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Borna Ukrainer wollen Wehr nach Bornaer Modell
Region Borna Ukrainer wollen Wehr nach Bornaer Modell
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21:00 08.06.2018
Die Feuerwehrkameraden aus Irpin werden zum Übungseinsatz ans Bornaer Rathaus gerufen und bekommen Hilfestellung bei der Nutzung der Drehleiter. Quelle: Hans-Robert Scheibe
Borna

Sechs Tage Feuerwehr – und das rund um die Uhr. Die zehnköpfige Delegation aus Bornas ukrainischer Partnerstadt Irpin kam während ihres Aufenthalts in der Großen Kreisstadt nicht zur Ruhe. Denn allein mit Besichtigungen und Besuchen von Gerätehäusern war deren Programm nicht getan, vielmehr standen auch Technik-Schulungen und Einsätze auf der Tagesordnung.

Interesse am deutschen Feuerwehrsystem

Nachdem Bornas Stadtwehrleitung im vergangenen November in Irpin zu Gast war, wurden die mittlerweile freundschaftlichen Kontakte mit dem jetzigen Partnerschaftsprojekt „Miteinander helfen – gemeinsam Menschen retten, Leben schützen“ intensiviert.

Vertreter der Irpiner Feuerwehr und Stadtverwaltung sowie der ukrainischen Katastrophenschutzbehörde (DSNS) waren hier, um die Besonderheiten des deutschen Feuerwehrwesens kennen zu lernen. Denn das unterscheidet sich deutlich vom ukrainischen. So unterstehen die Feuerwehren in der Ukraine allesamt der nationalen Katastrophenschutzbehörde DSNS und werden auch dementsprechend zentral gelenkt.

Ziel: Ebenfalls Freiwillige Wehren aufbauen

Allerdings hatte Irpins Bürgermeister Volodymyr Karplyuk bei einem seiner letzten Besuche bereits deutlich gemacht, dass er sich das System der Freiwilligen Wehren auch in Irpin vorstellen könne.

Beeindruckt davon zeigte sich auch Yurii Burenko, Leiter der staatlichen Feuerwehrabteilung in Irpin und Oberstleutnant des Zivilschutzdienstes. „Kleine Dörfer um Irpin herum sollen auch eigene Freiwillige Wehren bekommen, sie sind dann schneller am Einsatzort als unsere Berufswehren“, erklärte er. Allerdings müssten vorab die Bereitstellung der Technik geklärt und Freiwillige gefunden werden. Die Ausbildung – „hoffentlich auch von Frauen“ – solle von der Abteilung für organisatorische Arbeit und Innenpolitik koordiniert werden.

Bornaer Technik beeindruckt

Doch nicht nur das System der Freiwilligkeit überzeugte Burenko und Serhii Maistrenko, stellvertretender Leiter der DSNS. Auch die in Borna vorhandene Technik hinterließ bei beiden einen bleibenden Eindruck. „Die Ausrüstung ist auf einem sehr hohen Niveau“, machte Maistrenko deutlich. Die wurde allerdings nicht nur gezeigt, sie kam auch zum Einsatz.

Irpiner und Bornaer Kameraden rückten bereits am Dienstagabend zu einer Einsatzübung am Rathaus aus. Simuliert wurden ein Brand und die Höhenrettung einer Person. Weitere Einblicke erhielten die Gäste aus der Ukraine in die neue Regionalleitstelle in Leipzig und in die Flughafenfeuerwehr.

Eine kleine Nebensächlichkeit übrigens sorgte für staunende Gesichter bei den Gästen: Hosenkoppel der hiesigen Wehr samt einer Schnalle mit Feuerwehrmotiv. Stadtwehrleiter Tino Reim und sein Stellvertreter Kai Noeske ließen daher nichts unversucht, solche Koppel als Geschenke zu organisieren. Mit Erfolg.

Von Julia Tonne

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