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Borna Umzug der Rettungsleitstelle Grimma wird zur unendlichen Geschichte
Region Borna Umzug der Rettungsleitstelle Grimma wird zur unendlichen Geschichte
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11:30 01.06.2016
Die Rettungsassistenten Claudia und Michael warten in einem Rettungswagen auf den nächsten Einsatz. Quelle: Thomas Kube
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Landkreis Leipzig

An sich müssten die Rettungseinsätze im Landkreis Leipzig schon längst von der neuen Integrierten Rettungsleitstelle (IRL) in Leipzig aus koordiniert werden. Es war mal vom Starttermin 8. März die Rede gewesen. Dennoch sitzen die Disponenten nach wie vor in der Rettungsleitstelle in der Grimmaer Heinrich-Zille-Straße. Wann sich das ändert, weiß auch Carola Schneider, die Geschäftsführerin des Rettungszweckverbandes (RZV) der Versorgungsbereiche Landkreis Leipzig und Region Döbeln, nicht. Warum? Der schon lange avisierte Umzug und damit die Umsetzung der neuen Rettungskonzeption im Freistaat hängen von zu vielen Faktoren ab, die zumindest in Grimma niemand beeinflussen kann.

Von hier aus wurden im letzten Jahr 38 947 Notfallrettungen in die Wege geleitet. „Das betrifft alles, was über die Telefonnummer 112 gemeldet wird“, sagt Schneider. Hinzu kamen noch 25 244 Fälle, in denen die Disponenten Krankentransporte losschickten. In diesem Jahr waren es bereits gut 12 700 Notfalleinsätze und 8000 Krankentransporte. Und es dürften noch etliche von hier aus folgen. Zwar wird der Rettungsdienst in der Großstadt Leipzig mittlerweile von der neuen IRL koordiniert. Bevor aber die Grimmaer Mitarbeiter auch dort sitzen, muss der Rettungsdienst aus Nordsachsen umgezogen sein. Für den galt zuletzt der Termin 8. März, der ursprünglich der Zeitpunkt der Verlagerung des Rettungsdienstes von Grimma nach Leipzig war.

RZV-Geschäftsführerin Schneider macht klar, dass es beim Standortwechsel nicht mit der bloßen Verlagerung des Arbeitsplatzes der Disponenten getan ist. Es müssen Daten übergeleitet und die Mitarbeiter am neuen System eingearbeitet werden – bei gleichzeitiger Aufrechterhaltung des normalen Betriebs in Grimma. „Wie lange die Einarbeitung der Mitarbeiter dauert, da haben wir keine Erfahrungen.“ Auf die Schnelle sei das jedenfalls nicht möglich. „Es geht um Menschenrettung, das ist ein hochsensibles Thema.“ Außerdem ist noch unklar, wie viele der insgesamt 18 Disponentenplanstellen nach Leipzig verlagert werden. Vom bisherigen Gebiet des hiesigen Rettungszweckverbandes wechselt der vormalige Landkreis Döbeln (jetzt im Kreis Mittelsachsen) in den Bereich der neuen IRL Chemnitz, deren Ausbau noch längst nicht abgeschlossen ist.

Immerhin ist im Bereich des Grimmaer RZV im April mit der Einführung des Digitalfunks begonnen worden. Dabei werden sämtliche Rettungsfahrzeuge umgestellt. Mit dem Digitalfunk wird ein in sich geschlossenes, abhörsicheres Netz genutzt, das es nunmehr flächendeckend in Sachsen gibt. Andernorts, etwa in Berlin, existiert das Digitalnetz allerdings schon seit Jahren.

Via Digitalfunk werden dann die Einsätze koordiniert, zu denen die Einsatzkräfte aus den 14 Rettungswachen zwischen Grimma und Geithain sowie Markranstädt und Machern im Landkreis Leipzig starten. Die Wachen sind so verteilt, „dass die Rettungskräfte 95 Prozent der Menschen innerhalb der gesetzlich vorgeschriebenen Hilfsfrist erreichen“, sagt die Geschäftsführerin. Festgelegt ist, dass sie spätestens zehn Minuten nach dem Gesprächsende des Disponenten am Einsatzort eintreffen. Im Bereich des Grimmaer Rettungszweckverbandes ist das in 92, 93 Prozent aller Fälle so. Vorgeschrieben sind 95 Prozent. „Es gibt aber immer Dinge, die niemand beeinflussen kann“, sagt Carola Schneider. Straßensperrungen und Fahrzeugausfälle etwa oder auch ein Unwetter.

Von Nikos Natsidis

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