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Borna Verband will Abwasserleitung in Altwitznitz nicht geschenkt
Region Borna Verband will Abwasserleitung in Altwitznitz nicht geschenkt
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05:02 24.04.2018
Baubeginn in Altwitznitz: Seit der Einigung mit dem Landratsamt kann Unternehmer Ronny Träger seine Halle bauen. Quelle: Julia Tonne
Borna

Die Landestalsperrenverwaltung hat die Rote Karte gezeigt bekommen. Und das ist nicht nur sprichwörtlich zu verstehen. Der Zweckverband Wasser/Abwasser Bornaer Land (ZBL) lehnte am Donnerstagabend eine kostenlose Übernahme eines von der LTV zu errichtenden Abwasserkanals in Altwitznitz ab. Einstimmig.

Landestalsperrenverwaltung will Leitung bauen

Wie berichtet, plant die LTV den Bau einer rund 230 Meter langen Abwasserleitung, um zukünftig ihr auf dem Gelände der Altwitznitzer Staumeisterei anfallendes Abwasser in die Wyhra einzuleiten. Bislang leitet die Behörde in das Speicherbecken Witznitz ein.

Das aber soll geändert werden – mit der Begründung von Seiten der LTV, die geltende EU-Wasserrahmenrichtlinie einhalten zu wollen. Die wiederum ein Verschlechterungsverbot hinsichtlich der Wasserqualität bedeutet. Heißt konkret: Um das Speicherbecken nicht noch schmutziger als ohnehin schon zu machen, soll das Abwasser zukünftig in der Wyhra landen.

Verband lehnt Übernahme der Leitung ab

Da rund 160 Meter der geplanten Leitung auf öffentlichen Grundstücken verlaufen und laut Landestalsperrenverwaltung auch Nachbaranlieger den betreffenden Kanal nutzen würden, hatte die LTV dem ZBL angeboten, dieser könne den Kanal unentgeltlich übernehmen. Der Wertumfang belaufe sich laut Michael Spitzner, Geschäftsführer des ZBL, auf rund 138 000 Euro.

„Allerdings würde sich das für uns erst in 40 Jahren rechnen“, machte er gegenüber den Verbandsräten deutlich. Wirtschaftlich betrachtet, sei die Übernahme nicht sinnvoll, denn bei den wenigen Einwohnern in Altwitznitz, die noch dazu für ihre Abwässer Kläranlagen hätten, könnten kaum Einnahmen generiert werden.

Unternehmer kann endlich bauen

Damit ist die Geschichte allerdings noch nicht zu Ende. Wie die LVZ berichtete, hatte die LTV dem Unternehmer Ronny Träger, dessen Grundstück an das der Staumeisterei grenzt, die Zustimmung zum Bau einer Leitung für Niederschlagswasser zum Speicherbecken verwehrt – eben mit der Begründung, das Speicherbecken sei mittlerweile zu verschmutzt.

Und verschmutztes Regenwasser, das durch eine Gewerbehalle, wie sie Träger plant, anfalle, dürfe nicht in das Gewässer eingeleitet werden. Träger hatte daraufhin vermutet, dass er dann in die neue Leitung der Behörde einleiten müsse.

Das allerdings ist nun vom Tisch. Nicht nur, weil Träger mittlerweile sein Regenwasser in eine jetzt genehmigte Versickerungsgrube einleitet, sondern auch, weil es eine Einigung mit dem Landratsamt als zuständiger Behörde für die Genehmigung gab. Von Seiten der Stadt Borna kam zudem kürzlich die Baugenehmigung für die Errichtung der Gewerbehalle.

Die Klärung, wohin das Regenwasser abgeführt wird, war Voraussetzung für die Erteilung. Mit Tägers jetzt gefundener Lösung für das Regenwasser dürfte ein möglicher Mitbenutzer der neuen LTV-Leitung schon mal wegfallen.

Klage gegen LTV ist anhängig

Dennoch ist gegen die LTV noch eine Klage anhängig. Träger selbst hatte auf das Nutzungsrecht für bestehende Leitungen oder die Genehmigung für den Neubau einer Leitung zum Speicherbecken Witznitz geklagt. Und die Klage nach der Einigung mit dem Landratsamt zurückgezogen.

„Allerdings hat die Landestalsperrenverwaltung der Beendigung des Verfahrens nicht zugestimmt“, sagt Träger. Eine Begründung dafür habe er nicht erhalten. Die LTV war bis Montag für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Von Julia Tonne

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