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Borna Ungebetener Besuch: Wildschweine toben sich in der Gartenanlage aus
Region Borna Ungebetener Besuch: Wildschweine toben sich in der Gartenanlage aus
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00:35 09.04.2018
Rainer Sinkwitz zeigt die Spur der Wildschweine in der Bornaer Anlage „Bergmanns Glück". Quelle: Nikos Natsidis
Borna

Das war am Donnerstag eine böse Überraschung für die Kleingärtner in der Anlage „Bergmanns Glück“. In der Nacht zuvor hatten sich Wildschweine direkt vor dem Spartenheim ausgetobt und die Wiese davor regelrecht umgepflügt.

Es war nicht der erste Besuch der Schweine in der Anlage hinter der Luckaer Straße in Borna. Schäden gibt es an vielen Orten. Seit Gründonnerstag werden die etwa 120 Gärten heimgesucht, wie Rainer Sinkwitz, Mitglied im Vereinsvorstand, sagt. Dennoch dürfte sich daran so schnell nichts ändern.

Jagd in der Gartenanlage nicht möglich

Weil es sich bei der Gartenanlage aus den 60er-Jahren um einen so genannten befriedeten Bezirk handelt, wie Birgit Kunze, ihres Zeichens Sachbearbeiterin in der Unteren Jagdbehörde im Bornaer Landratsamt, klarmacht. Dort sei die Jagd schlichtweg verboten, „und wenn es ein Jäger trotzdem machen würde, kommt der Staatsanwalt“.

Die Expertin weiß natürlich, dass ganz normale Gartenzäune für Wildschweine überhaupt kein Hindernis sind. „Die hebeln so etwas aus.“ Und natürlich seien Kleingärten mit Komposthaufen oder auch Futter für Hunde und Katzen eine Art gedeckter Tisch für Wildschweine, aber auch für Füchse und Waschbären.

Immer mehr Wildschweine

Die Zahl der Wildschweine habe sich außerordentlich erhöht, so Fachfrau Kunze weiter. Das liege auch an den alles andere als harten Wintern, weshalb die Bachen bereits im Winter trächtig seien. Mehr noch: Mittlerweile bekommen die Schweine mehrmals im Jahr Nachwuchs; außerdem gebe es bei den Tieren so etwas wie frühreife Teenager, vergleichsweise junge Tiere, die schon für Nachwuchs sorgen.

Weil andererseits die Jäger gehalten seien, im Kampf gegen die Schweinepest zu schießen, was das Zeug hält, fielen dem auch Leitbachen zum Opfer. Die Folge, so Birgit Kunze: „Die Tiere werden versprengt.“ In der vormaligen Tagebau-Landschaft rund um Borna finden sie zudem ideale Bedingungen.

Kleingärtner sind quasi ausgeliefert

Das aber habe zur Folge, dass die Kleingärtner den Wildschweinrotten in gewisser Weise ausgeliefert seien. „Es gibt keine hundertprozentige Sicherheit.“ Im besten Falle könne sich der Jäger unmittelbar auf die Fläche hinter dem letzten Kleingarten der Anlage setzen, um die Tiere dort zu jagen, sagt die Expertin weiter.

Für die Kleingärtner im „Bergmanns Glück“ alles andere als eine gute Botschaft. Dabei hat die eigentliche Kleingartensaison noch gar nicht begonnen.

Stimmung unter den Gärtnern ist mies

Beate Weidinger, wie Rainer Sinkwitz im Vorstand des Vereins, fürchtet jedenfalls Schlimmes. Wenn erst die Kartoffeln in der Erde seien, „kriegen wir die Wildschweine gar nicht mehr los“. Rainer Sinkwitz verweist auf die Stimmung unter den Kleingärtnern. „Die ist mies.“

Und er fürchtet um die Zukunft des Vereins. Schließlich stehen im „Bergmanns Glück“, wie in anderen Anlagen auch, Gärten leer, für die neue Nutzer gesucht werden. Potenzielle Interessenten könnten von den ungebetenen Besuchern aber abgeschreckt werden.

Von Nikos Natsidis

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