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Borna Unfall-Fahrer bestreitet Tötungsabsicht
Region Borna Unfall-Fahrer bestreitet Tötungsabsicht
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23:00 19.03.2012
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Leipzig

Die Staatsanwaltschaft wirft ihm versuchten Mord vor. Mehr als ein Dutzend Zeugen hörte das Gericht am Montag an. Über seinen Anwalt Malte Heise räumte der Angeklagte ein, das Unfall-Auto gefahren zu haben. Eine Tötungsabsicht aber wies er zurück.

Dass der Angeklagte gestern zugab, den Unfall mit schwersten körperlichen Folgen für den 34-jährigen Polizisten Agilo F. verursacht zu haben und dass er das Geschehen bereue - diese Aussage wollte ihm Enrico Brand, der den Polizisten aus Waldheim als Nebenkläger vertritt, so nicht abkaufen. Zuerst habe der Angeklagte nämlich geäußert, sich nicht erinnern zu können, ob er an der Polizeisperre auf der B 95 bei Kesselshain Polizisten auf der Fahrbahn bemerkt habe. Erst zwei Zeugen - Polizeibeamte, die im Wagen hinter dem Fluchtfahrzeug saßen - halfen seinem Gedächtnis auf die Sprünge: Er habe den Zusammenstoß nicht gewollt, so seine damalige Beteuerung, und er habe sich nach dem Polizisten erkundigt, den unmittelbar zuvor an der Sperre überfahren hatte.

Anders als zum Prozessauftakt am 5. März war das Opfer gestern im Gerichtssaal zugegen. Seit der Unfallnacht wurde der Mann, der in Waldheim lebt, 19-mal operiert und musste sich wochenlangen Rehabilitationsmaßnahmen unterziehen. Eine Zeit lang hatten ihn die Ärzte aufgrund der schweren Verletzungen in ein künstliches Koma versetzt. Dass der Unfallfahrer sich nur knapp zu seiner Tat bekannte und zu dem Leid, das er dem Polizisten und seiner Familie zufügte, die Schilderung seiner an bedauernswerten Missständen und Drogenverstrickung reichenden Lebensgeschichte dagegen breiten Raum einnahm, musste das Opfer als einen Schlag ins Gesicht empfinden.

Die Vorgeschichte des Unfalls, bei dem der 25-Jährige nicht Vorbestrafte unter Einfluss der Partydroge Crystal stand, hatte das Gericht unter dem Vorsitzenden Richter Hans Jagenlauf bereits zum Prozessauftakt beleuchtet. Im Espenhainer Gewerbegebiet an der Alten Feuerwache hatte der Mann ein Fenster aufgehebelt, Kupferrohre und Kupferkabel aus der Wand gerissen und zum Abtransport bereitgelegt. Dabei wurde er ertappt. Mit einem Opel Omega, der nicht versichert war, flüchtete er mit bis zu Tempo 180 in Richtung Borna, überfuhr rote Ampeln und schließlich den Polizisten an einer errichteten Sperre. Dass der Wagen nicht versichert war, ist für das Unfallopfer ein zusätzliches Problem: Es gibt keine Haftpflichtversicherung, die die Schäden regulieren könnte.

Ekkehard Schulreich

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