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Verband muss Trasse frei machen

Verband muss Trasse frei machen

Brunnen, Leitungen, Kanäle - der Zweckverband Wasser/Abwasser Bornaer Land (ZBL) plant in diesem Jahr Investitionen in Höhe von rund 3,2 Millionen Euro. Sie sind im Wirtschaftsplan verankert, der unmittelbar nach dem Beschluss zu den neuen Trinkwassergebühren verabschiedet wurde.

Borna. Der Autobahnabschnitt von Borna nach Rötha wirft längst seine Schatten voraus - auch beim Wasserversorger ZBL. Um die Autobahntrasse frei zu machen, muss der ZBL mehrere Trinkwasserleitungen verlegen und erneuert sie dabei gleichzeitig. "Wir sind noch bei den Planungen", sagt ZBL-Betriebsleiter Michael Spitzner. Zudem gebe es einen großen Abstimmungsbedarf, etwa mit Gas- und Stromversorgern. Doch schon in diesem Jahr sollen erste Arbeiten beginnen, "das Gros geht aber 2014 über die Bühne", sagt Spitzner. Für die Jahre 2013 bis 2015 veranschlagt der Verband Baukosten in Höhe von 2,34 Millionen Euro. Und auch wenn es staatliche Baukostenzuschüsse in Höhe von 1,7 Millionen Euro gibt, reichlich 600 000 Euro muss der kommunale Verband nach den Regularien aus eigener Tasche stemmen. "Das ist nicht wenig", so Spitzner. Weil wegen der A 72 auch ein Brunnen geopfert werden muss, wird nahe des Wasserwerkes Kesselshain ein neuer Tiefbrunnen angelegt. Die Kosten dafür sind mit 220 000 Euro veranschlagt. Leitung Trages - Kömmlitz ist fällig Ähnlich geht es dem ZBL in Böhlen, wo er durch den Ausbau der Bahnstrecke zum Mitziehen gezwungen ist. Hier muss die Trinkwasserleitung im Bereich Friedrich-Engels-Straße/Am Häuerweg verlegt und damit erneuert werden. Von den 2013er Gesamtkosten in Höhe von 353 000 Euro trägt die Deutsche Bahn ein reichliches Drittel. Eine größere Investition steht im östlichen Verbandsgebiet ins Haus. Bis 2017 soll die Trinkwasser-Transportleitung von Trages nach Kömmlitz erneuert werden. Der Umfang des Vorhabens ist mit 754 000 Euro beziffert. "Das ist eine verschlissene Leitung aus DDR-Zeiten, sie macht erhebliche Probleme", erklärt Spitzner. Druckstörungen und Havarien seien an der Tagesordnung. In Borna investiert der ZBL in diesem Jahr weitere 55 000 Euro in das Ortsnetz im Norden und wechselt für 75 000 Euro die Trinkwasserleitung in der Mühlgasse aus, die die Stadt von Grund auf sanieren lässt. Unter anderem in der Straße des Friedens in Espenhain (85 000 Euro), in der Dorfstraße Nehmitz (70 000 Euro), in Gatzen (50 000 Euro) und in der Lobstädter Straße/Straße des Friedens in Großzössen (100 000 Euro) will der Verband ebenfalls das Trinkwassernetz ertüchtigen. Anlage fürs Hochwasser wappnen Im Abwasserbereich wird in diesem Jahr gleichfalls eine Millionensumme verbaut. Der Verband regelt für Teile Bornas sowie für Regis-Breitingen und Deutzen die Abwasserentsorgung.Für das Hochwasser der Wyhra vor wenigen Tagen kommt das Vorhaben in der Abtsdorfer Straße in Borna zu spät. Künftig soll es aber vermieden werden, dass hier Abwasser in den Fluss gelangen kann. Laut Spitzner sollen die Abwasserpumpstation und die Mischwasserkanalisation bis 2014 für insgesamt 1,06 Millionen Euro saniert werden. Sämtliche veraltete Anlagen, insbesondere das Einlaufbauwerk, indem das Abwasser durch einen groben Rechen muss, seien zu erneuern, sagt der ZBL-Betriebsleiter. Zudem würden die Einlaufbauwerke angehoben, so wie es die Untere Wasserbehörde verlangt. Damit soll die Abwasseranlage künftig vor einer ansteigenden Wyhra sicher sein. "Die Planungen für das Vorhaben laufen noch", so Spitzner. "Die Ausschreibung ist für Ende 2013 geplant." Der Verband muss in der Bornaer Mühlgasse auch den Abwasserkanal erneuern (Kostenpunkt 100 000 Euro) und investiert in das Abwassernetz im Norden der Kreisstadt. Falls die Stadt Regis-Breitingen die Forststraße auf Vordermann bringt, wird der ZBL auch hier die Kanalisation erneuern. Im Wirtschaftsplan sind dafür 2013/14 insgesamt 310 000 Euro verankert. Sorgenkind Deutzen "Sorgen macht uns das Ortsnetz in Deutzen", sagt Spitzner. Auch die Entscheidungen des Verbandes würden darunter leiden, dass sich in der Eingemeindungsfrage Deutzens nichts bewegt. "Der Bedarf zur Sanierung der Schmutzwasserkanäle steigt von Jahr zu Jahr", verdeutlicht der Betriebsleiter. Die Gemeinde Deutzen verfüge aber nicht über das Geld zur grundhaften Erneuerung ihrer Straßen. Die offene Situation sei auch der Grund, so Spitzner, warum der Verband in den letzten Jahren vordergründig in die Ortsnetze von Borna, Regis und Thräna investiert habe und in Deutzen vergleichsweise wenig passiert sei. "Wenn die Kommune Straßen erneuert, ziehen wir mit den Kanälen mit."Der Verband finanziert seine Investitionen vor allem aus den Gebühren. Ein Drittel der Gebühren wird für die Erneuerung der Leitungen und Anlagen eingesetzt.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 22.06.2013

Prenzel, Frank

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