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U-18-Wahl: Hohe Beteiligung der Jugendlichen an Bornaer Schulen

Am Freitag U-18-Wahl: Hohe Beteiligung der Jugendlichen an Bornaer Schulen

In Borna sind am Freitag die Jugendlichen an die Wahlurnen gerufen worden. Die Beteiligung an der U-18-Wahl in Dinterschule und Gymnasium Am Breiten Teich war erfreulich, hunderte Schüler gaben ihre Stimme ab. Hier das vorläufige Ergebnis im Landkreis Leipzig.

Leon und Matti waren mit zehn und elf Jahren mit die jüngsten Wähler, die Inya-Tinko Rabold an der Wahlurne begrüßen konnte.

Quelle: Julia Tonne

Borna. 17 Parteien stehen zur Wahl, sechs Direktkandidaten buhlen um die Stimmen, die Wahlkabinen liegen etwas abseits, die Namen der Wähler werden abgehakt. Also alles so, wie es sich für eine Bundestagswahl gehört. Mit zwei Unterschieden: Schüler der fünften bis zwölften Klassen geben eine Woche vorher ihre Stimmen bei der U-18-Wahl ab. Am Freitag hatten die Jugendlichen bundesweit die Möglichkeit, sich daran zu beteiligen, unter anderem auch in Borna. Die Wahlbeteiligung war erfreulich. 151 Stimmen kamen in der Dinterschule zusammen, mehr als 120 am Gymnasium.

Vorläufiges Ergebnis der U-18-Wahl im Landkreis Leipzig

Vorläufiges Ergebnis der U-18-Wahl im Landkreis Leipzig.

Quelle: Thomas Lieb

Gerade die Zehnt- und Elftklässler wussten genau, worum es geht, steuerten zielstrebig die Wahllokale in Dinterschule und Gymnasium Am Breiten Teich an. Das Bornaer Kinder- und Jugendparlament (Kijupa) hatte sich um den gesamten Ablauf, die Organisation und die schlussendliche Auszählung gekümmert. Und gab auch noch Nachhilfe in Sachen Politik. „Denn viele jüngere Schüler kommen zu uns, wissen aber nicht so recht, was sie hier machen sollen“, sagte Jugendreferent Inya-Tinko Rabold. Sein Fazit am Ende des Wahltags: Das Interesse sei zwar verhalten, aber nicht so gering wie befürchtet.

Eines wurde am Freitag deutlich: Die meisten Jugendlichen befürworten die Herabsetzung des Wahlalters auf 16 Jahre. „Sie gestalten die Zukunft, also sollten sie auch ein Mitspracherecht haben“, begründete Gustav Nawroth stellvertretend für viele seiner Klassenstufe. Was der 16-Jährige am diesjährigen Wahlkampf bemängelte: Jugendthemen würden kaum eine Rolle spielen, dabei seien gerade diese von Bedeutung. Für ihn wäre es beispielsweise wichtig, dass das Schulsystem in ganz Deutschland vereinheitlicht werde, damit jeder mit ähnlichen Bedingungen in Studium oder Job starten könne. „So wie es jetzt ist, ist es vollkommen undurchsichtig.“ Auch für Mara Scholz sind jugendspezifische Themen bei den etablierten und zur Wahl stehenden Parteien unterrepräsentiert. „Bildung müsste viel mehr im Fokus stehen als derzeit“, machte die 17-Jährige deutlich. Sei es, was die Ausstattungen der Schulen betrifft, Lernmethoden oder der Lehrermangel. Mick Kirschner und Robert Gebauer, beide 17 Jahre alt, gehen noch einen Schritt weiter. Sie fordern kostenfreie Bildung für alle und die Abschaffung von Kita-Gebühren.

Zu den jüngsten Wählern gehörten mit Sicherheit Franz, Eddi, Leon und Matti. Die zehn- und elfjährigen Schüler wussten von vornherein, was Bundestags- und U-18-Wahl sind, ließen sich lediglich von Rabold den Stimmzettel erklären. „Zuhause reden wir darüber, deshalb weiß ich ein bisschen was“, erklärte Franz aus der fünften Klasse. „Damit sind sie aber eine absolute Ausnahme“, betonte der Jugendreferent, der es befürworten würde, Politik als Schulfach deutlich früher als bisher anzubieten. Erst ab Klasse neun spielten politische Grundlagen eine Rolle in den Lehrplänen. Gudrun Kirmse begrüßt solche Überlegungen ebenfalls. Die Lehrerin für Gemeinschaftskunde Recht und Wirtschaft begründet das damit, dass schon Kinder begreifen wollen, was um sie herum geschieht.

Für Jens Staacke, den stellvertretenden Schulleiter des Gymnasiums, stand es außer Frage, die U-18-Wahl hier durchführen zu lassen. „Es ist einfach wichtig, dass sich Kinder und Jugendliche frühzeitig mit dem Thema Wahlen beschäftigen“, erklärte er. Auch er sei ein Verfechter derjenigen, die das Wahlalter auf 16 Jahre senken würden. Seine Begründung: „Damit wäre ein Ausgleich zu den älteren Wählern geschaffen, die ja aufgrund der demografischen Entwicklung immer mehr werden.“

Von Julia Tonne

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