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Umstritten: Orchester auf Sparliste

Umstritten: Orchester auf Sparliste

Der Landkreis Leipzig bekommt seinen Haushalt nicht rund und ist Ende März fast die einzige Region in Sachsen, die ihre Finanzen noch nicht unter Dach und Fach hat.

Borna. Vieles kommt auf den Prüfstand, nach Meinung der FDP auch die beiden Orchester. Fraktionschef Dieter Hager begründet dies mit Sparnotwendigkeit, Politiker müssten ehrlich und verantwortungsbewusst mit Wirtschafts- und Finanzkrise umgehen (die LVZ berichtete). Er erntet dafür Pro und Contra.

„Das ist Gerede á la Westerwelle“, kontert Fritz-Dieter Mittenzwei, der die CDU-Fraktion führt. „Damit retten wir den Haushalt nicht.“ Nur eine Erhöhung der Kreisumlage und Einsparungen in der Verwaltung könnten weiter helfen. Auch Heike Werner, Fraktionschefin der Linken im Kreistag, hält nichts davon. Rotstift und Privatisierungen seien keine Allheilmittel. Die Orchester würden eine hervorragende Arbeit leisten und seien wichtig für den ländlichen Raum. Wohl oder übel müsste bei den Verwaltungskosten gespart und auch über neue Strukturen der zusammen gelegten Landkreise nachgedacht werden. Karsten Schütze, Fraktionschef von SPD/Grüne, sagt: „Beide Orchester müssen als Klangkörper mit hoher Qualität erhalten werden.“ Sie würden nicht nur klassische Konzerte anbieten, sondern sich auch für die junge Generation engagieren. Schütze ist Lehrer und weiß, dass für viele Kinder das jährliche Schülerkonzert das einzige dieser Art ist. Außerdem dürfe bei der ganzen Diskussion nicht vergessen werden, dass der Löwenanteil der Kulturraum-Gelder vom Land Sachsen kommt. Uwe Herrmann, Vize-Fraktionschef der Unabhängigen Wählervereinigung im Kreistag, hält die Orchester-Diskussion für „überfällig“, auch wenn sie unpopulär sei. Es gehe neben den beiden Klangkörpern im Leipziger Land auch um die Orchester der Stadt Leipzig. „Wir haben in unserer Region die höchste Orchesterdichte Deutschlands“, so Herrmann. Er wolle keinen Kahlschlag, aber bessere Verknüpfungen. „Die Decke wird nicht größer. Wir müssen uns darüber austauschen, wie die neun Millionen Euro im Kulturraum verantwortungsbewusster verteilt werden“, so der Kreispolitiker. „Ich nehme solche Äußerungen sehr erst. Sie sind ein Spiegelbild, wie unsere Arbeit wahr genommen wird. Und das tut weh“, kommentiert Heiko Schulze, Geschäftsführer der Träger-GmbH von Rundfunk-Blasorchester Leipzig (RBO) und Bläserakademie Sachsen, den FDP-Vorstoß. Er wolle jetzt mit allen Entscheidungsträgern ins Gespräch kommen. Er kenne die prekäre Finanzsituation, möchte aber klarstellen, dass nicht nur Kultur subventioniert wird. Zum Beispiel koste ein Arbeiter im Steinkohlenbergbau mehr als ein Musiker. Seit 13 Jahren hätten seine 33 Orchestermitglieder keine Gehaltsanpassung bekommen. 2001 habe sich das RBO „bewusst aus der staatlichen Obhut“ gelöst und eine GmbH gegründet. Das Orchester absolviere jährlich 120 unterschiedliche Projekte. Dazu gehören Konzerte, Workshops, Seminare, CD-Einspielungen, Akademie-Veranstaltungen und Nachwuchsprojekte.

Claudia Carell-Domröse

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