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Borna Urbanes Gärtnern erfreut sich großer Beliebtheit – auch in Borna
Region Borna Urbanes Gärtnern erfreut sich großer Beliebtheit – auch in Borna
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20:00 30.05.2017
Kräuter wachsen in der kleinsten Ecke. Dustin genießt bereits seine eigene Ernte aus dem Balkonkasten. Quelle: Jens Paul Taubert
Borna

Platz ist in der kleinsten Hütte. Und im kleinsten Garten auch, der selbst dann so genannt werden darf, wenn es sich lediglich um eine Terrasse handelt, auf der es grünt und blüht. Urbanes Gärtnern nennt sich das Werkeln auf kleinstem Raum. Und eben das erfreut sich zunehmend größerer Beliebtheit. Laut Katja Pompe, Mitarbeiterin der Mediothek Borna, habe sich das „Urban Gardening“ zum echten Trend entwickelt, der auch vor der Kreisstadt nicht halt mache. Weshalb die Mediothek in den vergangenen Wochen nicht nur Anlaufstelle für Bücherwürmer war, sondern auch für Pflanzenfreunde mit grünem Daumen.

Denn in gewisser Weise hat sich die Einrichtung zum Gartencenter gemausert. Gesucht werden noch bis zum Donnerstag die größten Bohnen der Stadt. Die Samen dazu kamen bereits vor einigen Wochen in die Erde, die Züchter aus den Kindergärten. Damit aber nicht genug. Urbanes Gärtnern heißt auch, aus wenig viel zu machen. So entstanden aus Büchsen Blumenampeln und Mini-Kräuterbeete. Ein Vorhaben während der Veranstaltungsreihe „Urbanes Gärtnern“ ist jedoch nicht geglückt: der Bau eines Hochbeetes vor der Bibliothek. Dabei wäre eben dieses das i-Tüpfelchen gewesen. Ein Beet, das von vielen gepflegt und anschließend auch abgeerntet werden darf. Denn das ist Ziel des Urbanen Gärtnerns.

In vielen Großstädten gibt es bereits Gemeinschaftsgärten, in den meisten Kommunen im Landkreis Leipzig beschränkt sich „Urban Gardening“ auf Schulgärten. Je nach Definition gehören zudem Klein- und Schrebergärten dazu, auch wenn so mancher Kleingärtner das ungern hören wird. Was alle Varianten gemeinsam haben: der Anbau von Lebensmitteln steht im Fokus. Denn Gurken, Tomaten, Radieschen und Erdbeeren wachsen auch in Töpfen und Pflanzschalen. „Immer mehr Menschen bauen eigenes Gemüse an, weil sie wissen wollen, woher ihre Lebensmittel stammen“, begründet Pompe den Trend. Zudem sei das eben auf engem Raum und ohne Schwierigkeiten machbar.

Dass sich die Mediothek dem Thema widmet, hängt auch mit der Ausleihe eng zusammen. Schließlich gehen Gartenbücher – gerade derzeit – weg wie die sprichwörtlichen warmen Semmeln. Egal, ob es um den Bau von Hochbeeten geht, um die richtige Kombination von Blühpflanzen im Balkonkasten oder um Pflanzen, die Insekten einen perfekten Lebensraum bieten: nachgefragt wird alles, was ansatzweise mit Terrasse, Balkon und Garten zu tun hat.

Da verwundert es doch etwas, dass das Hochbeet vor der Mediothek bisher nicht zustande gekommen ist. Allerdings ist aufgeschoben nicht aufgehoben. Vielleicht finden sich in absehbarer Zeit Bornaer mit grünem Daumen und handwerklichen Geschick, die den Bau in Angriff nehmen wollen. Denn letztlich wäre das Ergebnis für alle da. Obst und Gemüse – so war es angedacht – hätten von jedem geerntet werden können, der daran vorbeikommt. Einzige Gegenleistung: ab und an selbst Hand anlegen und bei der Pflege helfen.

Am Donnerstag findet die mehrwöchige Veranstaltungsreihe ihren Abschluss. Der Autor Frank Kreisler liest aus seinen Kriminalkurzgeschichten „Giftmorde auf Pflanzenbasis“. Zwar sind Blumen und Pflanzen schön anzusehen, aber weiß Gott nicht immer harmlos. Was man braucht, um unliebsame Menschen zu ärgern, ist ab 19 Uhr zu erfahren.

Von Julia Tonne

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