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Borna Überackerte Wege: Politiker rät Kitzscher vom Verkauf ab
Region Borna Überackerte Wege: Politiker rät Kitzscher vom Verkauf ab
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14:20 19.05.2015
Landwirt Edwin Lämmel ist wütend über den von der Stadt Kitzscher beschlossenen Landverkauf. Quelle: Thomas Kube

Er appelliert an die Stadt, den Verkauf, der im Stadtrat beschlossen worden war, "nochmals zu prüfen und möglichst zu überdenken."

Von Breitenbuch war durch Edwin Lämmel auf den Fall aufmerksam gemacht worden. Der Landwirt aus Trages sieht sich durch den Verkauf des Flurstückes der Möglichkeit beraubt, sein eigenes Land zu erreichen. (die LVZ berichtete). Das befindet sich heute ohne eigene Zuwegung innerhalb einer größeren Feldfläche. Lämmels Betrieb bewirtschaftet im Ergebnis eines in der Branche üblichen Flurtausches einen anderen, erreichbaren Acker.

Laut von Breitenbuch sei neben Lämmel auch die Kirchgemeinde von der Verkaufsabsicht betroffen. Ähnliche Fälle gebe es, weil die bundeseigene Bodenverwertungs- und -verwaltungsgesellschaft (BVVG) in großem Stil ehemalige Wegeflächen verkauft hat.

Für den CDU-Politiker, der selbst Landwirt ist, sei "der Bedarf an solchen dörflich prägenden Wegeverbindungen weiterhin vorhanden, möchte man das Eigentum an Grund und Boden der Anlieger nicht schadhaft einschränken", schreibt er in einem Brief an Kitzschers Bürgermeister Maik Schramm (parteilos). Aus seiner Sicht gehe Kitzscher mit dem Verkauf den umgekehrten Weg zu den aufwendigen Flurbereinigungsverfahren, mit denen Landkreise versuchen würden, das Grundeigentum im ländlichen Raum neu zu ordnen. "Dinge, die eigentlich geordnet sind, geraten durch Handeln der Kommune in Unordnung und müssen eines Tages teuer neu geordnet werden", wirft von Breitenbuch der Stadt vor. Schramm hält dagegen, die Stadt habe nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt. Die Flächen seien im Grundbuch als Ackerflächen ausgewiesen. Außerdem, kontert Schramm, verkaufe die Stadt keinesfalls, wie es von Breitenbuch ihr vorwirft, im kurzfristigen finanziellen Interesse. Vielmehr sollte mit dem Verkauf des Landes an das Landratsamt der Neubau der Ortsverbindung zwischen Trages und Hainichen gesichert werden. "Das liegt im allgemeinen Interesse", sagt Schramm.

Rechtlich kann sich Kitzscher auf der sicheren Seite wähnen. Selbst der Landtagsabgeordnete räumt ein, das gesetzlich derzeit nichts gegen den Verkauf spricht. Eine gewisse Verunsicherung herrscht in Kitzscher dennoch. Deswegen will Maik Schramm die Angelegenheit noch einmal vor den Stadtrat bringen. Der Notartermin für den Verkauf wurde deshalb vorläufig auf Eis gelegt.

André Neumann

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 02.04.2014
Neumann, André

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