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Untertagekumpel lassen in Espenhain alte Zeiten Revue passieren

Ehemaligentreffen Untertagekumpel lassen in Espenhain alte Zeiten Revue passieren

Um wieder einmal in Erinnerungen zu schwelgen, trafen sich einstige Espenhainer Untertagekumpel am Sonnabend in der Gaststätte Aspe. Wirt Peter Petters sorgte für die richtige Atmosphäre. So erklang das bekannten Lied „Glück auf, der Steiger kommt“, das alle in Gedenken an die mittlerweile verstorbenen Kumpel mitsangen.

Gemeinsam sangen die ehemaligen Kumpel das Steigerlied.

Quelle: René Beuckert

Espenhain. Um wieder einmal in Erinnerungen zu schwelgen, trafen sich einstige Untertagekumpel am Sonnabendnachmittag in der Gaststätte Aspe in Espenhain. Wirt Peter Petters sorgte für die richtige Atmosphäre. Auf einem Schallplattenspieler erklang die Vinylscheibe mit dem bekannten Lied „Glück auf, der Steiger kommt“, das alle in Gedenken an die mittlerweile verstorbenen Kumpel mitsangen.

Noch ein weiteres kleines Highlight hatte Petters vorzuweisen; in einem Zimmer bewahrt er zur Traditionspflege einige Bergmannsutensilien auf. „Das alles habe ich zur Erinnerung an die Bergmannszeit zusammengetragen“, erklärte er und zeigte auf eine Uniform, die einem ehemaligen Kumpel gehörte. Dazu eine Bergmannslampe, Erinnerungskohlen und Knöpfe von Bergmannsuniformen sowie viele weitere Kleinode der Geschichte, die Auskunft geben über die längst vergangenen Tage, die jedem Kumpel, der zu diesem Treffen gekommen war, noch lebhaft in Erinnerung sind.

„Irgendwie waren alle um Espenhain mit dem Bergbau verbunden“, sagte Peter Petters. Sein Vater war Kraftfahrer und ist für den Tagebau gefahren. Er selber war im Werk Espenhain viele Jahre beschäftigt. Jedes seiner Sammelstücke hat eine Geschichte. Auf einem Foto ist die Fußballmannschaft BSG Aktivist Espenhain vor einem Bus zu erkennen. „Das war in den 50er-Jahren ein zu einem Bus umgebauter Ford-Lastwagen, der die Mannschaft zu den Spielen fuhr. Damals konnten sich übliche Sportvereine so etwas kaum leisten“, erklärte der Wirt.

Solche Stichpunkte ließen andere Erinnerungen wach werden. Horst Kleinert erklärte, die Untertagearbeit sei besonders schwer gewesen. „Wir waren eine eingeschworene Gemeinschaft. Jeder musste sich auf den anderen verlassen können, denn im Ernstfall konnte das eigene Leben von einem anderen abhängen“, berichtete er. Bevor die Kohle abgebaut werden konnte, musste sie erst entwässert werden, damit später die Bagger sicheren Stand hatten. Das erfolgte bis 1968 noch Untertage, bevor die Arbeit durch neue technische Methoden ersetzt worden ist.

Der Job sei hart gewesen, schilderte Hans Göbel. Überall habe es Wasser gegeben, und nur der gummierte Anzug, den die Kumpel trugen, schützte sie vor der Nässe. Die Kälte jedoch kroch trotzdem hindurch. „Zwölf Grad Celsius herrschten dort unten“, erzählte Henry Döge. Wie er berichtete, wurde im spärlichen Licht von Karbidlampen der Stollen mit Muskelkraft und Spitzhacke jeweils vorantrieben. In einer Schicht kamen die Bergmänner etwa 1,5 bis zwei Meter weiter.

Nicht zum ersten Mal kamen die ehemaligen Kumpel am Sonnabend zusammen. „Es ist bestimmt die 15. Begegnung, doch genau kann ich es nicht mehr sagen“, meinte Kurt Dech. Ursprünglich hätten ihn einige seiner früheren Arbeitskollegen angesprochen, ob er nicht ein Ehemaligentreffen organisieren könnte. Die erste Zusammenkunft sei dann über Mund-zu-Mund-Propaganda zustande gekommen und habe alle erreicht, die noch rund um Espenhain lebten. „Um auch die Kumpel aufzufinden, die nicht mehr in ihrer alten Heimat wohnten, habe ich begonnen zu recherchieren“, erklärte Kurt Dech. Obwohl dies ein langwieriger Prozess gewesen sei, habe er nahezu alle ehemaligen Kollegen ausfindig machen können.

Von Renè Beuckert

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