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Überragend: Das sind die höchsten Gebäude aus Leipzig und Region

Kopf-an-Kopf-Rennen Überragend: Das sind die höchsten Gebäude aus Leipzig und Region

Saudi-Arabien greift nach den Sternen: In Vorderasien wird derzeit mit dem 1007 Meter hohen Jeddah-Tower der größte Wolkenkratzer der Welt errichtet. Auch in Leipzig und Region gibt es Überragendes, wie unsere Statistik zeigt.

Unsere Auswahl, ohne Anspruch auf Vollständigkeit, zeigt einige der höchsten Bauten aus Leipzig und Region. Als Vergleichsmaßstab dient der Berliner Fernsehturm, mit 368 Metern Deutschlands höchstes Bauwerk.

Quelle: Grafik: Benjamin Winkler, Fotos: LVZ-Archivbilder/dpa/BMW

Region Leipzig. Saudi-Arabien greift nach den Sternen: In Vorderasien wird derzeit mit dem 1007 Meter hohen Jeddah-Tower der größte Wolkenkratzer der Welt errichtet. Auch in Leipzig und Region gibt es Überragendes, wie unsere Statistik zeigt.

Klicken Sie auf die Grafik: Unsere Auswahl, ohne Anspruch auf Vollständigkeit, zeigt einige der höchsten Bauten aus Leipzig und Region. Ganz egal ob Kirche, Funkmast oder Schornstein, alle Gebäude, die aufgrund ihrer Höhe für etwas Schwindelgefühle sorgen, haben es in unsere Liste geschafft. Grafik: Benjamin Winkler, Fotos: LVZ-Archivbilder/dpa/BMW, alle Angaben ohne Gewähr

Geht es nach den derzeit heiß diskutierten Plänen des Architekten Andreas Wolf (60), könnte am Leipziger Wilhelm-Leuschner-Platz bald ein über 50 Meter hohes Hochhaus entstehen. Im Interview spricht der HTWK-Professor für Städtebau und Entwurf über die Gebäuderiesen der Region und die aberwitzige Hatz nach dem höchsten Wolkenkratzer der Welt.

Frage: Aus Leipzigs Silhouette stechen zwar schon in der Ferne einige Hochhausbauten hervor, dennoch gibt es – außer in Frankfurt am Main – in so gut wie keiner deutschen Stadt eine spektakuläre Skyline. Warum?

Wolf: Zum einen hatte das stark zerstörte Frankfurt gehofft, nach Ende des Zweiten Weltkrieges Hauptstadt zu werden. Hinzu kam, dass es in der US-amerikanischen Besatzungszone lag. Umstände, die einen innerstädtischen Hochhausbau befördern konnten. Zudem war das historische Frankfurt bereits eine wichtige Banken- und Handelsstadt. Hier ging es schon immer darum, durch bauliche Repräsentation Macht und Stärke zu zeigen und so andere zu übertrumpfen – diese Tradition wird noch heute an Frankfurts eng stehenden „Spargeln“ sichtbar.

Leipzigs Wolkenkratzer – der Uniriese, das Wintergartenhochhaus und das Westin-Hotel – sind allesamt Kinder der DDR. War mit der Wende der Höhenflug beendet?

Ja, der Architekt Hermann Henselmann hatte eine ganze Generation von Hochhäusern für die Bezirksstädte entworfen – etwa das Unihochhaus in Jena, das einem Fernrohr nachempfunden ist, oder das in Leipzig, welches einem aufgeschlagenen Buch ähnelt. Das waren narrative Architekturen, um etwas über die jeweiligen Orte zu erzählen. Zeitgleich wurden aber auch beispielsweise in Düsseldorf oder München Hochhäuser ähnlicher Dimension gebaut.

Ein Umdenken begann im Westen mit der Ölkrise in den 1970ern, und auch im Osten wurden die Zeichen der Zeit neu gelesen. In den letzten Jahren der DDR ging es mehr um Stadtreparatur und Erneuerung, weniger um ein modernistisches Auftrumpfen. Bei jedem nachhaltig-lebenswerten Städtebau spielen Hochhäuser in ihrer Extremvariante keine Rolle, sondern nur als maßstäblich integrierte, präzise Setzungen im Stadtraum.

Riese im Hintergrund: So könnte das Hochhaus am Leipziger Leuschner-Platz aussehen. Der Entwurf zum Bebauungsplan stammt unter anderem von dem Leipziger Architekten Andreas Wolf.

Riese im Hintergrund: So könnte das Hochhaus am Leipziger Leuschner-Platz aussehen. Der Entwurf zum Bebauungsplan stammt unter anderem von dem Leipziger Architekten Andreas Wolf.

Quelle: Pelcak & Wolf; André Kempner

Ob jetzt in Döbeln, Altenburg oder Oschatz: Meist sind es tatsächlich Rathaus- oder Kirchtürme, die dem Himmel am nächsten sind.

Das ist kein allein auf Sachsen bezogenes oder deutschlandweites Phänomen. In Italien gab es zur Zeit der Renaissance immer den Wettstreit zwischen dem Rathaus als weltlich-bürgerliche Macht und der katholischen Kirche. Da ging es im Turmbau um Meter. Hierzulande war das harmloser. Wenn ich von Dreiskau-Muckern über Mölbis durch den Südraum fahre, gibt es schlicht nur wenige Gebäudetypologien: Das Bauernhaus als flache Nutzung mit Scheune und Stall, dann vielleicht noch ein Gast- und Schulhaus als Zweigeschosser, und schließlich die hoch aufragenden Kirchen.

Der Glockenturm hatte ja auch die Funktion, den Schall von einem hohen Punkt in das Umland auszubreiten. Und nicht zu vergessen das Kreuz als weit sichtbares Zeichen – eine Frühform des „Branding“, das ist der Kirche schon vor 2000 Jahren gut gelungen. Allerdings sind die Kirchen vielerorts auch eine Last. Mehr als 500 Gotteshäuser stehen allein in Thüringen leer, in Sachsen wird es ähnlich sein. Da ist man aus der Not heraus auch an profanen Nachnutzungen interessiert.

Auch das Umland pflegt Markennamen: Delitzsch wirbt mit dem Slogan Stadt der Türme. Übertrieben?

Gerade Städte, die in Schrumpfung oder Stagnation sind, müssen sehen, wie sie Markanz und Identität nicht nur erhalten, sondern auch neu gewinnen können. Und da muss ich schon sagen, dass Delitzsch durchaus eine bewundernswerte Silhouette mit Schloss- und Stadttürmen hat, die aus dem flachen Land imposant herausragt.

Der Slogan hat also durchaus Qualität…

Ich finde ja. Leipzig ist im Vergleich zum eher strukturschwachen, von Abwanderung geprägten Umland ein attraktiver, urbaner Player, der auch etwas von seinen Reizen abgeben sollte. Sonst wird die Region noch weiter leergesaugt. Auch sind manche Probleme des neuen Wachstums, dass wir zu wenige Wohnungen, Schulen und Kitas in Leipzig haben, zumindest teilweise auch hausgemacht – eben, weil wir das Umland häufig als Konkurrenz verstehen, personell und infrastrukturell schwächen und kaum partnerschaftlich mitentwickeln.

Aber zurück zu den Türmen: Es ist wunderbar, wenn man durch den Südraum fährt, sieht, wie die alten Kirchtürme im Landschaftsbild funktionieren und auf noch beseelte Dörfer hinweisen. Sie sind wie Nadeln in der Topografie, die den Weg zum nächsten Siedlungsort zeigen. Es gibt auch schöne Umnutzungen von Wassertürmen, wie der hohe Wohnturm in Borna. Das sind nachgefragte Orte, weil sie diese besondere Lagegunst mit weiter Aussicht haben. Davon könnte es ruhig ein paar mehr geben.

Leipzigs Einwohnerzahl wächst wieder. In Connewitz wird derzeit über einen 82-Meter-Turm, an der Spitze Goerdelerring seit über 100 Jahren über den Bau eines 100-Meter-Hochhauses fantasiert. Sind Hochhäuser die einzige Chance, um den Wohnbedarf zu decken?

Sicher nicht. Hochhäuser sind ein per se teurer, technisch aufwendiger und mit vielen Zwängen behafteter Bautypus. Das zeigt sich schon bei den teils rückgebauten 16-Geschossern in Grünau. Wenn die Konjunktur nachlässt und die Leute rechnen müssen, sind diese Hochbauten die ersten, die leer stehen, weil etwa die Fahrstuhlbetrieb zu teuer wird. Betrachtet man alle diese Faktoren, so ist im kostengünstigen Wohnungsbau bei fünf- oder sechs Geschossen eigentlich Schluss.

Meist sind es städtebauliche Gründe die dafür sprechen, im öffentlichen Raum durch ein Hochhaus einen markanten Punkt zu setzen. Der Leuschnerplatz ist so ein Fall, wo es zwischen Europahaus und Trinitatis-Kirche einen Turm in vergleichbarer Höhe braucht, um den städtebaulichen Zusammenhang des südlichen Promenadenrings auszuformulieren. Das war übrigens einer der wenigen unstrittigen Punkte bei den bisherigen Planungen.

Kühne Visionen: Ein 100-Meter-Turm ist am Leipziger Goerdelerring (li.) im Gespräch, ein 82-Meter-Hochhaus in Connewitz.

Kühne Visionen: 100 Meter sind am Leipzig Goerdelerring, ein 82-Meter-Hochhaus in Connewitz im Gespräch.

Quelle: Bofinger & Partner Architekten; Thomas Hille/KLM

Die USA waren einst das Geburtsland des Wolkenkratzers. Derzeit liefern sich aber nur die asiatische und arabische Welt eine Luftschlacht um den nächsten Höhenrekord.

Wer ist der höchste, tollste, schönste – für manche Länder ist das immer noch ein interessanter Konkurrenzkampf. Es sind aber wohl nicht die aufgeklärten, liberalen Demokratien, die sich da verausgaben, sondern eher autoritäre Regime, die in Macht-, Einfluss-, und Potenzsymbolen sich selbst abbilden wollen.
Doch auch in den an Nachhaltigkeit interessierten gesellschaftlichen Systemen können Turmbauten unter bestimmten Bedingungen sinnvoll sein, wenn etwa Platzknappheit herrscht, die Nutzungsdichte punktuell erhöht oder eine bestimmte Mischung auf schmalem Raum erzielt werden soll.

Wäre es denkbar, dass Deutschland künftig in die Rekordjagd einsteigt?

Dieses überkommene Konkurrenzdenken macht eigentlich keinen Sinn mehr. In der heutigen Medienwelt, wo sich immaterielle Werte weitaus besser und schneller kommunizieren lassen, brauche ich keinen Tower zu bauen, um die eigene Position zu verdeutlichen. Höhenwucherungen passieren vielleicht noch in Dubai oder China, wo es bei näherem Hinsehen kaum nachhaltige Bauweisen, faire Arbeitsverhältnisse und demokratische Beteiligungsformen gibt. In unseren Breiten wird eher geschaut, wo es sich im Rahmen einer ausgeglichenen Stadtentwicklung an bestimmten Punkten sinnvoll verdichten lässt.

Interview: Benjamin Winkler

Himmelsstürmer auf Rekordjagd

Amtierender Spitzenreiter: Der Burj Khalifa ragt schwindelerregende 830 Meter in Dubais Himmel.

Amtierender Spitzenreiter: Der Burj Khalifa ragt schwindelerregende 830 Meter in Dubais Himmel.

Quelle: dpa

Immer wenn einer sagt, es geht nicht höher, setzt irgendwo ein Architekt noch einen drauf: Seit drei Jahren wächst ein 1,2 Milliarden US-Dollar teurer Mega-Turm in Saudi-Arabien empor. Der imposante Jeddah-Tower! 1007 Meter wird der Gigant bei seiner Fertigstellung im Jahr 2020 in Richtung Himmel reichen, 167 Stockwerke mit Büros, Wohnungen, Geschäften und Hotelzimmern beherbergen.

Die futuristische Form dieses Wolkenkratzers ist hohe Kunst und ähnelt einer Riesennadel. Das neue Prestigeobjekt der Saudis wird nicht nur den 830 Meter hohen Burj Khalifa in Dubai als bisherigen Rekordhalter des höchsten Gebäudes der Welt ablösen, sondern auch das erste Bauwerk seit Menschengedenken sein, das die symbolträchtige Ein-Kilometer-Marke knackt.

Eines scheint klar: In Nah- und Fernost reift eine neue Generation Supertürme heran. 19 der 50 größten Hochhausriesen stehen jetzt schon aktuell in China, 14 der höchsten Wolkenkratzer befinden sich in den Vereinigten Arabischen Emiraten, acht in den USA. Und das Ende der Fahnenstange im vertikalen Städtebau ist wohl längst noch nicht erreicht.

Rückblickend hatte Deutschland nur einmal im internationalen Höhen-Ranking ein Wörtchen mitzureden – vor über 130 Jahren, als der glanzvolle Kölner Dom mit seinen 157 Meter hohen Kirchtürmen von 1880 bis 1884 das höchste Bauwerk seiner Zeit war. Das höchste Gebäude hierzulande stellt seit 1969 allerdings die Hauptstadt mit dem Berliner Fernsehturm – 368 Meter feinster Telespargel.

Das sprengt zwar die Dimensionen unserer Region, Höchstleistungen gibt es dennoch zu vermelden: Mag die Spitze des Leipziger Uniriesen bei Schlechtwetter gelegentlich in den Nebelschwaden hängen, um sich Wolkenkratzer nennen zu dürfen, fehlen dem 142-Meter-Turm aber noch 800 Zentimeter. Dennoch belegt er Rang 2 der höchsten Hochhäuser in den neuen Bundesländern. Selbst das Wintergartenhochhaus schafft es in die gesamtdeutsche Top 100. Leipzigs Wahrzeichen, das 91 Meter hohe Völkerschlachtdenkmal hingegen, erreicht in einer Kategorie sogar Platz 1 – es ist das größte Nationalmonument Europas.

bw

Leipzig 51.339695 12.373075
Leipzig
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