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Überfluteter Weg unter der B 95 bei Rötha vielleicht bald wieder befahrbar

Aufsteigendes Grundwasser Überfluteter Weg unter der B 95 bei Rötha vielleicht bald wieder befahrbar

Seit Jahren ist ein Rad- und Wirtschaftsweg, der nördlich von Rötha unter der B 95 hindurchführt, durch gestiegenes Grundwasser blockiert. Jetzt könnte er bald wieder benutzbar sein – wenn auch für einige Jahre nur mit einer übergangsweisen Schotterdecke.

Der überflutete Weg unter der B 95 bei Rötha. Nächstes Jahr könnte er wieder benutzbar sein.

Quelle: André Neumann

Rötha. Folgt ein Radfahrer in Rötha der Straße des Aufbaus, könnte er neben dem Lauf der Neuen Gösel die Bundesstraße 95 unterqueren. Von hier könnte er nach Norden fahren, zum Bergbau-Technik-Park, über die A 38 an den Markkleeberger See und weiter nach Leipzig. Auch den Cospudener See könnte er ansteuern.

Könnte. Geht aber meistens nicht. Denn seit Jahren steht der Wirtschaftsweg unter der B 95 den größten Teil des Jahres unter Wasser. Wanderern, Radfahrern und auch Landwirtschaftsfahrzeugen ist der Weg abgeschnitten. Die Ursache ist aufsteigendes Grundwasser, seit das nach dem Auslaufen des Bergbaus nicht mehr künstlich abgesenkt wird. Das Phänomen kennt man in der Region zur Genüge.

Seit etwa Herbst 2010 wird die Situation in Rötha beobachtet. Jetzt scheint eine Lösung greifbar, die die Straße erst provisorisch und später dauerhaft nutzbar machen soll. Auf die haben sich die Stadt Rötha, die für Bergbaufolgen zuständige LMBV (Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbauverwaltungsgesellschaft) und das sächsische Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) kürzlich verständigt.

Demnach soll in einem ersten Schritt ein Ablaufgraben gebaut werden, der oberflächlich anstehendes Grundwasser in die Neue Gösel leitet. Auf diese Weise soll das Wasser auf den überfluteten und vernässten Flächen rechts und links der Neuen Gösel und der B 95 auf einem festgelegten Niveau eingepegelt werden. Die durch das aufsteigende Wasser entstandenen Überflutungsflächen selbst werden nicht angetastet, die gelten mittlerweile als Biotope.

Zugleich mit dem Bau des Grabens wolle die LMBV die Fahrbahn unter der Brücke aufschottern, so dass sie wasserdurchlässig und befahrbar ist. Diese Übergangslösung müsste dann acht bis neun Jahre Bestand haben. Denn für die endgültige Lösung wird voraussichtlich das Lasuv sorgen, aber erst dann, wenn der letzte Abschnitt der Autobahn 72 zwischen Rötha und der A 38 fertig ist, aus heutiger Sicht 2026. Dann soll der Wirtschaftsweg unter den beiden neuen Brücken angehoben und neu gebaut werden, mit Durchlassrinnen für das auf allen Seiten anstehende Wasser.

Nach dem Gespräch mit der LMBV und dem Lasuv geht Bauamtsleiterin Kerstin Haase davon aus, dass der Weg im zweiten Quartal 2018 wieder nutzbar sein wird, wenn auch für einige Jahre nur mit der übergangsweisen Schotterdecke. Das Gespräch mit den Behörden sei sehr konstruktiv gewesen. Aus städtischer Sicht sei zu begrüßen, dass es eine sinnvolle Lösung mit wenig nachträglichem Instandhaltungsaufwand geben wird. Finanziell müsse die Stadt einen Anteil leisten, den Bürgermeister Stephan Eichhorn (parteilos) als gering bezeichnet.

Der jetzige Vertragsentwurf ist nicht der erste Ansatz zur Lösung des Problems in der Aue der Neuen Gösel. Einen hatte die Stadt schon 2013 mit der LMBV vereinbart. Vermutet wird, dass die LMBV nichts unternehmen wollte, bevor klar war, welche Pläne der Bauherr der Autobahn an dieser Stelle hat. Ex-Bürgermeister Ditmar Haym hatte vor einigen Jahren versucht, auf eigene Faust etwas zu unternehmen. Um den Weg unter der Brücke trocken zu legen, ließ er einen Erdwall anschütten. Das funktionierte zwar nicht dauerhaft, brachte ihm aber eine Strafe von rund 800 Euro ein. Wegen Eingriffs in ein geschütztes Biotop.

Von André Neumann

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