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Borna Urteil im Pegauer Missbrauchsprozess: Wiederholungstäter bleibt in Haft
Region Borna Urteil im Pegauer Missbrauchsprozess: Wiederholungstäter bleibt in Haft
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11:36 17.10.2016
Heiko P. (46) – Wiederholungstäter aus Borna – muss im Gefängnis bleiben. Quelle: Symbolfoto LVZ
Pegau/Leipzig

Heiko P. aus Borna ist wegen sexuellen Missbrauchs einer Siebenjährigen zu zwei Jahren und neun Monaten Freiheitsstrafe verurteilt worden. Die 3. Strafkammer des Landgerichtes Leipzig sah es als erwiesen an, dass sich der 46-jährige Angeklagte am 7. Januar dieses Jahres an der Tochter eines Bekannten vergangen hatte, in dessen Pegauer Wohnung er die Nacht verbracht und das Mädchen zu sexuellen Handlungen gezwungen hatte. Beim Strafmaß blieb die Kammer unter Vorsitz von Richter Norbert Göbel zur Urteilsverkündung am Freitag unter dem Antrag der Staatsanwaltschaft (drei Jahre) und über dem der Verteidigung (2 Jahre und drei Monate).

Das umfassende Geständnis des Angeklagten, mit dem verhindert werden konnte, dass das siebenjährige Opfer als Zeugin vor Gericht aussagen musste, wurde strafmildernd gewertet. „Das war’s dann aber auch schon“, bilanzierte Staatsanwältin Ursula Fiebig in ihrem Plädoyer. Der mehrfach vorbestrafte Angeklagte – P. saß bereits eine mehrjährige Haftstrafe wegen des sexuellen Missbrauchs eines Kindes in fünf Fällen ab – ist „zumindest pädophil belastet“. Auch wenn er selbst erkannt haben will, dass er sich einer Therapie unterziehen müsse und diese während der Haft in Anspruch nehmen möchte, sei „nicht erkennbar, dass er sich über die Folgen dieser Tat tatsächlich im Klaren ist“, so Fiebig.

Die Siebenjährige sei schwer traumatisiert und habe eine Schädigung ihrer Persönlichkeit erlitten. Die psychischen Störungen seien aber nicht allein der Tat im Januar zuzuordnen, wie Verteidiger Ingo Stolzenburg argumentierte. „Das Kind ist in sozialen Mangelverhältnissen aufgewachsen. Die Ursachen für die Schädigungen des Kindes sind auch im familiären Umfeld zu suchen“, so Stolzenburg.

Die Verteidigung scheiterte zudem mit ihrem Antrag, den Haftbefehl gegen den Angeklagten aufzuheben. In diesem Fall hätte Heiko P. das Gefängnis in der Leinestraße zumindest solange verlassen können, bis das Urteil rechtskräftig und der Antritt zur Haftstrafe angeordnet wird. P. gab an, dass er unter schwerem Asthma leidet und diese in der JVA nicht auskurieren könne. Er könne wegen drohender Drangsalierungen der Mitgefangenen nicht ins Freie, was sein Leiden noch verschlimmert habe. Deshalb wolle er – nach neunmonatiger Untersuchungshaft – in seine Bornaer Wohnung zurückkehren.

Die Staatsanwaltschaft beantragte, den Haftbefehl nicht außer Kraft zu setzen. „Es besteht weiter eine Fluchtgefahr. Außerdem ist nicht auszuschließen, dass der Angeklagte erneut eine solche Tat begeht.“ Die Kammer behielt den Haftbefehl aufrecht. Vorsitzender Nöbel begründete: „Da wo sie jetzt sind, sind sie am besten aufgehoben.“ P. muss im Gefängnis bleiben und auf seine Verlegung nach Waldheim warten. Dort will er eine Sozialtherapie beginnen.

Das Vorstrafenregister des 46-Jährigen beinhaltet über zwei Dutzend Einträge. Zig Geld- und Jugendstrafen unter anderem wegen Körperverletzung, Bedrohung und Betrugs. Eine achtjährige Freiheitsstrafe hatte der Vater zweier Kinder 2006 abgesessen. Schon einmal wegen Kindesmissbrauchs.

Das Urteil ist noch nichts rechtskräftig.

Von Thomas Lieb

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