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Unwetter wüten im Leipziger Land: Bürger in Espenhain besonders stark betroffen

Unwetter wüten im Leipziger Land: Bürger in Espenhain besonders stark betroffen

Unwetter und Sturm haben am Donnerstag und in der Nacht zu Freitag im Leipziger Land für Ausnahmezustände gesorgt. Besonders betroffen waren die Bürger in Espenhain, wo zahlreiche Bäume umknickten.

Espenhain/Leipzig. Der Verkehr auf der Bundesstraße 95 wurde so gut wie lahm gelegt. In der Gemeinde Parthenstein geriet durch Blitzeinschlag ein Feld in Brand. In Frohburg brannte eine Grasfläche. Auf der Autobahn Leipzig-Dresden (A14) kam es nahe der Anschlussstelle Naunhof zu vier Aquaplaning-Unfällen. Der Blechschaden beläuft sich laut Polizei auf 32.000 Euro.

Eine ruhige Nacht war es dagegen in Leipzig. Wie Harald Effenberger, Schichtführer der Feuerwehr, am Morgen auf Anfrage mitteilte, mussten seine Kollegen nicht ausrücken. „Es gab weder umgestürzte Bäume noch vollgelaufene Keller." „Land unter" hieß es dagegen in Teilen von Espenhain. Viele Leute hatten keinen Strom. Immerhin: Nach Polizeieingaben wurde niemand verletzt.

Tilly Vockert hatte gerade ihre Fleischerei an der Bundesstraße abgeschlossen, es war kurz nach 18 Uhr. Sie setzte sich gemütlich auf ihre Terrasse, da wurde sie stutzig. „Es zog was am Himmel auf, das nichts Gutes verhieß", erinnerte sich die 63-Jährige. Schnell schloss sie noch alle Fenster. Und dann sei es ganz schnell gegangen. Regen, Sturm und Hagel wüteten. Bäume krachten auf das Dach ihres Hauses. „Die Autos konnten kaum weiterfahren. Die ganze Straße lag voller Laub und Holz, und es regnete so stark, dass man gar nichts mehr sah", erzählte die Fleischerei-Inhaberin. Sie lebe seit ihrer Geburt in Espenhain, „aber so was habe ich noch nie erlebt".

Wie groß der Schaden am Dach des Hauses ist, könne sie jetzt noch nicht einschätzen. Die Polizei sperrte den Parkplatz vor ihrem Geschäft ab, weil ein Stromkabel nach unten hing. Tilly Vockert machte sich nach dem Unwetter erst einmal ans Aufräumen. Sie trug die großen Äste weg, griff zum Besen und fegte die Laubmassen beiseite. Aufräumen war auch in der Straße des Friedens angesagt. Auf etwa 200 Metern hatte der Sturm viele Bäume gefällt oder ihre Kronen geköpft. Die Feuerwehrmänner aus Espenhain, Rötha und Mölbis wussten gar nicht, wo sie zuerst hinrennen sollten. „Der Wind war unvorstellbar stark. Ich kann nicht sagen, wie viele Bäume hier umgefallen sind, vielleicht 30 oder 40 oder auch mehr", sagte Ralf Beyer von der Mölbiser Wehr. Jetzt gehe es erst mal darum, die Bäume von den Straßen zu bekommen. Mit Motorsägen zerkleinerten die Männer die Stämme und trugen sie an die Fahrbahnränder. Auch in zahlreichen Gärten mussten sie ran, weil Bäume gegen Häuser gestürzt waren. Im Neubaugebiet standen zudem zahlreiche Keller unter Wasser. Wie auch die Unterführung der Bundesstraße. Und es gab keinen Strom mehr - nicht nur in Espenhain. 10 000 EnviaM-Kunden waren im Landkreis Leipzig betroffen. „Ursache für die Stromausfälle waren in erster Linie umstürzende Bäume, die auf unsere Stromleitungen gefallen sind und diese beschädigt haben", sagte EnviaM-Sprecher Stefan Buscher. Die Wiederversorgung der Kunden erfolge schrittweise durch Umschaltung auf andere Leitungen. Wo dies nicht möglich ist, würden die beschädigten Stromleitungen repariert. „Alle verfügbaren Kräfte sind im Einsatz, um die Versorgung schnellstmöglich wiederherzustellen", so Buscher am Abend. Die Espenhainer standen Donnerstagabend noch lange vor ihren Häusern und diskutierten das Erlebte. Jemand erzählte, dass er die weiße Windwolke kommen sah: „Es wäre übertrieben zu sagen, dass sie wie ein Tornado aussah. Aber beängstigend war das schon."

Claudia Carell-Domröse / ahr / dpa

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