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Borna Unterschriftensammlung für fünfte Klassen
Region Borna Unterschriftensammlung für fünfte Klassen
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16:42 19.05.2010
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Kitzscher

Nicht destotrotz wollen die Elternvertreter nicht hinnehmen, dass im Schuljahr 2010/2011 keine fünfte Klasse in der Mittelschule Kitzscher eingeschult werden darf. Deshalb trafen sich gestern Elternvertreter mit Bürgermeister Maik Schramm und Schulleiter Rainer Reichenbach, um Informationen für ihr weiteres Vorgehen zu erhalten. Genau um 12.30 Uhr war einen Tag nach Himmelfahrt in der Stadtverwaltung Kitzscher vom Kultusministerium in Dresden ein Fax eingetroffen, dass den Mitwirkungsentzug für eine neu zu bildende fünfte Klasse an der Schule in Kitzscher enthielt. „Damit hatten wir nicht gerechnet“, erklärte Bürgermeister Maik Schramm (Freie Wähler). Schließlich habe es zuvor eine Anhörung im Ministerium gegeben. Wir haben auf eine Ausnahmegenehmigung gehofft. Dabei stellte er klar, dass der Mitwirkungsentzug nicht bedeute, dass die Mittelschule Kitzscher dicht gemacht werde. „În einer Stellungsnahme listeten wir auf, warum es unbedingt die Klasse 5 geben muss“, erklärte Schramm. Zu den Fakten gehörte, dass laut Statistik das Schülerpotenzial, dass sich aus den Grundschulen Kitzscher, Espenhain und Borna-Nord ergibt, bis zum Jahr 2015/16 ausreichend sei. „Wir behalten uns als Stadt vor, rechtliche Mittel zu prüfen, damit die 33 angemeldeten Schüler ab August in Kitzscher in die Schule gehen können“, sagte der Bürgermeister. „Im nächsten Jahr werden sicherlich mehr Schüler in Kitzscher angemeldet, da sich die Zugangsbedingungen für das Gymnasium (Notendurchschnitt 2,0 statt 2,5) verändert haben“, ergänzte Stadträtin Elke Höhle (Die Linke). Auch würden mehr Viertklässler in der Grundschule Kitzscher 2010/2011 beschult. Sylke Trzebinsky vom Elternrat der Grundschule Kitzscher begrüßte diesen Schritt. Seit vorgestern habe sie mit weiteren Eltern Unterschriftslisten in der Stadt verteilt, um von Kultus zu fordern, dass in der Mittelschule Kitzscher eine fünfte Klasse aufgemacht werden darf. „Mein Sohn Lucas soll in die Mittelschule gehen. Er hat zwar einen Durchschnitt von 2,0 und könnte das Gymnasium besuchen. Doch er ist ein Integrationsschüler und braucht noch etwas Zeit“, erklärte die Mutter. Eine gymnasiale Ausbildung würde ihren Sohn zum derzeitigen Zeitpunkt überfordern. Auch Iris Fubel will, dass ihre Tochter Anna-Maria in Kitzscher beschult wird. „Ich möchte nicht, dass sie nach Borna kommt“, sagte sie. Diesen Kampf will auch Tobias Degner unterstützen. Er ist der stellvertretende Kreiselternratsvorsitzende. „Ich rate allen Eltern, in Widerspruch zu gehen, wenn sie den Bescheid in den Händen halten, dass ihr Kind nicht in Kitzscher beschult wird“, erklärte er. Dieser solle sofort an die Leipziger Bildungsagentur geschickt werden. Er bot an, die Unterschriften mit den Eltern zu Kultus zu bringen. Dabei weiß er, wovon er spricht. So musste er in Markranstädt miterleben, wie vor zehn Jahren der dortigen Schule untersagt wurde, eine fünfte Klasse zu eröffnen. Derzeit würde kein Schülermangel mehr bestehen. Auch die Lehrer der Mittelschule Kitzscher wollen alles daran setzen, um die Einrichtung noch attrakiver zu machen. „Wir werden nicht nachlassen, um den Schülern optimale Bedingungen zu bieten“, erklärte Schulleiter Rainer Reichenbach. Davon ist Sylvia Hatvani überzeugt. Sie selbst hatte als Schülerin Rainer Reichenbach im Sportunterricht. Ihr Sohn Markus besuchte bereits die Mittelschule. Nun soll ebenso ihr Sohn, Michele Moris, die Mittelschule Kitzscher besuchen. Derzeit geht er in die zweite Klasse. „Ich will nicht, dass sich an der Mittelschule eine Lücke auftut und eine Klassenstufe künftig fehlt“, erklärte sie. Damit ist sie sich auch mit Ferdinand Schug einig. Seinen Sohn Pascal will er unbedingt in Kitzscher und nicht in Bad Lausick oder Borna einschulen. „Wir wohnen zwar noch in Espenhain, aber die Eltern leben in Kitzscher, die ihn nach der Schule betreuen können“, erklärte er.

Cornelia Braun

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