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Borna Unterricht im Keller
Region Borna Unterricht im Keller
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16:54 03.09.2012
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Espenhain

„Wir sind froh über diese Lösung", sagt die Leiterin der Außenstelle Maren Deistler. Das Gebäude hat die besten Jahre längst hinter sich. „1990 sind wir eingezogen. Da war die Schule neu und voll bis unters Dach", erinnert sich der heute 55-jährige Oberstufenberater Michael Kluge. 22 Jahre später fehlt es an allen Ecken, weil seit damals kaum etwas gemacht wurde. Einige Fenster lassen sich nicht mehr schließen, die Sanitäranlagen versprühen – wenn überhaupt – alten DDR-Charme. Gravierend aber seien die Brandschutzauflagen, denen der Plattenbau nicht gerecht wird. Manko: Es gibt im ganzen Schulhaus keine Brandschutztüren. Eine Summe von rund 80 000 Euro in ein verschlissenes Gebäude zu stecken, das ohnehin bald ausgedient hat, erschien wenig sinnvoll. Und so wurde vom Landkreis im Frühsommer ernsthaft erwogen, die Schule zu schließen und die Betroffenen für ein Schuljahr in Borna zu unterrichten. Dann ab dem Schuljahr 2013/2014 werden wie berichtet alle vier Außenstellen des Beruflichen Schulzentrums Leipziger Land (BSZ) im Stammhaus in Böhlen konzentriert. Das nur einjährige Interim in der Außenstelle Borna wurde letztlich wieder verworfen. Einige Schüler wären sicher abgesprungen, vermutet die 44-jährige Deistler. „Wir freuen uns über den Kompromiss und dass der Umzug nach Borna zu den Akten gelegt wurde." Die Bemühungen des Landkreises und der Behörden nach einer anderen Lösung führten in den Keller des Gebäudes. Der eignet sich für den Schulbetrieb, weil die Schüler im Ernstfall gefahrlos über die Fenster nach draußen gelangen können. Der Fluchtweg ist also gesichert. In den Ferienwochen wurde richtig angepackt, um die bis dato wenig genutzten Bereiche herzurichten. Mit Erfolg: Im Keller stehen drei große Unterrichtsräume, ein kleinerer und ein Computerkabinett zur Verfügung. Die Schüler der 13. Klasse verpassten der neuen Aula frische Farbe. Auch im Übrigen machen die Zimmer, die zum Teil als Lager genutzt wurden und entmüllt werden mussten, einen vernünftigen Eindruck. Teils stehen sogar neue Möbel drin. Ein Problem sind die Toiletten. Die Jugendlichen müssen ins Erdgeschoss. Drei Klassen bestreiten das letzte Jahr in der Espenhainer Schule: Die neue elfte Klasse hat 18 Schüler, die zwölfte 17 und die Dreizehnte acht Schüler. Die kleinen Gruppen werden beim Lernen als Vorteil sein – keine Frage. Nicht zu umgehen ist die Pendelei, die Schüler und Lehrer betrifft. Der Sportunterricht findet in der neuen Sporthalle des BSZ in Böhlen statt. Die Schüler fahren mit dem Linienbus hin. Vier Elftklässler belegen den Fortgeschrittenenkurs Französisch und müssen dafür in die Außenstelle Markkleeberg. Und die Schüler der 13. Klasse haben zwei Tage pro Woche in Grimma Unterricht. Der Landkreis trägt die Mehrkosten. Auch die 20 Lehrer der Schulteile Espenhain und Markkleeberg müssen hin- und herfahren. „Die Pendelei ist stressig", sagt Kluge. Man dürfe kein Material vergessen. Dennoch sei der Kompromiss „die mit Abstand beste Lösung". Die Räume, die nun nicht mehr genutzt werden können, werden vorsorglich abgeschlossen. Außerdem gibt es eine spezielle Belehrung, weil sich die Jugendlichen nicht mehr frei im Haus bewegen können. In den nächsten Tagen gehen auch die Elternbriefe raus.

Sakia Grätz

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