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Borna Unterm Zuckerhut im Glauben vereint
Region Borna Unterm Zuckerhut im Glauben vereint
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16:25 19.05.2015
Winken zum Abschied: Die Bornaer Sarah Kokot und Pascal Kühn begannen am Sonntag ihre Reise nach Brasilien. Sie nehmen am Weltjugendtag teil. Zunächst ging es mit dem Bus von Dresden nach Berlin, dann per Flugzeug nach Südamerika. Quelle: Siegmund Kokot

Sie gehören zu der 34-köpfigen Pilgergruppe des Bistums Dresden-Meißen, die am XXVIII. Weltjugendtag in Rio de Janeiro teilnimmt. Nach dem Flug von Berlin nach Brasilien landete sie gestern im von Rio 360 Kilometer entfernt gelegenen Erzbistum Sao Paulo. Die erste Woche verleben die Sachsen dort in Itapecerica da Serra, wo sie das Leben und den Glauben der Gastgeber kennenlernen, bevor sie am 22. Juli zum Weltjugendtag reisen.

"Der feste Glaube an Gott ist die Grundlage für alle Entscheidungen in meinem Leben", sagt Sarah Kokot. Die junge Frau aus Borna ist aus der Wiege heraus mit dem Christentum aufgewachsen und geht seit jeher, wie sie selbst meint, einen gemeinsamen Weg mit ihrem Herrn. Bereits als Kind wurde die heute 22-Jährige in der katholischen Gemeinde St. Joseph, in der sich auch ihre Eltern schon viele Jahre engagieren, getauft. Seitdem besucht die Studentin für Sozialmanagement die Pfarrei in der Stauffenbergstraße regelmäßig zu den Gottesdiensten, Gruppengesprächen und Themenabenden.

Auch den jungen Bornaer Pascal Kühn trifft man immer wieder in der katholischen Kirche an. Obwohl der 25-Jährige aus einer nicht-christlichen Familie stammt, spiele Gott eine große Rolle in seinem Leben. Vor etwa sechs Jahren habe er, angestoßen durch seine damalige Freundin, zum Glauben gefunden und festgestellt, dass es einen tieferen Lebenssinn gibt. "Ich bin durch meine Verbundenheit zu Gott einfach gefestigter, in dem was ich tue", meint der Mathe- und Chemiereferendar des Leipziger Brockhausgymnasiums.

Der unerschütterliche Glaube an die Kraft Gottes verbindet die beiden jungen Bornaer und Millionen andere junge Menschen auf der ganzen Welt. Zum internationalen Weltjugendtag treffen sich die 15- bis 30-Jährigen Katholiken alle zwei bis drei Jahre, um ihren Glauben gemeinsam zu erleben und zu feiern. Dieses Mal geht die etwa zweiwöchige Pilgerreise nach Brasilien. Unter dem Motto "Geht hin und macht zu Jüngern alle Völker der Erde" kommen am Fuße des Zuckerhuts in Rio de Janeiro vom 23. bis zum 28. Juli Hunderttausende junge Katholiken zu verschiedensten religiösen und kulturellen Veranstaltungen zusammen. In den sechs Tagen werden Katechesen, Gottesdienste, Konzerte, Musicals, Workshops und Diskussionsrunden angeboten, die die Fragen und Anliegen der Jugendlichen aufgreifen sollen und inhaltlich auf das Motto des Weltjugendtages ausgerichtet sind.

Sarah Kokot und Pascal Kühn sind am meisten auf die "Tage der Begegnung" gespannt, die immer eine Woche vor dem offiziellen Weltjugendtag an verschiedenen Orten im Austragungsland stattfinden. Die beiden Bornaer sind mit ihrer 34-köpfigen Truppe des Bistums Dresden-Meißen in Sao Paolo untergebracht. Dort haben sie die Möglichkeit, interessante Einblicke in das Alltagsleben und die Kultur Brasiliens zu bekommen. "Wir haben gehört, dass die Menschen dort ihren Glauben ein wenig anders leben, als wir hier in Europa. Vielleicht können wir uns ja ein bisschen mehr Offenheit mitnehmen", erzählen die jungen Katholiken.

Bereits vor zwei Jahren waren Sarah Kokot und Pascal Kühn mit fünf weiteren Freunden ihrer Bornaer Gemeinde zum Weltjugendtag in Madrid gereist. Die schönen Erinnerungen daran ließen die Vorfreude auf die diesjährige Pilgerreise nur noch mehr wachsen.

Organisatorisch hatten die beiden Bornaer kaum Arbeit. Denn um die Anmeldung, Flugbuchung und Unterbringung im Gastgeberland kümmert sich jedes Mal die Jugendseelsorge des Bistums Dresden-Meißen. Lediglich ein Formular mit den wichtigsten Daten zur Person mussten die Bornaer ausfüllen. Wo sie genau nächtigen, wussten sie vor dem Abflug zwar noch nicht. Aber das sei auch weniger wichtig. "Mit Schlafsack und Isomatte kann man fast überall schlafen", sagt Pascal Kühn mit einem Augenzwinkern. Die Kosten für die zweieinhalbwöchige Tour halten sich mit 1700 Euro in überschaubaren Grenzen. Zwar müssten die Jugendlichen einen Großteil der Reisekosten selbst tragen. Aber durch die finanzielle Förderung des Bistums bleibe die Pilgerfahrt grundsätzlich bezahlbar, so der 25-Jährige.

In Rio erwartet die beiden keineswegs ein steifes Programm, sondern ein religiöses Fest unterm Zuckerhut. Dazu gehört das Sambatanzen genauso wie der Eröffnungsgottesdienst an der Copacabana. Allerdings solle man die Reise nicht mit einem Partytrip verwechseln, meint Pascal Kühn. Feiern ja, aber immer mit Sinn und vor einem bestimmten Hintergrund.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 16.07.2013

Anja Macheleid

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