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Vereine verzichten auf Festumzüge

Vereine verzichten auf Festumzüge

Horst Willigalla ist eine Wut: „Es gibt immer nur Auflagen, Auflagen, Auflagen!“ Der Hauptorganisator des Pegauer Oldtimertreffens ärgert sich nicht nur über hohe Gema-Gebühren, ihn nervt auch die erschwerte Organisation von Vereinsumzügen.

Die wird seit vergangenem Jahr strenger gehandhabt: Jede Seitenstraße, an welcher der Umzug vorbei führt, muss aufwendig abgesperrt werden. Weil die Polizei vorrangig bei Demonstrationen, Fußballspielen und Großveranstaltungen präsent ist, müssten viele Vereine das durch Firmen absichern – was häufig zu teuer ist für eine Interessengemeinschaft mit drei Dutzend Leuten. „So geht das nicht weiter“, schimpft Willigalla, der Vize-Bürgermeister ist und für Pro Pegau im Stadtrat sitzt. „Die Vereine können die Sicherheit nicht bezahlen, die Polizei kann es nicht machen und die Feuerwehr darf es nicht. Damit sind unsere Veranstaltungen in Gefahr“, so der Pegauer.

Auch Dieter Zocher, Vereinschef der Groitzscher Schützen, ärgert das Thema. Das einwöchige Schützenfest findet zu Pfingsten auch dieses Jahr statt – allerdings zum zweiten Mal ohne Umzug. 15 Seitenstraßen müsste der Verein für den halbstündigen Umzug absperren. „Das ist doch alles Quatsch, ich halte die Forderung für überzogen“, sagt Zocher und bedauert, dass damit Traditionen verloren gehen. Auch für die Musikkapellen sei es schade, die nun viel seltener auftreten können.

Im Kulturpark Deutzen, wo der Verein Pro Regio regelmäßig Veranstaltungen auch für Kinder durchführt, hat man eine traurige Konsequenz gezogen: „Wir machen einfach keine Umzüge mehr“, erklärt Vorstandsmitglied Gudrun Jugel. Die bürokratischen Auflagen – „Genehmigungen, Lageplan, noch ‘ne Genehmigung“ – stünden in keinem Verhältnis zum Nutzen. „Es ist schade. Insbesondere im Herbst, wenn es früher dunkel ist, haben die Fackelumzüge durchs Dorf immer ein schönes Bild gegeben. Wir beschränken uns jetzt auf das Areal des Parkes“, so Jugel.

Im Bornaer Landratsamt fand kürzlich ein Treffen zu diesem Thema mit Polizei, Vereinen und Straßenverkehrsamt statt. Grund: Das Amt sah sich einer Beantragungsflut gegenüber und hatte Erläuterungsbedarf festgestellt. Eine rege Diskussion konnte das Verständnis für die jeweilig Beteiligten zwar vertiefen, aber leider nicht alle Fragen lösen, teilte das Landratsamt gestern auf LVZ-Anfrage mit. Eine Änderung der Vorschriften gebe es nicht.

Claudia Carell-Domröse

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