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Umzug mit Fragezeichen

Umzug mit Fragezeichen

Am 21. Januar fällt die Entscheidung, ob die neue Grundschule Nord bereits mit Beginn des zweiten Schulhalbjahres genutzt werden kann. Das sieht bekanntlich ein Stadtratsbeschluss vor (die LVZ berichtete).

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Quelle: Jakob Richter

Borna. Sollte die Schule noch nicht bezugsfertig sein, erfolgen Umzug und Fusion der Schulen Nord und Ost erst in den Sommerferien. Für die betroffenen Schüler und Lehrer eine komplizierte Situation. Auf der aktuell größten und wichtigsten innerstädtischen Baustelle sieht es derzeit aus wie in jedem Einfamilienhaus kurz vor dem geplanten Einzugstermin. Kaum jemand kann sich vorstellen, dass alles rechtzeitig fertig wird. Rechtzeitig – das heißt im konkreten Fall bis zum Beginn der Winterferien. Am 21. Januar steht eine Art Bauabnahme an. Vertreter des zuständigen Planungsbüros und der Stadtverwaltung nehmen das Bauwerk dann ebenso wie Mitarbeiter des Landratsamtes und anderer Behörden unter die Lupe. Es geht dann, sagt Oberbürgermeisterin Simone Luedtke (Linke), um die Frage, ob alles bis zum Ende des Schulhalbjahres am 1. Februar bezugsfertig ist. Schließlich brauche die Verlegung der Schule Nord aus ihrem Übergangsdomizil in der Westschule sowie der Umzug der Neuseenland-Grundschule ihre Zeit. Eben die zwei Wochen Winterferien. Das wäre ein riesiger Kraftakt, den Schulleiterin Marion Küttner und ihre Kollegen von der Ostschule aber keineswegs scheuen würden. Dennoch sieht sich die Pädagogin, eine Frau, die ihre Worte mit Bedacht wählt, von einer unhaltbaren Situation. An sich müssten die Eltern längst informiert worden sein, ob die Schule in der Winterferien umzieht. „Aber ich kann noch keine Elternbriefe rausschicken, weil alles unklar ist." Eine Entscheidung über einen möglichen/notwendigen Umzug erst am 21. Januar falle viel zu spät. Schließlich müssten die Lehrer bereits jetzt damit beginnen, die Materialien zu verpacken, die auch in der neuen Schule gebraucht werden. Lediglich neun Tage – zwischen dem 21. Januar und dem letzten Schultag vor den Ferien am 1. Februar – das sei zu wenig Zeit. Wobei es, sagt Schulleiterin Küttner, ja durchaus denkbar sei, „dass wir dann ein halbes Jahr mit gepackten Kisten leben". Schließlich seine Verschiebung des Umzuges, „gegen den wir uns keineswegs stäuben", wie die Schulleiterin betont, durchaus realistisch. Auf dieses Probleme verweisen auch Vertreter des Stadtrates. In einem Brief, den Oliver Urban (SPD), Sylvio Weise (CDU), Gunther Sachse (Linke) und Sebastian Stieler (fraktionslos) nach eine Baustellenbesichtigung in der vorigen Woche an Oberbürgermeisterin Luedtke geschrieben haben, heißt es, „ dass der vorgefundene Bautenstand Bedenken hinsichtlich der Fertigstellung des Objektes bis zu den Winterferien rechtfertigt". Die vier Stadträte regen daher an, „dass der Stadtrat seitens der Stadtverwaltung umfassend über den Stand des Projektes informiert wird". Zudem sollten die Informationen zum Bauvorhaben dergestalt aufbereitet werden, „dass ein verbindlicher Ablaufplan für noch zu bewältigenden Restarbeiten den Stadträten zur Kenntnis gegeben wird". Weiterhin soll die Rathauschefin für „umfassende Information zu den eingeleiteten Maßnahmen" sorgen, die einen Umzug im Winter ermöglichen sowie über die „der Stadt entstehenden Mehrkosten durch den Verzug der Arbeiten". Lehrer und Personal der Schulen müssten Planungssicherheit haben „und sicher sein können, dass der Schulbetrieb entsprechend den Sicherheitsvorschriften und möglichst störungsfrei durch fortgesetzte Bautätigkeit während des Unterrichts erfolgen kann". Nach Angaben der Oberbürgermeisterin gehe es um die Frage, inwieweit es rund um die Schule ausreichend Platz für die Schüler gibt. Aktuell sei nur ein Zugang über die Nordseite möglich. Vor allem der Hort benötige Platz. Klar ist allerdings, dass die Arbeiten an den die Außenanlagen keinesfalls gleichzeitig mit der Beendigung der Bauarbeiten in und am Schulgebäude beendet sein werden. Der Umzug im Sommer gilt als Plan B. Den hatte ursprünglich auch Luedtke favorisiert. Im Stadtrat hatte aber eine Mehrheit auch unter Verweis auf die hohen Heizkosten im maroden Gebäude der Ostschule durchgesetzt, den Umzugstermin nach Maßgabe des Baufortschritts auf die Winterferien vorzuverlagern. Beim Umzug müssen auch Teile des Mobiliars aus der Westschule verlegt werden. Etwa Schultafeln und Möbel, die nach Angaben der Rathauschefin noch in einem Zustand sind, der ihren Ersatz durch Neuanschaffungen aus Kostengründen verbiete. Allerdings werde es dabei nicht so weit kommen, dass die Klassenzimmer sozusagen mit Möbeln verschiedener Baujahre gemischt werden. Luedtke: „Das bildet in jedem Fall eine optische Einheit." Das sind Probleme, die für die Leiterin der Neuseenland-Grundschule weit weg sind. Der Schwebezustand sei für die aktuell 185 Schüler und 13 Lehrer eine große Belastung. Immerhin handelt es sich bei den nächsten Wochen auch um die Zeit, in der für die Viertklässler eine wichtige Weichenstellung ansteht: Sie bekommen ihre Bildungsempfehlungen. Ganz abgesehen davon, dass an der Schule am 28. Januar Fasching gefeiert wird. Ob es die letzte Veranstaltung in der nahezu 34-jährigen Geschichte der Bildungseinrichtung ist, „das wissen wir aber noch nicht".

Nikos Natsidis

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