen, dass es in Borna weiterhin so bleibt. Leider läuft es nicht bei allen Terminen so.“

Durch eine gute Öffentlichkeitsarbeit sei es gelungen, das Thema wieder mehr ins Bewusstsein zu rücken, auch im Sommer, meinte Matthias Bieling, verantwortlicher Arzt beim Bornaer Termin. Viele Freiwillige würden regelmäßig kommen. Der Gesundheitscheck vor jeder Spende sei nicht mit einem Besuch beim Hausarzt identisch, jedoch werde das Blut regelmäßig untersucht, auch könne dieser und jener Hinweis gegeben werden. Generell würde die Blutentnahme den Stoffwechsel anregen, daher sagen viele Spender, dass es ihnen gut tut.

Ortsverein sorgt für leckeren Imbiss und sucht Helfer

Wiener, Käsebrötchen, Aprikosen, Kekse sowie Kaffee, Orangensaft und Wasser: Fürs leibliche Wohl danach sorgt der DRK-Ortsverein. Virginia Biedermann engagiert sich dafür seit mehr als zehn Jahren. „Es ist manchmal nicht einfach, die Aufgaben auf breite Schultern zu verteilen“, sagte die Bornaerin, die neben der Blutspende auch beim Jugendrotkreuz aktiv ist. In der jüngeren Vergangenheit habe man immer mal wieder die Räumlichkeiten wechseln müssen, die Bedingungen in der Grundschule seien jetzt sehr gut. Sie betonte ebenfalls, dass es glücklicherweise viele Stammspender gibt.

Wer Interesse hat, bei der Blutspende zu helfen – Brötchen schmieren und Kaffee ausschenken – könne sich gern beim DRK melden, auch wenn er dort nicht Mitglied ist. Entweder bei der nächsten Blutspende am 8. August von 15 bis 19 Uhr in der Schule West, Deutzener Straße. Oder im neuen Schuljahr ab Mitte August in der Bornaer Schwimmhalle donnerstags von 17 bis 18 Uhr, wenn die Wasserwacht trainiert.

Als Rettungsschwimmerin der Wasserwacht fand Virginia Biedermann einst den Weg zum Deutschen Roten Kreuz. „In unserem Verein gibt es viele Möglichkeiten, sich in ganz unterschiedlichen Bereichen zu engagieren“, sagte sie. „So kann jeder das finden, was gut zu ihm passt.“

Stichwort DRK-Blutspendedienst

– Der DRK-Blutspendedienst Nord-Ost führt jährlich in Sachsen 3300 Blutspendeaktionen durch. Dabei werden 170 000 Vollblutspenden entnommen. Dieser Blutspendedienst sichert zu 70 Prozent den Bedarf an Blutprodukten in seinem Versorgungsgebiet ab.

– Der Bedarf steigt durch bessere medizinische Möglichkeiten und längere Lebenserwartung jährlich um rund 1,5 bis 2 Prozent – das Spendenaufkommen steigt ebenfalls um 1,5 Prozent. Man geht davon aus, dass jeder Mensch mit 50 bis 80 Prozent Wahrscheinlichkeit einmal auf die Gabe von Blutpräparaten angewiesen sein wird. Nur etwa knapp drei Prozent der Bevölkerung spendet Blut, bis zu 33 Prozent könnten dies tun.

– So funktioniert die Spende: Es dauert 30 bis 45 Minuten insgesamt, dabei dauert die Blutentnahme nur 5 bis 10 Minuten. Der Spender meldet sich mit Personalausweis oder Blutspendepass an und füllt einen Fragebogen zu seinem Gesundheitszustand aus. Danach folgen ein kleiner Gesundheitscheck sowie beim Arztgespräch ein Blutdruckcheck. Wenn der Arzt die Freigabe zur Spende erteilt hat, fließt bei der folgenden Blutentnahme nach Punktion der Vene in der Armbeuge ein halber Liter Blut in ein steriles, geschlossenes Beutelsystem.

Nach der Spende ist eine Ruhezeit von etwa 20 Minuten Pflicht, in dieser Zeit erhält der Spender einen kräftigenden Imbiss.

Von Claudia Carell

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