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Verdammt, die Bornaer lieben ihn

Verdammt, die Bornaer lieben ihn

Mehr als 2000 Fans und Sympathisanten strömten am Freitagabend auf den Bornaer Volksplatz. Pop- und Schlagersänger Matthias Reim hatte sich in der Kreisstadt angekündigt.

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Hier bin ich, und ich gebe alles: Matthias Reim auf dem Volksplatz.

Quelle: Nicole RathgeScholz

Borna. Und erneut hing ihm das Publikum in diesem Veranstaltungskessel an den Lippen. Trotz elfstündiger Anreise nach Borna und obwohl er ein wenig angeschlagen war nach der kürzlich abgeklungenen Erkältung, gab der gebürtige Korbacher wiederum alles.

"Ich komme sehr gern in die neuen Bundesländer, denn hier sind meine Freunde", sagte der 56-Jährige. "Hier wurde ich wieder entdeckt, und die Kunde ging ins ganze Land, dass ich wieder am Start bin." Seit über 20 Jahren ist er im Musikgeschäft dabei, mit Hochs, aber auch Tiefs. Seine Erklärung, wie das zu schaffen ist, fällt ganz einfach aus. "Ich kann nix anderes", lachte er. Es sei sein Traumberuf, da gebe man einfach alles.

Und das tat er wahrhaftig. Bereits vom ersten Lied an tobte der Volksplatz. Die Fans drängten sich vor der Bühne, andere standen auf den Bänken. Überall blinkten in bunten Farben Hüte, Leucht­stäbe und Wunderkerzen. Das pure Konzertfeeling hatte alle gepackt. Dabei waren die Massen absolut textsicher, so dass "Matze" einige Besucher, die am Bühnenrand standen, ins Mikrofon singen ließ.

Bei solch einer Tour, die ihn unter dem Titel "Die Leichtigkeit des Seins - Live 2014" in mehr als 30 Städte führt, ist eine gewisse Ausdauer vonnöten. Da müsse sich der Künstler doch fit halten. "Auf der Bühne habe ich Sport genug", so der Sänger. Wobei er zugibt, ab und zu mal die Mucki-Bude zu besuchen.

Nicht nur seine alten Hits wie "Ich hab geträumt von Dir" sowie "Ich hab mich so auf dich gefreut" gab er zum Besten und versetzte das Publikum in Extase. Aber auch Songs wie "Träumer", "Unverwundbar" und "Einsamer Stern" sangen die Fans Wort für Wort mit. "Früher standen fast nur Frauen auf meine Musik, heute ist das ganz anders. Jetzt sind viele Männer auf meinen Konzerten, das find' ich toll", sagte Reim und fügte stolz hinzu: "Die Jungs finden mich einfach cool." Was sich in Borna bestätigte. Kam doch der Großteil der "Matze"-Rufe zur Bühne aus männlichen Kehlen.

Seine Musik ist mittlerweile schwer einzuordnen. Waren es damals noch Schlager, trumpft er heute mit mehreren Genres auf. "In meiner Musik kommt von Rock, Pop bis Metal alles vor, denn ich mach ,Reim'", fasste er zusammen. Dabei sang er nicht nur, sondern griff auch zur Gitarre und überzeugte so noch mehr von seinem musikalischen Talent. Als "Ich liebe dich" erklang, flogen BHs auf die Bühne, die Matze dann vor - echter oder gespielter - Scham hinter seinem Rücken versteckte. Immerhin kam er kurzzeitig beim Singen ins Straucheln, was authentisch wirkte. Als er die Musiker seiner Band dem Publikum vorstellte, hatte er zu jedem eine kleine Anekdote auf Lager. "Am Bass, Achtung, das reimt sich, Helmuth Fass", tönte er übers Mikrofon. Michaela Danner nannte er liebevoll "meine Hexe". Mit ihrer Violine sorgte sie für eine ganz besondere Stimmung an diesem Abend.

Nicht nur musikalisch war es ein Konzerthöhepunkt der Extraklasse, auch die Bühnen- und Lichtershow kam spektakulär daher. Natürlich forderten die Fans eine Zugabe. "Wollen wir es wirklich tun?", fragte Reim. "Wollen wir es wirklich tun? Dann los." Und was fehlte zum perfekten Abend noch? Natürlich sein erster großer Hit, der ihm zum Durchbruch verholfen hatte: "Verdammt, ich lieb' Dich". Und das Publikum sang im Chor mit Matze, ein absolutes Spektakel. Schließlich verabschiedeten sich Reim und Band kurz vor Mitternacht von der Bühne. Drummer Rainer Kind verschenkte noch seine Sticks an die Fans.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 25.08.2014
Nicole Rathge-Scholz

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