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Borna Verdi feiert 1. Mai auf dem Bornaer Markt
Region Borna Verdi feiert 1. Mai auf dem Bornaer Markt
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14:02 01.05.2018
Veranstaltung zum 1. Mai auf dem Markt in Borna. Quelle: Jens Paul Taubert
Borna

Solidarität ist ein Begriff, der lange Jahre nicht allzu häufig verwendet wurde. „Jetzt hat er wieder Konjunktur“, stellte die sächsische Integrationsministerin Petra Köpping (SPD) auf der Bühne des Bornaer Marktes am Dienstag fest. Dort hatten die Gewerkschaft Verdi und der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) zum zehnten Mal zum Familienfest am 1. Mai eingeladen. Motto der Veranstaltung: Solidarität – Vielfalt – Gerechtigkeit.

Ines Kuche von Verdi hält die Mairede in Borna. Quelle: Jens Paul Taubert

Ines Kuche, Geschäftsführerin des Verdi-Bezirks Leipzig-Nordsachen, erklärte, der 1. Mai sei eine Mahnung, dass es noch oft an Gerechtigkeit fehle. Betriebliche Mitbestimmung sei „noch immer ein Gut, das nicht überall gewürdigt wird“. Zudem gebe es nach wie vor eine erhebliche Gerechtigkeitslücke, „wenn Frauen 21 Prozent weniger verdienen als Männer“. Das bedeute unter dem Strich, dass Frauen im Gegensatz zu Männern 77 Tage im Jahr unbezahlt arbeiteten und bei einem durchschnittlichen Stundenlohn im Endeffekt monatlich 750 Euro weniger verdienten, so die Verdi-Frau. „Damit stehen wir auf einer Stufe mit Estland oder Tschechien“ – Ländern, mit denen sich Deutschland üblicherweise nicht vergleiche.

Bornaer Bürgermeisterin fordert mehr Solidarität ein

Landrat Henry Graichen (CDU) verwies auf einen „verfestigten Gürtel von Langzeitarbeitslosen“. Deshalb sei der Landkreis Leipzig auch in Zeiten sinkender Arbeitslosenzahlen weiter bei der Grundsicherung für Arbeitssuchende gefordert.

Die Bornaer Oberbürgermeisterin Simone Luedtke (Linke) erklärte, das diesjährige Motto der Bornaer Gewerkschaftsveranstaltung greife Schlüsselbegriffe der gesellschaftlichen Identität auf. Soziale Ungleichheit in einer Gesellschaft sei nicht gut. Die Spaltung der Gesellschaft müsse verhindert werden. Solidarität bedeute, den eigenen Blick zu weiten und sich über die Folgen des eigenen Handelns Gedanken zu machen. „Ein Stück weit mehr Solidarität würde uns gut tun.“

Spannungen zwischen Gewerkschaft und AfD

Auf dem Markt präsentierten sich wie in den Jahren zuvor neben der Gewerkschaft Verdi auch CDU, SPD, Linke und Grüne. Nicht vertreten war die AfD, die ihren Stand auf dem etwa 150 Meter entfernten Dinterplatz aufgebaut hatte. Nicht freiwillig, sondern weil Verdi als Veranstalter und damit quasi Hausherr die Partei nicht dabei haben wollte. Das hatte Verdi-Bezirkschefin Kuche bereits in ihrer Mai-Rede klargemacht. „Wir feiern diesen Tag mit unseren Freunden und Sympathisanten. Rassismus und fremdenfeindliche Weltbilder gehören nicht dazu.“ Gegenüber der LVZ legte sie nach. Die AfD fordere zum Austritt aus Verdi und anderen DGB-Gewerkschaften auf.

Der AfD-Kreisvorsitzende Edgar Naujok sagte, er habe nach der Ablehnung des AfD-Antrages auf Teilnahme an der Bornaer Mai-Veranstaltung eine Hass-Mail von Verdi bekommen. Die AfD nehme auch am Familienfest am Kulturhaus Böhlen teil, das ebenfalls am Dienstag stattfand. Dort habe seine Partei im Gegensatz zu Borna keine Probleme mit der Teilnahme gehabt, so Naujok.

Für musikalische Unterhaltung sorgte die Band „Line Out“. Außerdem präsentierten sich die Turnerinnen von Einheit Borna.

Von Nikos Natsidis

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