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Borna Überraschende Wende bei Pleißereinigung: Kahnsdorfer See könnte vom Tisch sein
Region Borna Überraschende Wende bei Pleißereinigung: Kahnsdorfer See könnte vom Tisch sein
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10:42 07.03.2018
Mit einer Überleitung in den Kahnsdorfer See (oben) wollte die LMBV die braune Pleiße (unten) reinigen. Das hat sich jetzt als nicht wirksam genug erwiesen. Quelle: LMBV/Peter Radke
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Neukieritzsch/Kahnsdorf/Leipzig

Anlieger des Kahnsdorfer und des Hainer Sees können möglicherweise aufatmen. Nach einer erneuten Beratung aller Beteiligten zur Reinigung der Pleiße von Eisenhydroxidschlämmen in dieser Woche bei der LMBV zeigten sich Teilnehmer überraschend optimistisch. Die von der LMBV bisher vorzugsweise betrachtete Umleitung des Flusses in den Kahnsdorfer See stellte sich als nicht erfolgversprechend heraus. „Man hat gesehen, dass das so nicht funktioniert. Ich gehe davon aus, dass der Kahnsdorfer See jetzt vom Tisch ist“, freut sich Neukieritzschs Bürgermeister Thomas Hellriegel (CDU) bereits.

Ganz so weit will die LMBV nach der Auswertung eines Gutachtens noch nicht gehen, wenn auch zugestanden wurde, dass die bisherige Euphorie gegenüber diesem Projekt stark gedämpft worden sei. Laut einer Pressemitteilung des Bergbausanierers sei nämlich dargelegt worden, „dass die bisherigen Modellierungen und Sedimentationsuntersuchungen eine mangelhafte Sedimentation im Kahnsdorfer See prognostizieren, wodurch die Maßnahmenwirksamkeit grundsätzlich in Frage gestellt wird.“ Im Klartext: Das Eisen, welches die Pleiße braun färbt, würde sich nicht in ausreichender Menge im Kahnsdorfer See absetzen.

Dennoch will sich die LMBV von ihrer bisherigen Vorzugsvariante zur Reinigung der Pleiße noch nicht ganz verabschieden. Etwas umständlich heißt es in der Mitteilung weiter, die weitere Vorplanung werde jetzt ausgesetzt, bis detailliertere Prognosen zur Wirksamkeit vorliegen.

Gleichzeitig sollen nun aber alternative Lösungsansätze betrachtet werden. aus einer Liste von rund 30 Varianten wurden zunächst die ausgesondert, bei denen entweder die Wirksamkeit nicht gegeben ist, die nicht durchführbar sind oder für die keine Genehmigung zu erwarten ist. Alle verbliebenen Möglichkeiten sollen nun auf einer nächsten Veranstaltung im September in einem ähnlichen Teilnehmerkreis und mit Fachgutachtern erörtert werden.

Teilnehmer der Veranstaltung in Leipzig waren anliegende Gemeinden, der Zweckverband Planung und Erschließung Witznitzer Seen sowie das Kommunale Forum Südraum Leipzig, Behörden, der Regionale Planungsverband Westsachsen-Thüringen, Vertreter der Eigentümer der Witznitzer Seen beziehungsweise der Kippe und die Bürgerinitiative Kahnsdorfer See.

Von André Neumann

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